Regionalliga
Archiv 2008/09

FASS Berlin - ERV Chemnitz

Sonnabend, 18.10.2008, 19.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion

 

3 : 7 (1:1 1:3 1:3)

Tore

0:1 (08:39) Antos (H. Albrecht, Maskarinec) PP2, 1:1 (15:38) Masche (Patrzek) UZ1, 1:2 (28:05) Zille (Schubert), 2:2 (37:18) Tittus (Kuch), 2:3 (37:49) Uhlig, 2:4 (38:52) Antos (H. Albrecht), 2:5 (47:52) Geier (Zille) PP1, 3:5 (49:22) Kuch UZ1, 3:6 (57:15) Schubert (Maskarinec) PP2, 3:7 (57:40) Antos (Zille) PP2

PIM

FASS: 35 + 10 (Tittus) + 10 (Aicher) + SpD (Gensel) - 8/8/59

ERVC: 14 - 2/4/8

Berichte

Eine völlig verunsicherte Berliner Mannschaft kann weiter nicht gewinnen

Zwei Dinge müssen die Akademiker schnellstmöglich abstellen: Die katastrophale Chancenverwertung und das angeschlagene Nervenkostüm. Das erste sollte durch viel Training gelingen, beim zweiten muss wohl schon ein geschulter Mentalcoach her. Völlig ohne Biss und Selbstvertrauen zeigte sich das Team von Trainer Benny Hecker, der es diesmal von der Bande aus betreute.

 

Dort musste der Trainer erneut mehr zweifelhafte und einseitige Schiedsrichterentscheidungen mit ansehen, als ihm lieb war. All diese Entscheidungen hier aufzuzählen, würde den Rahmen einer Pressemitteilung sprengen. Nur ein Beispiel von den vielen zweifelhaften sei hier erwähnt. In den beiden Spielen, die Herr Linnek gepfiffen hat, wurden die Torhüter Nitschke und Vegelahn mehrfach unsauber angegriffen. Ein Pfiff blieb jeweils aus. Während sich Benjamin Nitschke gegen Niesky 4 Strafminuten für seine „Notwehr“ abholte, „rächte“ Hardy Gensel gestern seinen Goalie. Unverständlich, aber typisch für diesen Schiedsrichter war, dass der Chemnitzer für das Faul an Goalie Vegelahn ohne Strafe blieb, während Hardy Gensel für seinen „Gesichtswischer“ gleich mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belohnt wurde.

 

Man kann und will nicht jede Strafzeit auf die Schiedsrichter schieben, besonders die Matchstrafen von Thomas Leibrandt und André Winkler sind völlig korrekt, aber es kann und muss erwartet werden, dass, wenn eine Regelung gilt, diese dann auch für beide Mannschaften gleich ausgelegt wird. Mehr wird nicht gefordert.

 

Dieser Pressemitteilung ist ein Kommentar vom Berliner Eishockeyfachmann Burkhart Pohl beigefügt. Dem langjährigen Eishockeyfachjournalisten kann man keine „rosa Brille“ nachsagen.

 

Gerald Hagen

Kommentar zur Schiedsrichter-Leistung

Vorweg: Ich gehe regelmäßig zu den Eisbären, unregelmäßig zu den Eisbären Juniors, sehr oft zu Fass und den Preußen Juniors. Und das seit Jahrzehnten, ich war schon im Sportpalast dabei. Kann sagen, dass ich als ehemaliger Leistungssportler in Ballspielsportart (sieben Mal Deutscher Meister, hatte deshalb viel mit Schiedsrichtern zu tun, manchmal auch zu leiden), mit dem Eishockey einiges erlebt habe. Vor allem viel Schönes.

 

Doch man lernt nie aus, immer noch kommt mal ein neues Kapitel dazu. In diesem Falle heißt das: Fass und seine Schiedsrichter.

 

Die Mannschaft ist schlecht (auch schlecht vorbereitet?) in die Regionalliga-Saison gestartet. Unter Leitung von Herrn Sirko Schulz kassierte Fass gegen Jonsdorf zum Auftakt eine 1:3-Niederlage, dabei zwei Tore bei einfacher bzw. doppelter Unterzahl. Insgesamt hieß es: Fass 22 plus 3 Zehner plus Matchstrafe, Niesky: 14.

 

In den nächsten beiden Fass-Heimspielen hatte dann Herr Marco Linnek seine (beschämenden) Auftritte. Niesky bekam fast Narrenfreiheit (22 Strafminuten), Fass dagegen 61 Strafminuten aufgebrummt, kassierte bei ständiger Unterzahl 5 Tore beim 5:6. Natürlich zusätzlich eine Matchstrafe (die allerdings völlig zu Recht, war es eine Dummheit eines Fass-Spielers) und eine Spieldauer.

