

Sonnabend, 25.10.2008, 19.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
3 : 8 (1:4 1:3 1:1)
1:0 (01:24) Kuch (Fritschken) PP1, 1:1 (06:30) Schertz (Leciejewski, Reuter) PP1, 1:2 (15:49) Hurbanek (Geistler, Giermann), 1:3 (18:15) Zander (Mix, Werner), 1:4 (19:28) Schertz, 2:4 (23:02) Glöden (Roubicek), 2:5 (27:18) Mix (Hurbanek) PP1, 2:6 (34:12) Wunderlich (Berger), 2:7 (39:56) Werner (Leciejewski), 3:7 (45:05) Hecker (Kuch, Kugler) PP1, 3:8 (54:27) Leciejewski (Reuter, Krüger)
FASS: 18 - 8/6/4
ECC: 18 - 6/6/6
Die Vorzeichen für das erste Lokalderby der neuen Regionalliga-Saison zwischen den Eishockey-Teams von F.A.S.S. und ECC Preussen Berlin waren klar. Auf der einen Seite der Außenseiter aus Wedding, der die ersten drei Saisonspiele vor eigenem Publikum allesamt verloren hatte. Und auf der anderen die favorisierten Preussen vom EC Charlottenburg, für die die neue Spielzeit noch gar nicht so recht begonnen hatte. 805 Zuschauer im Erika-Hess-Eisstadion wurden am Samstag Zeuge eines Spiels, das in etwa so verlief, wie es zu erwarten war (
Impressionen siehe Fotostrecke im Tagesspiegel). Die Akademiker nutzten die Anfangsphase und setzten sich gegen die noch etwas rostigen ECC-Akteure sofort gut in Szene. Nach nur 84 Sekunden erzielte Daniel Kuch die Führung für F.A.S.S. Doch im Laufe der Partie wurde der Gast sicherer und dreht den Rückstand noch im ersten Drittel. So stand es nach 20 Minuten u. a. dank zweier Treffer von Ex-Eisbär Jan Schertz schon 4:1 für den Favoriten. Der wackelte anschließend auch nur noch einmal kurz nach dem 2:4, sorgte aber mit drei weiteren Treffern schnell für die endgültige Entscheidung.
Nach 60 Minuten hieß es dann 3:8 aus Sicht der Heimmannschaft, die sich allerdings einer zahlenmäßig überlegenen Preussen-Anhängerschaft ausgesetzt sah. Im vierten Saisonspiel in der Regionalliga Ost kassierte F.A.S.S. damit die vierte Niederlage in eigener Halle. Dennoch zeigte sich Spielertrainer Benjamin Hecker nach dem Lokalderby gar nicht so unzufrieden, auch weil bei seinem Team diesmal der Einsatz gestimmt hatte. “Aber wenn man erneut so viele Chancen liegen lässt, kann man nicht gegen so ein Top-Team gewinnen.“ Gegner ECC Preussen geht nach dem zweiten Auswärtssieg 2008/09 als Tabellenführer in die Punktspielpremiere vor eigenem Publikum am kommenden Freitag. Bisher läuft für den Top-Favoriten auf den Staffelsieg alles nach Plan - ganz im Gegensatz zum kriselnden Stadtrivalen, dessen Saisonziel Play-off-Teilnahme angesichts der momentanen Verfassung sehr hochgegriffen scheint. Allerdings reicht es, dafür drei andere Mannschaften hinter sich zu lassen - notfalls müssen die dafür erforderlichen Siege eben in der Fremde geholt werden.
Quelle:
Jörg Leopold im Heimvorteil - das Sportblog in Berlin für den Tagesspiegel
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Vier Heimspiele - vier Heimniederlagen. Die katastrophale Serie der Akademiker ging auch am Samstag gegen den Meisterfavoriten und Lokalrivalen ECC Preussen Juniors weiter. Dennoch sahen die über 800 Zuschauer in der Erika-Hess Eishalle ein sehr gutes Regionalligaspiel.
Vom ersten Bully an präsentierten sich die Akademiker als eine Einheit. Die vielen Gespräche während der Woche zeigten Wirkung. Voller Selbstvertrauen gingen die Weddinger sogar mit 1:0 in Führung. FASS zeigte sich für die Favoriten aus Charlottenburg erwartet unangenehm, versäumten es aber bereits in den ersten Minuten vorzulegen, sodass der ECC zum Ausgleich kam. Die Bestrafung erfolgte in den letzten fünf Minuten des ersten Drittels, als die Konzentration der Heimmannschaft merklich schwand. Mit 1:4 lagen die Preussen danach in Front.
