

Freitag, 19.12.2008, 19.30 Uhr, Deutschlandhalle
12 : 2 (2:1 6:0 4:1)
0:1 (05:19) Fritschken (Schmidt), 1:1 (08:10) Werner (Zander), 2:1 (09:19) Schertz (Ciganovic, Hurbanek)
3:1 (21:23) Leciejewski (Reuter, Krüger) PP1, 4:1 (21:53) Krüger (Reuter), 5:1 (28:56) Reuter (Jeschke, Krüger), 6:1 (31:17) Hurbanek (Schertz, Ciganovic), 7:1 (33:20) Ciganovic (Hurbanek, Mix) PP1, 8:1 (36:05) Krüger (Leciejewski, Reuter)
9:1 (42:03) Krüger (Reuter, Leciejewski), 10:1 (43:54) Jentzsch (Reuter, Leciejewski), 10:2 (47:14) Patrzek (Masche), 11:2 (52:35) Wunderlich (Konietzki, Werner), 12:2 (53:39) Hurbanek (Ciganovic, Watzke)
ECC: 14 - 4/8/2
FASS: 24 + 10 (Hecker) - 20/8/6
Im dritten Derby waren die Akademiker stehend K.o. Der ECC siegte locker mit 12:2 (2:1, 6:0, 4:1) und bleibt über Weihnachten Tabellenführer. Um FASS muss man sich große Sorgen machen.
Die schlechteste Mannschaft im höheren deutschen Spielbetrieb ist derzeit der Herner EV 1b, der neulich 0:25 gegen Dortmund verlor. Aber wenn FASS Berlin so weitermacht, dann ist diese Dimension der Überforderung nicht mehr fern. Was die Akademiker im Derby bei den Preussen ablieferten, hatte mit sportlicher Konkurrenz nichts zu tun. Das war Alibi-Eishockey vom Feinsten: Man fuhr sein Trikot spazieren, der Gegner konnte eine Menge Scorerpunkte einstreichen, die Zuschauer zahlten bis zu neun Euro Eintritt, die ECC-Fans durften ihre Schadenfreude zelebrieren - nur eine Mannschaft von FASS, die sich ernsthaft wehrte, die hat niemand gesehen. Das macht diesen hohen Sieg so schal und traurig.
Die Preussen ohne Geistler und Rentzsch, bei FASS fehlten Kuch und Tittus. In den ersten fünf Minuten fielen noch keine Tore, aber es ergab sich sofort ein groteskes Bild. Die Spieler von FASS standen nur hinten herum und griffen ihre Gegner kaum an. Als würde eine Landesliga-Mannschaft auf dem Eis stehen, die froh wäre, wenn es weniger als 15 Gegentore geben sollte. Trotz Powerplay des ECC ging diese Taktik zunächst auf. Als Fritschken den ersten Konter mit einem Abstauber zum 0:1 abschloss, da stand alles auf dem Kopf. Gleich danach hatten Masche und Patrzek eine weitere Chance, und im FASS-Tor machte Nitschke anfangs einen guten Eindruck. Hatten die Akademiker vielleicht nur geblufft?
Hatten sie nicht. Ab der 9. Minute brach das Unheil über die Gäste herein. Mit einem abgefälschten Schlenzer brach Verteidiger Werner den Nimbus von Nitschke. Anschließend kombinierten Hurbanek, Ciganovic und Schertz die lahme FASS-Abwehr aus. Im Powerplay brachten die Akademiker nichts zustande, sie kamen nicht einmal in die Grundaufstellung. Dass es nur 2:1 nach dem ersten Drittel stand, war schon seltsam. Angesichts einer Verteidigung, die auch in der Sachsenliga große Probleme hätte, war das ein schmeichelhaftes Ergebnis für FASS. Damit hätte man erhobenen Hauptes ins zweite Drittel gehen können, aber wie so oft waren die Weddinger erpicht auf weitere Hypotheken. Schmidt kassierte bei 19:59 eine kleine Strafe, Hecker reklamierte und bekam zehn Minuten Kühlbox verordnet.
In dieser Zeit machten die Preussen kurzen Prozess mit dem Schlusslicht der Liga. Leciejewski in Überzahl und Krüger, der im Fallen den Puck herrlich über die Linie bugsierte, erhöhten auf 4:1. Dann hatte FASS bei einer doppelten Überzahl von 69 Sekunden seine letzte Gelegenheit, das Spiel offen zu halten. Doch nichts gelang, die Mannschaft kapitulierte nun in enttäuschender Weise. Der ECC durfte fortan wie im Training herumspielen und lehrbuchartige Angriffe ausprobieren. Mit einem schönen Tor von Reuter, der einen Schlagschuss von Jeschke planmäßig einspitzelte, schraubten die Preussen die Führung auf 5:1. Kurz danach tauchten 25 Eisbären-Ultras in der Gästekurve auf und heizten die Derby-Stimmung auf. Was auf dem Eis passierte, war nicht mehr der Rede wert. Der ECC schoss drei weitere Tore, der FASS-Keeper war genauso schlecht wie seine Vorderleute, Gegenstöße gab es keine mehr.