 

Dem Beobachter (und einigen anderen auch) entging dabei nicht, dass Herr Linnek kleinste Kontakte von Fass-Spielern sofort ahndete, was die Nieskyer zu einer 6:3-Führung nutzten. Erst danach glich der „Unparteiische“ ein wenig das Strafenkonto aus. Es sah schon etwas merkwürdig aus. Um es freundlich auszudrücken.

 

Keineswegs merkwürdig, eher schon denkwürdig, dagegen war der Auftritt Linneks am vergangenen Sonnabend im Spiel Fass gegen Chemnitz: Was sich Herr Linnek da leistete, war eine Unverschämtheit, sah nahezu permanent nach Vorsatz aus. Beispiele: Foul Chemnitz, Reaktion Fass = zwei Minuten Fass. Foul Fass, Reaktion Chemnitz = zwei Minuten Fass, usw., etc. So dezimiert, kassierte Fass vier Tore in Unterzahl, drei davon bei Drei gegen Fünf.

 

Kein Wunder, dass da bei den kämpferisch und spielerisch weit von der Vorjahrsform entfernten und somit auch labilen „Fässern“ die Nerven ganz schnell blank lagen, weil sie oft und das völlig zu Recht, nicht verstanden, was ihnen da angetan wurde, während auf der Gegenseite die Pfeife bei gleichen Vergehen stumm blieb. Beinahe zwangsläufig provozierte derartig einseitiges Agieren drei „Zehner“ und eine Spieldauer. 72 für Fass, 14 für die braven Chemnitzer waren das „Meisterstück“ des Herrn Linnek in einem insgesamt von den Mannschaften harmlos geführten Spiel.

 

In den drei Fällen zeigt sich, dass ein guter DEL-Linienrichter (Schulz und Linnek waren am Freitag ordentliche Linesman beim DEL-Spiel Eisbären-Nürnberg) noch längst nicht gute Hauptschiedsrichter sind, selbst in der Regionalliga (4. Spielklasse) nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass man im speziellen Fall schlicht und einfach den Verdacht nicht los wird, dass Herr Linnek persönlich etwas gegen Fass hat. Zumindest tut er einiges dafür. Ein so genannter „Heimschiedsrichter“ ist er ohnehin nicht, so etwas habe ich noch nie gemocht.

 

Und nun der „Hammer“. Mich interessierte eigentlich nicht, woher der Herr Linnek kommt, welchem Verein er angehört. Ich bekam einen Schreck: Er ist Mitglied von – FASS! Hat sich da eine höhere Instanz im Verband wirklich etwas gedacht, bei Fass-Spielen einen Fass-Schiedsrichter anzusetzen? Unglaublich!

 

Angesichts der bisherigen Vorkommnisse und der zu Erwartenden kann man den Fass-Verantwortlichen nur einen guten Rat geben, sei er auch ketzerisch: Sollte erneut der Name Linnek als Hauptschiedsrichter auftauschen, sollte man das Spiel sofort absagen, das Strafgeld bezahlen, die drei Punkte abgeben – die bekommt Fass unter dessen Leitung sowieso nicht. Vor allem, es erspart dem zahlenden Zuschauer, der einen entspannten Abend beim Eishockey verbringen will, Verdruss und Ärger.

 

Für den nämlich garantiert Herr Linnek allemal.

 

Freundlichst

 

Burkhart Pohl

Wild Boys in der Regionalliga angekommen

Mit einem unerwarteten 7:3 (1:1,3:1,3:1) Sieg bei FASS Berlin starten die Wild Boys erfolgreich in die Regionalliga und schießen die Berliner somit in eine erste Krise.

 

Dabei fing der Tag durch Hiobsbotschaften alles andere als gut an. So war Marcus Löffler noch nicht spielberechtigt und Petr Hrbek durch einen grippalen Infekt nicht einsatzfähig.

 

Dann war es endlich soweit der erste Puck fiel aufs Eis und es ging los. Die Wild Boys begannen nervös und mussten auch gleich erste Strafminuten überstehen. Die Hausherren waren zwar dominanter, konnten aber aus ihrer Überlegenheit nichts zählbares machen.

