Regionalliga
Archiv 2008/09

FASS Berlin - EHV Schönheide

Sonntag, 16.11.2008, 13.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion

 

4 : 5 (2:1 0:3 2:1)

Tore

0:1 (07:19) Lenk (Schenkel), 1:1 (12:56) Kugler (Leibrandt, Kuch), 2:1 (13:41) Hecker (Patrzek), 2:2 (22:18) Wolf (Krehl), 2:3 (28:35) Jenka (Jun, Losch), 2:4 (38:06) Michel (Krehl, Köllner), 2:5 (42:46) Jun (Jenka, Losch) UZ1, 3:5 (46:11) Kuch (Kugler, Harloff) PP1, 4:5 (58:47) Fritschken (Patrzek, Tittus) U (+1, Tw vom Eis)

PIM

FASS: 19 + SpD (Kulczynski) - 6/29/4

EHVS: 25 + 10 (Maaßen) + SpD (Heumann) - 2/45/8

Berichte

Punkte gehen erneut in die Fremde

Nach einem spannenden und hart umkämpften Spiel bleiben die Akademiker in der Regionalliga Ost weiter ohne Sieg. Gegen den amtierenden Meister lautete das Resultat 4:5 (2:1, 0:3, 2:1). In der Partie musste FASS auf Förderlizenzspieler Jan Schmidt, der mit den Eisbären Juniors bei den Hannover Indians spielte, verzichten; dazu fehlten noch Roman Gries und Markus Paulick.

 

Bereits nach 10 Sekunden musste Schönheides Keeper Grunwald Kopf und Kragen riskieren um sein Team vor einen Rückstand zu bewahren. FASS legte los wie die Feuerwehr und erspielte sich Torchance um Torchance, aber wie schon in den vergangenen Wochen will die kleine schwarze Hartgummischeibe nicht so ins Tor, wie es die Berliner Spieler gern möchten. Und so kam es wie es kommen musste: Schönheide ging durch einen Konter von Stefan Lenk in der 9. Minute 0:1 in Führung. Doch die Gastgeber blieben dran, machten in der Folge ein gutes und schnelles Spiel. Insbesondere Benjamin Hecker und Jörn Kugler waren dabei die Initiatoren der zahlreichen Torchancen. Der Lohn folgte in Form eines Doppelschlags innerhalb von 45 Sekunden durch die beiden auffälligsten Stürmer. Mit dieser 2:1 Führung ging es dann in die erste Pause.

 

Im zweiten Drittel erhöhten die Schönheider Wölfe die Intensität und drehten das Ergebnis ebenfalls per Doppelschlag auf 2:3. Die Partie wurde nun härter - nach einer handfesten Auseinandersetzung vor dem Tor mussten Phillip Kulczynski und Schönheides Christian Heumann mit einer Spieldauerstrafe verfrüht unter die Dusche - und sollte die Strafbank dann mal doch unbenutzt bleiben, war FASS die optisch überlegene Mannschaft. Aber trotz aller erspielten Torchancen wollte der Puck nicht ins Tor der Wölfe. Im Gegenteil, kurz vor der zweiten Pausesirene schlug die Scheibe am verdutzten FASS Goalie Marcel Vegelahn vorbei zum vierten Mal ein. Mit dem Zwischenergebnis von 2:4 ging es in die zweite Pause.

 

Das Schlussdrittel war dann sehr ausgeglichen. Hüben wie drüben gab es immer wieder packende Szenen. Wölfe-Spielertrainer Daniel Jun feuerte in Unterzahl von der blauen Linie einen Schlagschuss ab und die Scheibe fand den Weg zum 2:5, vorbei am ungünstig positionierten Marcel Vegelahn, der aber ansonsten eine gute Partie ablieferte. Alle dachten, nun wäre der „Drops schon gelutscht“, aber Mitte des Schlussabschnitts gelang es Daniel Kuch in Überzahl auf 3:5 zu verkürzen. Nun wachten auch die Zuschauer wieder auf und feuerten ihre Mannschaft an. FASS kämpfte und Marc Fritschken gelang tatsächlich in der 59. Minute der 4:5 Anschlusstreffer, Marcel Vegelahn war da schon zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis gegangen. In der verbleibenden Spielzeit feuerten die Akademiker aus allen Rohren auf das Tor von Benjamin Grunwald, letztlich blieb es aber beim 4:5.

 

Das traurige Fazit bleibt, auch eine schöne Niederlage bringt keine Punkte. Irgendwann muss der Knoten platzen, nun halt beim Derby gegen den ECC Preussen in 14 Tagen.

FASS im Pech gegen Schönheide

Eine ganz enge Partie lieferten die Akademiker bei ihrer 4:5 (2:1, 0:3, 2:1)-Niederlage. Damit wächst die Serie der „roten Laterne“ auf sieben verlorene Spiele. Dennoch darf man sagen: Respekt, FASS!

 

Mit herzlichem Applaus verabschiedeten die Zuschauer ihre wackere Mannschaft. FASS hatte dem Favoriten einen großen Kampf geliefert und war nah am Remis. Auch wenn immer noch kein einziger Punkt auf dem Konto steht, sollte man nicht den Stab über dem Team brechen. Denn es geht aufwärts mit FASS, so absurd das klingt. Es fehlte schlicht das Schussglück. Das Engagement stimmte, die Aggressivität, die Disziplin. Aber ein paar Fragen bleiben. Zum Beispiel: Warum tauchte Torjäger Hecker im letzten Drittel sichtbar frustriert ab? Warum kassieren FASS-Goalies, selbst wenn sie voll auf dem Posten sind, am Ende immer ein (haltbares) Tor mehr als ihr Gegenüber?