Im Vorfeld wurde ja spekuliert, welcher FASS-Spieler sich für einen Wechsel zum ECC empfehlen könnte. Antwort: Keiner. Die einzige gute Aktion im letzten Drittel brachte Patrzek, der den zweiten Treffer mit einem Schrägschuss in den Winkel erzielte. Andererseits hat der ECC vielleicht Bedarf im Sturm. Es fällt ja auf, dass die Trainer ihrer dritten und vierten Reihe nicht viel zutrauen. Wer gegen den Tabellenletzten bis zum 8:1 fast nur auf die ersten beiden Formationen setzt, will entweder den Gegner demütigen oder die interne Hierarchie zementieren. Es ist nett, wenn auch Jentzsch oder Wunderlich noch ihr Tor machen, aber das Schaulaufen des letzten Drittels hatte keinen sportlichen Wert mehr. Boxer, die stehend K.o. sind, werden aus dem Kampf genommen. FASS war längst fällig.
Ein einmaliger Ausrutscher war hoffentlich die fürchterliche Beschallung dieses Spiels. Mit dem viel zu lauten, knüppelharten Gestampfe versuchte der DJ, in jeder freien Sekunde die Fans zur Karaoke zu animieren. Total überzogen! Bisher gab es beim ECC eine angenehme Pausen-Untermalung mit guten Oldies und auch härteren Sachen von heute, immer etwas laut, doch meistens hörenswerte Musik, kein hirnloser Krach. Der Sport sollte das Wichtigste bleiben. Die Deutschlandhalle ist keine Großraumdisco.
Mit einem deutlichen 12:2 Kantersieg gewannen die Preussen auch die dritte Begegnung im Berliner Duell gegen FASS Berlin. Die Preussen gehen damit als Tabellenführer in die Weihnachtsfeiertage und FASS bleibt weiter Hüter der roten Laterne.
Dabei fing alles so gut für die Fässer an, in der 6. Spielminute erzielte Marc Fritschken den Führungstreffer, die Preussen warteten auf den Abseitspfiff doch FASS behielt den Überblick. Vom Spielverlauf war es ausgeglichen und die Torhüter Marcel Vegelahn von FASS und der Preusse Björn Leonhardt konnten ihr Können unter Beweis stellen. Die Preussen setzten die Order der Trainer gut um, gewannen Spielanteile und konnten in der 9. Minute durch Lino Werner ausgleichen und eine Minute später erzielte Jan Schertz die Führung zum 2:1. Bei FASS breitete sich die alte Krankheit Strafzeiten wieder aus und mit 6 Strafzeiten gegenüber 2 bei den Preussen ging es in die erste Pause. Typisch für FASS eine 10 Minuten Disziplinarstrafe für den Spielmacher Benni Hecker zum Pausenbeginn.
Diese Strafe rächte sich dann auch zum Beginn des zweiten Drittels, mit einem Doppelschlag in der 22. Minute durch Stefan Leciejewski und Marvin Krüger fiel mit dem 4:1 praktisch eine Vorentscheidung im Spiel. Die Preussen weiter sehr konzentriert, in ihrer Spielweise legten sie noch weitere vier Treffer durch Philip Reuter, Kay Hurbanek, „Cico“ Ciganovic und Marvin Krüger nach. Die Liste der Torschützen mit fünf Schützen bei sechs Treffern im zweiten Drittel zeigt auch die Ausgeglichenheit in der Mannschaft und in den einzelnen Sturmreihen und lässt für die Zukunft noch viel Gutes erwarten. Den 900 Zuschauern wurde alles geboten, auch eine handfeste Rauferei zwischen Jan-Hendrik Seelisch und Lino Werner, ein Übergriff des Feuers auf beide Teams konnte gerade so durch einige besonnene Spieler verhindert werden, beide Kontrahenten mussten auch nur für 2+2 Minuten in die Kühlbox.
Im letzten Drittel bekam dann auch die vierte Sturmreihe ihre Chance und Youngster Nico Jentzsch bedankte sich mit dem 10. Tor für die Preussen, verbunden mit der Zahlung einer Kiste Bier bei der Mannschaft. Ein kleiner Schönheitsfehler in der Statistik der Preussen war in der 48. Minute allerdings der zweite Treffer von FASS, der schön herausgespielt und durch Fabio Patrzek verwandelt wurde. Zehn Minuten vor Spielende durfte sich dann Björn Leonhardt auf seinen bevorstehenden Geburtstag vorbereiten und Edelreservist im Preussentor, Robert Pahlen wurde für seinen Trainingsfleiß belohnt und konnte auch das Tor sauber halten, Marco Guthke war verletzt und Steven Kügow beruflich verhindert.
Mit diesem schönen Sieg geht es jetzt in die Weihnachtspause und die Preussen bedanken sich bei allen Zuschauern, Freunden, Fans und Helfern und wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. (...)
Quelle:
K. W. Riemer für den ECC