 

Dann die ersten Strafen für FASS und die Chemnitzer versuchten diese Situation zu nutzen und wurden in der neunten Spielminute für ihre Bemühungen belohnt. Neuzugang Milan Antos, der sein erstes Spiel im Chemnitzer Trikot absolvierte, brachte den Aufsteiger mit 1:0 in Führung. Jetzt hieß es hinten sicher spielen und mit Kontern gefährlich bleiben. Da die Hausherren regelmäßig die Kühlbox besuchen durften, ergaben sich immer wieder Überzahlmöglichkeiten für die Wild Boys, doch um so schlimmer, dass gerade dabei der Ausgleich der Berliner fiel. Durch einen Fehler der Chemnitzer Hintermannschaft stand Rumid Masche frei vor Tim Schnelle und bedankte sich mit 1:1. Das es mit diesem Unentschieden in die erste Drittel Pause ging lag auch daran das Hannes Albrecht bei einem Alleingang die nötige Cleverness fehlte und er an Keeper Vegelhahn scheiterte.

Den 20 mitgereisten Chemnitzer Fans war es nicht bange, denn hier war etwas möglich.

 

Mitte des zweiten Abschnitts dann die erneute Chemnitzer Führung. Diesmal war es die schon in den Freundschaftsspielen gut harmonierende Reihe Geier, Zille, Schubert die zum Erfolg kam. Dabei war es Alexander Zille vorbehalten zum 2:1 einzunetzen. Nun waren die Berliner wieder unter Druck, schließlich wollten sie nach zwei Heimniederlagen endlich einen Dreier einfahren. Doch ein ums andere Mal war bei Tim Schnelle Endstation. Doch in der 38. Minute war auch er machtlos und es stand 2:2. Die Berliner waren mit Jubeln noch gar nicht richtig fertig, da gingen die Chemnitzer durch Youngster Toni Uhlig erneut in Führung und legten durch Milan Antos gleich noch zum 4:2 nach. Dieser Doppelschlag kurz vor der Pause sollte eine Menge für das Selbstvertrauen der Chemnitzer tun.

 

Im Schlussabschnitt häuften sich die Strafen auf Berliner Seite nun immer mehr und die Chemnitzer nahmen dies dankend an. In der 48. Minute ließ ein Treffer von Kevin Geier die Wild Boys auf drei Tore davonziehen. Damit schien eine kleine Vorentscheidung gefallen. Zu allem Überfluss machten die Wild Boys das Spiel aber wieder spannend, da sie erneut ein Shorthander hinnehmen mussten bei immer noch zu spielenden zehn Minuten. Doch anstatt das die Berliner spielerisch versuchten das Spiel noch zu drehen, ließen sie sich zu einer Undiszipliniertheit nach der Anderen hinreißen und sorgten so dafür dass die Chemnitzer pausenlos in Überzahl spielten. Ein Angebot, das die Wild Boys nicht ausschlagen konnten und binnen 25 Sekunden wurde dann das Spiel entschieden. Die Treffer zum 7:3 Endstand gingen auf die Konten von Matthias Schubert und Milan Antos.

 

Damit legten die Chemnitzer einen Traumstart hin und begannen so, wie so vor über fünf Jahren in der Regionalliga aufgehört haben – mit einem Auswärtssieg. Damals siegte man in Schönheide mit 9:7. Nun gilt es auf diese Leistung aufzubauen und vielleicht schon am nächsten Sonntag (26.10., 18:30 Uhr) gegen Tornado Niesky die nächsten Punkte zu holen.

 

Ausschlaggebend für den Erfolg dürfte wohl eindeutig die Disziplin am heutigen Tage gewesen sein. Endlich scheint bei den Spieler angekommen zu sein, das man von der Strafbank aus keine Tore schießt. Dennoch dürfte der Trainer gesehen haben, wo er arbeiten muss. Zwei Gegentreffer bei eigener Überzahl sind einfach zuviel.

 

Quelle:  ERV Chemnitz

FASS verliert auch das dritte Heimspiel

In einem gutklassigen, harten und spannenden Match scheiterten die Akademiker am Bollwerk der Chemnitzer namens Tim Schnelle. Das überraschende 3:7 (1:1, 1:3, 1:3) gegen den Aufsteiger endete mit einer Strafzeitenflut für FASS.

 

Wieder war der Sündenbock schwarz-weiß gestreift. Die Verschwörungstheorie grassiert: Schiedsrichter Linnek soll FASS wie gegen Niesky ständig benachteiligt haben. Da wird das Missverhältnis zwischen den Strafzeiten für die Berliner und jenen für die Gäste als Argument gebraucht. Als wäre die Mannschaft von FASS unschuldig an dieser Bilanz. Tatsache ist aber: Bis zum Check von Tittus in der 57. Minute lautete das Strafzeitenkonto nur 20:12. Es war eine physisch intensive Partie, in der es an der Bande oft ordentlich schepperte. Chemnitz hätte hier und da zwei Strafminuten wegen übertriebener Härte wohl verdient gehabt. Umgekehrt war nicht jedes Haken oder Beinstellen von FASS strafwürdig. Aber dass Linnek die Niederlage verursacht haben soll, ist eine Behauptung auf wackligen Füßen.

