

Sonntag, 20.01.2008, 13.15 Uhr, Paul-Heyse-Eishalle
3 : 4 (0:2 1:2 2:0)
Fotos zum Spiel (ergänzt 22.01.2008)
Während draußen in endlosen Strömen der Regen vom Himmel fiel, trafen im Paul-Heyse Stadion die Kleinschüler von FASS Berlin auf den EHC Fortuna Leipzig. Nach der Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Rostock sollte nun im Spiel gegen die rote Laterne der Tabelle endlich ein Sieg her, hatte doch die gegnerische Mannschaft bisher kein Spiel gewonnen und auch erst wenig Tore geschossen. Während auf dem Gang die FASS-Eltern routiniert das Buffet vorbereiteten, drehte sich bei den diskutierenden Eltern das Gespräch eigentlich nur darum, wie hoch der Sieg ausfallen werde und wer die meisten Tore schießen wird. Zusätzlich war noch der ehemalige Trainer der Kleinschüler und jetzige Knaben-Coach Jörg Dymke dabei, um die zukünftigen Knaben zu begutachten.
Nachdem in den vergangenen Spielen immer die ersten Minuten eine solide Basis für die Niederlage von FASS bildeten, sollte nun der Spieß umgedreht werden. Als besondere Finte sollte eine Kombination der bisher erfolgreichsten Spieler für eine frühe Führung sorgen. Im Tor stand für die ersten eineinhalb Drittel der Nachwuchsgoalie Felix Meintz, hatte er doch beim Bambiniturnier des ECC Preußen viele Treffer durch eine ausgezeichnete Leistung verhindern können. Umso verdutzter rieben sich dann die anwesenden Zuschauer die Augen, als es nach genau 23 Sekunden 0:1 für Leipzig stand. Auch in der Folge überzeugten die Spieler von FASS eher durch ausgesprochene Gastfreundlichkeit und Höflichkeit gegenüber dem Gegner, als durch Einsatz und Kampfgeist und so war das 0:2 in der 5. Minute nach Abstimmungsproblem und Unentschlossenheit in der Abwehr nur konsequent. Lediglich einige Torschüsse von Tarek und Julien gingen in Richtung des gegnerischen Tors, jedoch ohne das selbe zu treffen oder den Torwart ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Die Spieler von FASS wirkten dabei zum Großteil eher unbeteiligt.
In der Drittelpause diskutierten die Zuschauer dann intensiv über die Gründe und offensichtlich fand auch Trainer Mike die richtigen Worte, gingen die jungen Akademiker mit deutlich mehr Kampfgeist auf das Eis. Die Mannschaft war zwar stets bemüht, jedoch konnte das Tor der Leipziger nicht ernsthaft in Gefahr gebracht werden. Tarek, sonst verlässlicher Lieferant für Tore, hatte heute einen rabenschwarzen Tag erwischt. Weder im Aufbau noch im Abschluss gelang ihm viel und so wunderte es zwischenzeitlich auch keinen der Zuschauer, dass Leipzig zu Beginn des zweiten Drittels auf 0:3 erhöhte. Ein Ruck ging durch die Mannschaft als Max George in der 19. Minute auf 1:3 verkürzte. Das Tor brachte neuen Schwung in das Spiel, wenngleich Leipzig in der 22. Minute auf 1:4 erhöhte. In der 23. Minute kam es dann zum vereinbarten Wechsel zwischen Felix Meintz (der mit Applaus für seine Debüt im Tor verabschiedet wurde) und Björn Nickel. Fortan sollte den Leipzigern zunehmend weniger gelingen. Auf Seiten von FASS kam es zu mehr Torschüssen und so langsam klappte auch die Abstimmung zwischen den Spielern immer besser.
Das dritte Drittel gehörte dann allein FASS Berlin, das Spiel verlagerte sich zunehmend in das Drittel der Leipziger und in der 41. Minute konnte Xenia Richter mit einem sehenswerten Schuss durch die Beine des Leipziger Torwarts zum 2:4 verkürzen. In den letzten 5 Minuten des Spiels entluden die nunmehr erwachten Löwen vom Wedding ein wahres Feuerwerk auf das Tor der Leipziger. In der 43. Minute schoss dann Björn Bögner das dritte Tor zum 3:4. Die Zuschauer jubelten und es gab kein Halten mehr. Die Kleinschüler stürmten mit Mann und Maus während die Leipziger aus dem eigenen Drittel kaum mehr herauskamen. Dramatik pur, wie man sie bei einem Kleinschülerspiel nicht erwartete. Eine Strafzeit in der 44. Minute bildete für Tarek nur noch den Abschluss für einen Tag, den er sicher schnell vergessen möchte. Die Spieler und Zuschauer wünschten sich die verschlafenen Minuten aus dem ersten Drittel zurück und nach einem verpatzten Wechsel landete sogar die Mütze von Mike vor Wut auf dem Boden. Am Ende rettete die Leipziger nur die Schlusssirene vor dem Ausgleich, die im Anschluss ihren ersten Sieg ausgiebig feierten.
Neben dem wieder einmal recht chaotischen Start und dem am Ende verlorenen Spiel gab es aber auch positive Aspekte zu verzeichnen. So erreichte Björn Nickel seinen ersten Shutout der Saison und der in der nächsten Saison zwischen den Pfosten stehende Felix Meintz konnte Goalie-Luft bei den Kleinschülern schnuppern. Auch hervorzuheben sind die Aktionen von Xenia, die sich durch Engagement, Übersicht und immer wieder gute Vorstöße aus der Abwehr bis vor das Tor des Gegners hervorhob. Ein besonders Dankeschön gilt auch den anwesenden Bambinis und Laufschülern von FASS, die die Mannschaft lautstark anfeuerten. Bleibt als wichtige Erfahrung aus dem Spiel, auch gegen vermeintlich schwächere Gegner muss man mit vollem Einsatz und Konzentration von der ersten bis zur letzten Minute spielen. Aber vielleicht kann ja FASS in Zukunft auch einmal davon profitieren, vom Gegner unterschätzt zu werden. Voraussetzung ist natürlich, dass man auch als junger Akademiker nicht erst nach dem akademischen Viertel (das ja bekanntlich 15 Minuten dauert) in das Spiel eingreift.
Torschützen für FASS Berlin
Max George (19. min)
Xenia Richter (41. min)
Björn Bögner (43. min)
Strafen gegen FASS
Tarek Kleber (2)
Peter Diesing