

Sonntag, 17.02.2008, 13.15 Uhr, Paul-Heyse-Stadion
4 : 2 (0:0 2:2 2:0)
1:0 16:14 Diesing, 1:1 18:19 Gläser, 1:2 21:58 Horst (Fiedler), 2:2 23:59 Kleber (V. Grossmann), 3:2 30:31 George, 4:2 44:47 V. Grossmann (Kleber)
FASS: 8 - 0/2/6
Chemn./Schönh.: 0
„Björn hat uns heute sehr geholfen!“
(Mike Schröder, Tr)
Im Sonntagskrimi schlagen die FASS Kleinschüler die Spielgemeinschaft Schönheide/Chemnitz
Ein Blick auf die Tabelle genügte, um den FASS Kleinschülern und ihrem Anhang klar zu machen, dass heute Endspielstimmung angesagt war. Der Gast, die Spielgemeinschaft SG EHV Schönheide/ESV 03 Chemnitz/ERC Chemnitz, war vor dem Spiel punktgleich mit FASS. Entsprechend angespannt war die Atmosphäre bei den zahlreichen Zuschauern im Paul-Heyse-Stadion.
Zunächst hatte es allerdings den Anschein, als ob die FASS-Spieler von dieser Anspannung nicht viel mitbekommen hatten. Vielleicht hatten sie auch zu genau beim Vorprogramm, dem Training einer Eiskunstlaufgruppe, zugesehen. Körperloses Hockey, Schnörkel auf dem Eis und ein loser Griff am Schläger; das waren die Zutaten, die FASS heute zum ersten Drittel servierte. An der Bande konnten Vanessa Gasde und Dustin Schulz, zwei Stars des am Vormittag siegreichen FASS Knabenteams, nur stöhnen: „Die FASS-Kleinschüler haben das erste Drittel total verschlafen!“
Als Tim dann zu Beginn des zweiten Drittels einen Alleingang sicher zum 1:0 für FASS abschließen konnte, hofften die FASS-Fans auf mehr Sicherheit bei ihrem Team. Das Gegenteil war der Fall, wie schon bei einigen Spielen in dieser Saison. Dem Gegner wurde nach dem Führungstor noch mehr Raum gelassen, die FASS-Angriffe bestanden meist aus Alleingängen in der neutralen Zone. Die Spielgemeinschaft wirkte gegenüber dem Hinspiel deutlich verbessert und konnte mit schnellen Kombinationen die FASSler immer wieder vor erhebliche Probleme stellen. Der 1:2 Zwischenstand Mitte des zweiten Drittels war dann auch verdient.
Spielentscheidend war wohl die 28. Minute. Wieder einmal ein gefährlicher Angriff der Spielgemeinschaft; der Schiedsrichter lässt einige Sekunden über die Zeit spielen, damit der Angriff abgeschlossen werden kann. FASS-Torwart Björn kann den gut geschossenen Puck parieren, der Schiedsrichter pfeift zum Wechsel und nur eine Sekunde später lupft ein Spieler der Spielgemeinschaft den Puck ins Netz. Obwohl der Pfiff des Schiedsrichters deutlich vor dem Torschuss kam, gab es erst einmal Diskussionen der Gästetrainer mit dem Schiedsrichter. Als das Spiel weitergehen kann, stand erstmals seit dem Anpfiff eine neu formierte Angriffsreihe von FASS auf dem Eis. Die Überraschung gelang, und noch im selben Wechsel fällt das 2:2 für FASS durch Tarek.
Im letzten Drittel ließen dann die FASS-Trainer Mike Schröder und Christian Leitloff ihr Team nur noch mit zwei Reihen spielen. Die Intensität wurde höher, und Max konnte in der 31. Minute das 3:2 für FASS erzielen. War das schon die Erlösung für die FASS-Fans? Keineswegs, denn die Spieler aus Schönheide und Chemnitz waren heute nach Berlin gefahren, um sich Punkte mitzunehmen. Sie nahmen den Kampf auf, aber FASS stand für ein paar Minuten sicher in der Abwehr. Dann aber häuften sich die Strafzeiten gegen die Berliner; zwischen der 34. und 38. Minute musste sogar zweimal mit 3 gegen 5 gespielt werden. Jetzt zeigte Björn im Tor der FASSler sein wahres Gesicht: konzentriert, schnell am Boden, und sicher mit der Fanghand. Er wurde im dritten Drittel zum großen Rückhalt seiner Mannschaft.
44. Spielminute, das Stadion knistert vor Spannung, und an der Bande seufzt ein Zuschauer: 90 Sekunden können lang sein wie zwei Stunden! Die Spielgemeinschaft kämpft mit großem Herzen um jeden Puck. Dann hat der FASS-Sturm mit Richard, Max und Tarek ein Einsehen, und Richard kann eine schöne Kombination mit dem 4:2 abschließen.
Nach dem Abpfiff begraben die FASS-Spieler ihren Torwart unter sich. Erlösung bei den Heimfans, Enttäuschung bei den Gästen. Die lange Heimfahrt nach Sachsen muss nun doch ohne Punkte im Gepäck angetreten werden. Die Spielgemeinschaft hat bravourös gekämpft, aber die Punkte bleiben in Berlin. Festgehalten in der Fanghand des FASS-Torwarts.
EG