Nach der ersten Pause kam der FASS mit sehr viel Zug zurück. Dieser wurde, auch wenn erneut die ersten Chancen ausgelassen wurden, durch Janis Glöden mit dem 2:4 umgesetzt. Wer nun aber erwartete, dass sich der als Top-Favorit angereiste ECC nachlassen würde, hatte nicht mit dem "Oldie des Tages", womit Jan Schertz gemeint ist, gerechnet. Dieser trieb sein Team immer wieder nach vorn und so gingen die Preussen mit einer verdienten 2:7 Führung in die zweite Pause.
Im letzten Drittel war "der Drops gelutscht" und beide Mannschaften zeigten ihren Fans noch viele offensive Kabinettstückchen. Aber auch da stand, wie bereits im ganzen Spiel zu sehen war, die Ladehemmung der Akademiker einem Eishockeyfest im Wege.
Nach der Niederlage zeigte sich Trainer Benjamin Hecker enttäuscht, dass die Niederlage doch so hoch ausfiel, nachdem seine Mannschaft diesmal sehr viel Einsatz gezeigt hat. "Aber wenn man erneut so viele Chancen liegen lässt, kann man nicht gegen so ein Top-Team gewinnen". Erfreut zeigten sich die Trainer Benny Hecker und Marco Rentzsch nach den vielen Diskussionen über die Schiedsrichterleistung der vergangenen Wochen. Absolut souverän leitete Felix Winnekens das Derby. So macht Eishockey wieder Spaß.
Gerald Hagen
Nach dem Auswärtserfolg sind die Preussen neuer Spitzenreiter, während FASS das Schlusslicht der Liga bleibt. Beim 3:8 (1:4, 1:3, 1:1) in einer fairen Begegnung vergaben die Akademiker allzu viele Torchancen.
805 Zuschauer, das ist Ligarekord bis dato, verteilten ihre Sympathien ungefähr gleichmäßig auf beide Mannschaften. Allerdings waren die Fans der Charlottenburger viel lauter. Sie hatten auch mehr Grund zum Jubel, denn nach Anlaufschwierigkeiten machte der Favorit deutlich, wer die Punkte mitnehmen würde. FASS verlor eine unterhaltsame Partie ohne taktisches Geplänkel. Das 3:8 war etwas zu hoch angesichts der Spielanteile, aber die Akademiker zeigten Sportsgeist und kämpften bis zum Schluss um ein besseres Resultat. Dieses Mal - es war die vierte Heimniederlage - hatten sie auch ihre Nerven im Griff. Das brisante Derby wurde von Schiedsrichter Winnekens souverän geleitet und blieb wohltuend fair. So gesehen war das Berliner Eishockey insgesamt auf der Siegerseite.
Den besseren Start hatte FASS: Schon nach 84 Sekunden gelang Daniel Kuch im ersten Powerplay der Führungstreffer. Doch die Gastgeber versäumten es, in einer weiteren Überzahl gleich nachzulegen. Stattdessen kam der ECC in der siebten Minute zum Ausgleich, als Paulick auf der Strafbank brummte. Torschütze war Jan Schertz, der sich viel stärker als beim Test gegen Braunlage präsentierte. Relativ unspektakulär lief das Spiel dem Drittelende entgegen, bis der Außenseiter innerhalb von wenigen Minuten auf die Verliererstraße geriet: Hurbanek, Zander und wiederum Schertz mit einem unwiderstehlichen Alleingang sorgten für einen 4:1-Vorsprung der Preussen. Da zeigte sich, dass die Verteidigung von FASS große Probleme hat, schnell kombinierende Stürmer zu stoppen. Hier liegt die Achillesferse. Im Durchschnitt sechs Gegentore pro Spiel sprechen eine klare Sprache.
Im zweiten Drittel begannen die Akademiker wieder stark, was mit dem 2:4 per Rückhand-Schlenzer von Glöden belohnt wurde. Sogar eine doppelte Unterzahl hatten sie fast schon überstanden, als Holger Mix mit einem Monster-Schlagschuss genau ins obere Toreck traf. Keine Chance für FASS-Keeper Vegelahn, der zuvor gute Paraden gezeigt hatte. Nach dem 2:5 waren die Preussen Herr im Haus. Sie begegneten FASS mit effektivem Forechecking und lauerten auf die Konter. Auf einen prachtvollen Pass von Berger schoss Wunderlich sogar das 2:6. Gegenüber vergab Aicher eine „Hundertprozentige“ allein vor Leonhardt, doch sein Versuch, die berühmte Truntschka-Pirouette zu kopieren, klappte nur zur Hälfte. War schön anzusehen, aber der Puck ging nicht ins Tor.
