Knaben
Archiv 2008/09

Young Dragons Erfurt - FASS

Sonntag, 28.09.2008, 13.00 Uhr, Erfurt

 

14 : 1 (4:1 5:0 5:0)

Tore

1:0 (02:54) Keil (Rößger), 2:0 (05:45) Feßer (Weigel, Frohn), 2:1 (11:09) Kleber (Gasde, Fischer), 3:1 (16:56) Creutzburg PP1, 4:1 (17:21) Keil (Helmboldt) PP1, 5:1 (27:30) Rößger (Wiesnet) PP1, 6:1 (28:01) Keil (Rößger, Weigel), 7:1 (28:38) Samsonov (Saalfeld, Weigel), 8:1 (38:43) Rößger (Weigel), 9:1 (39:39) Keil (Marquart, Schütte), 10:1 (43:43) Creutzburg (Samsonov) PP1, 11:1 (51:46) Keil (Marquart, Creutzburg) PP1, 12:1 (54:56) Keil (Helmboldt, Seifert) PP1, 13:1 (55:35) Wiesnet (Weigel, Feßer), 14:1 (56:04) Keil (Saalfeld)

PIM

YDE: 4 - 0/2/2

FASS: 16 - 6/2/8

Berichte

Dreißig Minuten Konzentration genügen nicht

Zum Saisonauftakt verlieren die Knaben bei den Young Dragons in Erfurt

 

In Erfurt herrschte vor dem Eisstadion am Sonntagnachmittag schläfrige Stimmung in der Nachmittgassonne. Die mitgereisten Fans des Hauptstadtclubs genossen die ungewohnte Stille. Anders erging es den FASS Knaben auf dem Eis. Sie mussten gleich zu Saisonbeginn beim Vorjahressieger der Meldeklasse 2, den Young Dragons aus der Thüringischen Landeshauptstadt, antreten und kassierten eine klare 1:14 Niederlage.

 

So deutlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt, waren die Spielanteile zunächst nicht verteilt. In den ersten Minuten war den FASSlern anzumerken, dass viele neue Spieler in das Team integriert werden mussten. Außerdem hatte die Mannschaft wohl zu viel Respekt vor dem Gegner. Dann aber lief der Puck immer besser, der Gegner wurde schon im Mitteldrittel gestört, und folgerichtig fiel in der 12. Minute der 1:2 Anschlusstreffer für FASS durch Tarek Kleber nach einem präzisen Zuspiel von Vanessa Gasde.

 

Die Erfurter antworteten mit harten Attacken. Die Schiedsrichter schienen sich gerade in dieser Phase eine Auszeit zu nehmen, so dass für einige Minuten fast mehr mit dem Ellenbogen gearbeitet als Eishockey gespielt wurde. Zwei Erfurter Tore innerhalb von dreißig Sekunden zum Ende des ersten Drittels drehten die Partie wieder, und nach dem 1:5 in der 28. Minute war das Spiel entschieden. Die Erfurter glänzten mit ein paar schönen Kombinationen und insgesamt sieben Toren ihres Kapitäns. Bei den FASS Knaben wurde das Spiel ohne Puck vernachlässigt und einige unnötige Strafzeiten kassiert. So kam es zu einer hohen Niederlage.

 

Trotzdem waren die mitgereisten Fans in gnädiger Stimmung. „Das wird schon noch“, hieß es auf dem sonnigen Vorplatz des Eisstadions. Mit Fleiß beim Training, schnellerem Passspiel und etwas mehr Selbstbewusstsein sollte für dieses Team noch einiges möglich sein in dieser Saison. Schon jetzt ist klar: zu den Leistungsträgern im Team zählen mit Jessica Fischer, Aaliyah Sarauer, Heidi Bruce und Vanessa Gasde vier Kufencracks, für die Altersgruppenbezeichnung „Knaben“ nicht ganz passend erscheint.

 

Coach Pascal Kube war nach dem Spiel nicht so unzufrieden, wie es das Ergebnis vermuten lassen könnte. „Jetzt wissen wir wenigstens, wo wir stehen. Es war ja unser erstes Saisonspiel, nach nur wenigen Trainingseinheiten. Ich bin trotz der hohen Niederlage eigentlich zufrieden mit der Leistung der Mädchen und Jungen.“ Natürlich hat Kube auch gesehen, was sich verbessern muss bei seiner Mannschaft: „Wir haben viele unnötige Strafen kassiert, und insgesamt sechs Tore in Unterzahl bekommen. Daran werden wir arbeiten. Und natürlich müssen viele Spieler ihre Kondition verbessern. Jetzt sind sie im richtigen Alter, um ihren Körper und seine Leistungsgrenzen zu erfahren. Christian Leitloff ergänzt: „Mir hat besonders das konzentrierte Arbeiten auf der Bank gefallen. Alle haben bei den Wechseln gut mitgezogen, obwohl das schnelle Wechseln ja für viele neu war.“

 

FASS spielte mit Björn Nickel (T; bis 50. Minute), Leif-Eric Meißner (T; ab 50. Minute); Jessica Fischer, Aaliyah Sarauer (A), Heidi Bruce, Dustin Schulz, Björn Bögner, Leon Zimmermann; Walto Hendriks (A), Max George, Victor Grossmann, Richard Grossmann, Tarek Kleber (C), Vanessa Gasde, Patrick Fritz, Norman Schumann

 

EG/28. September 2008

Im Gespräch mit ...

Vor der Rückfahrt nach Berlin hatten wir noch Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Heidi Bruce, die heute ihr erstes Spiel im FASS-Trikot absolvierte und mit ihrer sauberen Scheibenführung und ihrem guten Stellungsspiel gleich eine Verstärkung für die Mannschaft war.

 

Heidi, wie war das Spiel heute?

Na ja, wie haben nicht so gut gespielt.

 

Und Du selbst?

Das kann ich nicht beurteilen, das soll der Coach sagen. Aber ich weiß auf jeden Fall, dass ich besser spielen kann als heute.

 

Wo hast Du denn in der vergangenen Saison gespielt?

Bei EJK in Espoo. Davor habe ich auch schon in Schweden gespielt.

 

Da hast Du ja internationale Erfahrung. Was ist denn deiner Meinung nach der Unterschied im Eishockey zwischen Finnland, Schweden und Deutschland?

In Deutschland wird im Jugendbereich härter gespielt. Checks an den Körper und so etwas sind in Finnland in unserem Alter nicht erlaubt. Aber: bei FASS ist das Training intensiver als ich es vorher kannte. Das finde ich gut.

 

Und Euer Coach?

Der ist richtig gut.

 

Wie verständigst Du Dich eigentlich auf dem Eis mit deinen Mannschaftskollegen?

Ach, ich rede sowieso nicht viel. Wenn nötig, kann Walto übersetzen, denn der kann deutsch und finnisch. Aber ich kann inzwischen schon genug deutsch, um den Coach zu verstehen. Das ist am wichtigsten.

 

Deine Eltern waren ja auch als Zuschauer bei Deinem ersten Spiel für FASS. Weißt Du schon, was sie zu Deiner Leistung und der Leistung Deiner Mannschaft sagen?

Keine Ahnung; das werde ich erst heute Abend hören. Jetzt fahre ich erst einmal mit dem Mannschaftsbus nach Berlin zurück.

 

EG/28. September 2008