

Sonnabend, 13.12.2008, 18.30 Uhr, Paul-Heyse-Str.
7 : 3 (3:2 1:1 3:0)
1:0 (04:14) Gasde, 2:0 (13:11) Zimmermann (Hendriks), 3:0 (13:21) Schulz (Gasde), 3:1 (17:37) J. Petereit (Postelnik) PP1, 3:2 (19:34) N. Petereit
4:2 (20:27) Schulz (Gasde) UZ1, 4:3 (36:40) Postelnik
5:3 (41:26) Hendriks (Gasde), 6:3 (43:44) Gasde, 7:3 (59:09) Schulz (Hendriks, Gasde)
FASS: 8 - 4/2/2
SGOE: 10 - 4/4/2
Die FASS Knaben verteilen zu Weihnachten einige Geschenke
„Wetten, dass FASS dieses Spiel noch verlieren kann“, grummelte es unter den Stammzuschauern im Paul-Heyse-Stadion nach dem zweiten Drittel. FASS war dem Gegner am Samstagabend, der Spielgemeinschaft OSC/ESC, läuferisch und technisch deutlich überlegen und führt doch nur knapp mit 4:3. Zu viele Abspielfehler in der Defensive, Torgeschenke an den Gegner, zu wenig Bewegung nach hinten und zu viele unnötige Alleingänge waren das Rezept, mit dem die FASSler ihren Fans einen ungewollt spannenden Abend verschafften. Erst der Doppelschlag von Walto Hendriks und Vanessa Gasde zu Anfang des letzten Drittels schaffte klare Verhältnisse auf dem Eis und sorgte für Beruhigung bei den Heimfans. Der Rest war ein kleines Eishockeyfest für FASS und ein deutlicher Heimsieg mit 7:3 (3:2 1:1 3:0) gegen den neuen Tabellenletzten.
Trainer Christian Leitloff, der den am Samstag verhinderten Pascal Kube als Chef an der Bande vertrat, hatte vor dem Eröffnungsbully noch gewarnt: „Heute wird es schwerer als gegen Erfurt. Im Lokalderby will jeder gewinnen. Meine Spieler müssen von Anfang an die richtige Einstellung aufs Eis bringen“. FASS konnte nach dem Überraschungssieg gegen Erfurt in der Vorwoche ein fast unverändertes Team aufbieten; nur Aaliyah Sarauer wurde in der zweiten Verteidigungsreihe durch die wieder gesunde Jessica Fischer ersetzt.
Tatsächlich knüpfte FASS in den ersten Spielminuten an die gute Leistung der Vorwoche an. Die erste Reihe um Nico Hartmann, der wegen der vorweihnachtlichen Verkehrsituation zu spät ins weit im Osten Berlins gelegene Stadion kam und erst wenige Sekunden vor dem Anpfiff auf das Eis gestürmt war, zwang den Gegner nach 34 Sekunden zur ersten Strafzeit, und nach 14 Minuten stand es 3:0 für FASS durch Tore von Vanessa Gasde, Leon Zimmermann und Dustin Schulz.
Warum FASS gegen denselben Gegner vor einigen Wochen noch verloren hatte, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu verstehen. Dann aber passte sich die Heimmannschaft an das Niveau der Spielgemeinschaft an. Manche Spieler versuchten sich im ziellosen Slalomlauf um die gegnerischen (und eigenen) Spieler, andere verpassten ihre Wechsel und blieben minutenlang auf dem Eis. Fast zwangsläufig fiel das 3:1, als FASS in Unterzahl ohne Absicherung nach vorne spielte. Der Puck ging verloren und Tormann Björn Nickel sah sich plötzlich drei gegnerischen Stürmern gegenüber. Da konnte selbst „die Wand“ seinen Kasten nicht mehr sauber halten. Danach folgten dann einige Minuten Eishockey zum Abgewöhnen. Die Pausensirene war eine Erlösung.
Im zweiten Drittel war deutlich zu spüren, dass sich das FASS-Team in das Spiel zurückarbeiten wollte. Jetzt zeigten die FASSler wieder ihre läuferische Überlegenheit und viele schöne Kombinationen. Es fehlte aber die letzte Entschlossenheit in den Offensivaktionen, so dass die vorzeitige Entscheidung ausblieb und die Nerven der FASS-Fans weiter strapaziert wurden. Die Mannschaft wirkte auch zunehmend frustriert. Es kam zu unnötigen Fouls, so dass die Mannschaft sogar noch eine Strafe mit in das dritte Drittel nahm.
In der Kabine wurde dann wohl Klartext geredet; ein verändertes FASS-Team mit neuer Geschlossenheit kam zum dritten Drittel aufs Eis. Vanessa Gasde war zu Walto Hendriks in die zweite Reihe gerückt, und die Reihe des neuen „Traumpaars“ von FASS zeigte danach schnelles Hockey mit Zug zum Tor. Ein Genuss war das Tor von Walto zum 5:3 in der 42. Minute, als er nach Vorlage von Vanessa allein auf die Torfrau der Spielgemeinschaft zufuhr und den Puck so schnell von der rechten Körperseite auf die linke und wieder zurückzog, dass man als Zuschauer schon beim Hinsehen die Orientierung verlieren konnte.