Wie überhaupt FASS auch an der mangelnden Chancenverwertung scheiterte. Es sieht immer vielversprechend aus, wenn Patrzek oder Schmidt den Turbo einschalten, aber vor dem gegnerischen Tor fehlt der Killerinstinkt. Den hatten an diesem Abend hingegen die erfahrenen ECC-Recken Schertz, Mix, Hurbanek und Leciejewski. Letzterer sprengte Sekunden vor der zweiten Pause nochmals die schwache FASS-Abwehr, brachte Vegelahn in Bedrängnis, und Verteidiger Werner (!) staubte ab. Mit 2:7 ging es also in die Kabinen. Abgesehen von einer kurzen Boxeinlage zwischen Fritschken und Werner blieb die Partie im friedlichen Rahmen. Der aufmerksame Schiedsrichter ließ beide Teams an der langen Leine laufen und lag damit richtig.
Obgleich das Spiel längst entschieden war, war FASS mannhaft entschlossen, sich nicht abschießen zu lassen. Dafür gebührt dem Außenseiter Respekt. Der insgesamt glücklos wirkende Spielertrainer Benjamin Hecker setzte ein Zeichen, als er in der 45. Minute mit einem Distanzschuss auf 3:7 verkürzte. Zuvor war Kugler bei einem Alleingang leer ausgegangen. Ebenso scheiterten mehrfach die Kollegen Patrzek und Masche. Es gab um die 50. Minute einige tolle Szenen vor dem Tor des ECC, und das bei einem Vier-Tore-Rückstand. Wenn die unter Wert geschlagenen Akademiker Trost suchen, sollten sie sich an ihrer guten Moral und Disziplin in dieser Spielphase festhalten.
Erst als Kuch in der 53. Minute einen Durchbruch von Reuter nur per Notbremse stoppen konnte und aufs Sünderbänkchen musste, war die Luft endgültig raus. Der ECC erhöhte noch auf 3:8, wobei Leciejewski seine gute Leistung mit einem Treffer krönte. Zweistellig wurde das Ergebnis nicht, weil die Preussen ihren Torhunger gestillt hatten. Das zeitweise muntere Scheibenschießen gegen die zu langsame FASS-Abwehr sorgte aber für sorgenvolle bis ratlose Mienen im Wedding. Offenbar sind die Lokalrivalen in dieser Saison nicht mehr auf Augenhöhe. FASS war nicht unbedingt fünf Tore schlechter, doch gegen den kompakten Kader des ECC wurden alle Problemzonen sichtbar.
Am Samstag konnten die Preussen in ihrem zweiten Meisterschaftsspiel den zweiten Auswärtssieg verbuchen. Der Lokalrivale FASS Berlin wurde mit 8:3 besiegt.
Einen Sieg errangen auch die Fans der Preussen, die im Stadion zahlenmäßig absolut überlegen waren und so für eine gute Stimmung für ihre Mannschaft sorgten.
Das erste Tor der Begegnung schossen allerdings die Hausherren durch Daniel Kuch, doch die Preussen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und schraubten durch zweimal Jan Schertz, Kay Hurbanek und Robert Zander das Ergebnis auf eine 4:1 Führung der Preussen.
Das zweite Drittel begannen die Fasser ebenso temperamentvoll wie das erste Drittel und konnten auch wieder das erste Tor im Drittel zum 2:4 Anschluss, diesmal durch Janis Glöden erzielen und wieder legten die Preussen nach und erzielten durch Holger Mix, Roman Wunderlich und Lino Werner den Spielstand zum 2:7.
Auch den Kritikern der Preussen dürfte inzwischen klar geworden sein, wer das Eis als Sieger verlassen wird, obwohl die Preussen im letzten Drittel etwas verspielt erschienen und nicht mehr mit der nötigen Konsequenz die Angriffe vortrugen. So war es erneut FASS, die durch ihren Spielertrainer Benjamin Hecker, eine Unachtsamkeit in der Abwehr der Preussen zum dritten Treffer nutzen konnten. Den krönenden Abschluss erzielte in der 55. Minute Stefan Leciejewski durch seinen Treffer zum 3:8 Endstand.
Damit übernahmen die Preussen auch die Tabellenführung und werden sie am kommenden Freitag beim ersten Heimspiel in der Meisterschaftsrunde gegen die Falken aus Jonsdorf hoffentlich nicht abgeben.
Quelle:
K. W. Riemer für den ECC