 

Schönheide kam mit der Hypothek einer brutalen 5:10-Heimklatsche gegen Chemnitz am Vorabend. Dass der amtierende Liga-Meister 18 Stunden später nicht leer ausgehen wollte, zeigte sich schon daran, dass die Wölfe kein einziges ihrer Asse im Entmüdungsbecken gelassen hatten. Auch FASS bot drei Blöcke auf und hatte eine Überraschung parat: Gegen die Paradereihe des EHV mit Losch und Jun stellten die Akademiker folgende Starting Five: Leibrandt, Seelisch, Kugler, Kuch, Harloff. Sie seien hier erwähnt, weil sie ihre Sache immer wieder sehr gut machten. Und nicht nur als Zerstörer – mehrmals heizten sie den Top-Spielern von Schönheide kräftig ein. Zwei Tore erzielte dieser neue „erste Block“ von FASS, die Hälfte der Gesamtausbeute. Ein Extra-Lob an Leibrandt, der mit einigen schnellen Vorstößen für Gefahr sorgte. Auch Seelisch zeigte sich selbstbewusst und verbessert.

 

FASS drängte sofort auf die Führung, nach zehn Sekunden hatte Kugler eine dicke Chance. Ebenso Glöden in der 3. Minute, der allein vor Grunwald scheiterte. Die 231 Zuschauer konnten sich über ein offenes und flüssiges Spiel freuen, in dem FASS weiter nach vorn marschierte. Doch in der 8. Minute zeigte Schönheide erstmals seine gefürchtete Konterstärke: Mit einem geschickten Anspiel kurz vor die blaue Linie schickte Schenkel den Kollegen Lenk auf die Reise. Fast hatte Vegelahn den Schuss schon pariert, da ploppte der Puck auf die Torlinie, und Lenk musste nur den Schläger hinhalten. Danach wurde der junge Torwart zu einem immer stärkeren Rückhalt für FASS, etwa in doppelter Unterzahl nach 17 Minuten. Aber auch im Sturm gab es eine Glanzleistung: Das 1:1 von Kugler war ein total „unwahrscheinliches“ Tor. Leibrandt war auf der rechten Angriffsseite durchgebrochen, brachte die Scheibe in höchster Bedrängnis in die Mitte, und da stand Kugler goldrichtig. Diese „Bude“ war nicht so leicht, Riesenjubel beim Gastgeber.

 

Das 2:1 für FASS schoss Hecker, der in souveräner Manier das Spielgerät angelte, abschirmte und aus der Halbdistanz mit der Rückhand einschlenzte. So ging FASS mit einem knappen Vorsprung in die Kabine – das war verdient auch dank einer soliden Abwehr, die von der Abgeklärtheit des Routiniers Valentin Toader profitierte. Doch im zweiten Drittel kippte das Spiel. Nicht, dass es einen Sturmlauf der Schönheider gegeben hätte, aber ihre gelegentlichen Überfälle sind verteufelt effektiv. Zunächst traf Wolf mit einem Flachschuss, dann netzte Jenka eiskalt ein. Nun wurde die Partie rauher, aber der gute Schiedsrichter Schiffer zeigte oft die „nix, nix, nix“-Geste, insgesamt nicht zum Nachteil von FASS. Auch bei einigen abseitsverdächtigen Szenen der Berliner ließen die Zebras laufen. Nur beim Boxkampf von Kulczynski und Heumann war die Strafe klar, Feierabend für beide. Danach belagerte FASS das Tor von Grunwald, aber ohne Erfolg. Auf der anderen Seite das schockierende 2:4, Michel lief allein durch, zog nach innen und düpierte Vegelahn mit einem Schuss ins lange Eck. Das durfte einfach nicht passieren.

 

Wieder einmal war FASS um den Lohn seiner ansehnlichen offensiven Bemühungen gebracht. Unverdrossen rannten die Gastgeber neu an, aber dann zeigten die Schönheider Tschechen Jun und Jenka ihre Sonderklasse und machten kurzen Prozess mit der FASS-Abwehr: Doppelpass, Schlagschuss, drin. Alles schien verloren, doch als Neu-Wolf Krehl auf der Sünderbank war, gelang Kuch der Anschlusstreffer nach einem geduldig ausgespielten Powerplay mit Kugler und Harloff. Somit begann das Nervenspiel, in dem Schönheide den Vorsprung zäh verteidigte. Die mutige Entscheidung, schon bei 58:19 den Torwart herauszunehmen, zahlte sich aus: Tatsächlich schaffte Fritschken mit der Brechstange noch das 4:5. FASS fightete nach einer Strafzeit gegen Schönheide sogar mit sechs gegen vier Mann, das Tor blieb jedoch vernagelt. So gab es zwar keinen Punkt, aber ein höchst spannendes Match, das den Besuch im Weddinger Stadion vollkommen lohnte. Schade, dass nun zwei Monate bis zum nächsten Heimspiel von FASS vergehen werden.

 

 Sven Crefeld für Radio Eiskalt