Es war wohl das letzte Spiel für Walto in dieser Saison für FASS, denn er wird zur Winterpause zu den Eisbären wechseln. Walto, der bei FASS das Eishockeyspielen erlernte, bestätigt damit den Ruf von FASS als Eishockey-Talentschmiede. Er wird eine Lücke bei FASS hinterlassen, wegen seiner mannschaftsdienlichen und intelligenten Spielweise, aber auch wegen seiner kameradschaftlichen Art abseits der Eisfläche. Sein Weggang ist auch eine Chance für die FASS-Zugänge dieser Saison, die auf mehr Eiszeit drängen, in den kommenden Spielen ihre Qualitäten zu zeigen.
Nach den ersten Minuten des dritten Drittels war das Spiel entschieden, und FASS spielte souverän der Weihnachtspause entgegen. Fünf Minuten vor Schluss verließ Torwart Björn Nickel unter Beifall das Eis. Sein Backup Leif-Eric Meißner konnte für den Rest des Spiels seinen Kasten sauber halten, und nach der Schlusssirene feierte die FASS-Mannschaft mit ihren Fans noch ausgiebig den zweiten Heimsieg dieser Saison.
Trainer Christian Leitloff war nach dem Spiel erwartungsgemäß zufrieden: „Die Mannschaft findet langsam zu ihrem Potential. Die viele Laufarbeit und das harte Training sind die Grundlage für den Erfolg.“ Der Trainer musste sein Team zwischendurch daran erinnern, dass auch die Stürmer mit nach hinten arbeiten müssen. „Das hat dann zum Schluss gut funktioniert. Besonders im letzten Drittel haben wir immer wieder schnell gewechselt, so dass die einzelnen Reihen das Spieltempo hochhalten konnten.“ Leitloff hob besonders hervor, dass alle Spielerinnen und Spieler Anteil am Sieg gehabt hätten. „Im Spiel gibt es manchmal Situationen, in denen der Trainer Umstellungen vornehmen muss. Das ist normal. Zu dem Sieg heute haben aber alle beigetragen, die auf dem Eis waren“.
FASS spielte mit Björn Nickel (ab 55. Minute Leif-Eric Meißner); Max George (A), Björn Bögner; Jessica Fischer, Victor Grossmann; Richard Grossmann, Heidi Bruce; Patrick Fritz, Nico Hartmann, Christopher Groß; Norman Schumann, Walto Hendriks, Leon Zimmermann; Tarek Kleber, Vanessa Gasde (C), Dustin Schulz (A); Julien Eichhorn.
EG/14. Dezember 2008
Nach dem Spiel hatten wir Gelegenheit mit Vanessa Gasde, heute wieder Kapitän bei FASS, über das Spiel und den bisherigen Saisonverlauf zu sprechen.
Wie war das Spiel heute aus Deiner Sicht?
Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meiner Mannschaft. Ab dem zweiten Drittel haben die Stürmer wieder nach hinten gearbeitet. Das ist natürlich ganz wichtig, wenn man ein Spiel gewinnen will. Im letzten Drittel haben wir dann auch darauf geachtet, die Verteidiger im Angriff mit einzubeziehen. Das hat schon ganz gut geklappt.
Wie war es im Vergleicht zu letzter Woche gegen Erfurt?
Da war es natürlich anstrengender.
Du warst heute wieder Kapitän. Machst Du das gerne?
Ja. Wir haben Aufstellung und auch die Kapitänsverteilung einfach wieder so gemacht wie im Spiel davor gegen Erfurt.
Findest Du es besser mit festen Kapitänen in einer Saison zu spielen?
Ich finde das einfacher, weil dann die Mannschaft weiß, auf wen sie hören soll, wenn es kritisch wird. Das sage ich jetzt aber nicht, weil ich in den beiden letzten Spielen Kapitän war.
Ist es für Dich eigentlich einfacher, in einer festen Reihe zu spielen oder findest Du es gut, die Reihen öfter zu wechseln?
In einer festen Reihe finde ich es besser. Da weiß man zum Beispiel, wie schnell die einzelnen Mitspieler sind und kann sich darauf einstellen.
Heute hast Du aber im letzten Drittel in einer anderen Reihe gespielt, oder?
Ja, ich habe mit Norman getauscht und bin in die zweite Reihe. Das war gut; wir haben ein paar schnelle Angriffe starten können. Schade, dass wir in dieser Zusammensetzung in dieser Saison nicht mehr spielen werden.
Denkst Du eigentlich auch mal über einen Vereinswechsel nach?
FASS ist mein Verein.
Kannst Du uns noch etwas zur bisherigen Saison der FASS Knaben sagen?
Insgesamt läuft es jetzt ganz gut. Wenn wir so weiter spielen, können wir in unserer Gruppe eigentlich jeden schlagen. Für mich selbst ist es nicht ganz einfach, denn ich will ja auch bei den Schülern spielen. Manchmal überschneiden sich leider die Termine mit der Knabenmannschaft.
Was müsst Ihr im Team noch verbessern?
Die Disziplin muss unbedingt besser werden, auch auf der Bank. Bei uns ist zu viel los auf der Bank, Spieler beschweren sich oder machen sich gegenseitig Vorwürfe. Das bringt nichts. Alle müssen sich auf das Spiel konzentrieren und immer bereit sein. So kenne ich das von anderen Teams und so sollten wir das auch machen.
Und Deine Weihnachstwünsche?
Dass ich gesund bleibe, wir weiter gewinnen und ich vielleicht mal wieder Kapitän sein darf.
Vielen Dank für das Gespräch.
Bitte schön, und schöne Grüße an alle Fans. Sie sollen uns auch im neuen Jahr weiter so gut unterstützen.
EG/13. Dezember 2008