 

Vielleicht hilft es der Wahrheitsfindung, den Film des Spiels abzuspulen. Denn die Racheakte in den letzten Minuten hatten ihre Vorgeschichte. Besaß nicht auch FASS etliche Überzahl-Möglichkeiten, bei denen 0,0 Zählbares herauskam? Warum war das Team nicht fähig, den starken Chemnitzer Torwart auszuspielen? War vielleicht der Stürmer Hannes Albrecht zu schnell für die FASS-Verteidigung? Man kann aus verschiedenen Gründen Frust ansammeln. Der Schiedsrichter taugt immer als rotes Tuch. Aber ein zementierter Rückstand gegen einen Aufsteiger und das Gefühl der Ohnmacht nach einem schlechten Powerplay beim Stand von 3:5 dürften denselben Effekt haben.

 

FASS hatte endlich einen Coach hinter der Bande: Benjamin Hecker verzichtete auf die Schlittschuhe. Er folgte der Einsicht, dass seine Mannschaft derzeit eher einen starken Stürmer als eine von außen ordnende Hand entbehren kann. Die Gäste, die beim Testspiel gegen den ECC eine bescheidene Leistung geboten hatten, zeigten sich als absolut ernstzunehmender Gegner. Die guten Tschechen Maskarinec und Antos stabilisierten das Team mit ihrer Erfahrung und Ruhe. Der Crimmitschauer Junior Albrecht stellte FASS vor viele Probleme, ebenso Schubert. Und alle "Wild Boys" hatten dieses Mal begriffen, dass sie sich in der Regionalliga körperlich voll reinhängen müssen.

 

Gleich zu Anfang bekamen sie zwei Strafen wegen Hakens, aber FASS brachte Tim Schnelle nicht in Verlegenheit. Dann gab es korrekte Hinausstellungen gegen Gries und Glöden. Chemnitz ließ den Puck schnell laufen und netzte durch Antos zur Führung ein. Bei der nächsten Unterzahl brannte es vor dem Tor von FASS, doch Vegelahn hatte einen guten Tag. In der 14. Minute beging Kugler einen dummen Crosscheck, wieder Unterzahl. Aber FASS lauerte auf den Konter, verteidigte offensiv. Tatsächlich gelang Masche auf Vorlage von Patrzek der umjubelte Ausgleich. Super und fair gekämpft, schlau das Tor gemacht - auch das kann FASS. Danach waren die Berliner einige Minuten dominant. Vegelahn parierte auf der anderen Seite glänzend einen Alleingang von Albrecht.

 

Im zweiten Drittel steckte der hochveranlagte FASS-Stürmer Schmidt kurz hintereinander zwei sehr harte Checks von Blokzyl ein und war zunächst ziemlich platt. Da hätte Linnek wirklich mal pfeifen müssen. Auch Zille teilte wiederholt kräftig aus. Doch das 1:2 hatten die Berliner sich selbst zuzuschreiben, denn zuvor ging ihr Wechsel daneben. Es folgte eine lange Drangperiode von FASS, in der das Tor von Schnelle belagert wurde, aber wie vernagelt war. Schließlich schaffte Tittus das 2:2. Doch die Kraftanstrengung wurde zunichte gemacht, als 31 Sekunden später Uhlig den Puck irgendwie ins Tor fummelte. Ein ärgerlicher Treffer. Ebenso das vorentscheidende 2:4, als FASS in der neutralen Zone nachlässig und zu langsam agierte - Albrecht stibitzte das Spielgerät und bediente Antos.

 

Muss man den Ellbogencheck von Tittus in der 47. Minute diskutieren? War nicht sonnenklar, dass Linnek eine solche Aktion ahnden würde? FASS (speziell Tittus) spielte nur auf Bewährung und wurde eiskalt abgestraft. Chemnitz kombinierte gut, schoss mittelmäßig, aber zum Ende der Überzahl war die Scheibe im Tor. Mit einem Shorthander gelang Kuch das 3:5. FASS vergab noch viele Chancen in einem längeren Powerplay. Als klar war, dass die Partie gegen den überragenden Chemnitzer Keeper nicht zu gewinnen war, kamen die Frustfouls. Tittus checkte gegen Kopf und Nacken, Aicher attackierte den kleinsten Chemnitzer mit Anlauf, Gensel schlug nach dem Schlusspfiff eine gerade Linke in Vollendung. Ungestraft blieb in derselben Szene noch ein rüder Stockcheck ins Kreuz eines Chemnitzers (Name des Sünders der Redaktion bekannt). Kein falsches Mitleid: FASS ist wahrlich selber schuld.

 

 Sven Crefeld für Radio Eiskalt