

Sonnabend, 17.01.2009, 19.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
6 : 3 (2:0 3:1 1:2)
1:0 (00:34) Hecker (Kuch, Gensel), 2:0 (15:21) Kuch (Gensel)
2:1 (20:53) Marmota UZ1, 3:1 (32:30) Winkler (Schmidt), 4:1 (35:24) Hecker (Seelisch, Gensel), 5:1 (36:02) Patrzek (Fritschken)
5:2 (41:08) Marmota (Kohl) PP2, 5:3 (49:41) Kohls (Rösler) UZ1, 6:3 (58:12) Kuch (Masche)
FASS: 20 - 6/8/6
EHCJ: 12 - 0/4/8
Na endlich! Mit einem verdienten 6:3 gegen Jonsdorf haben die Akademiker ihre schwarze Serie beendet. Der neue Torwart und treffsichere Stürmer sorgten für Glücksgefühle im Wedding.
Schon die Auswärtsspiele in Chemnitz und Jonsdorf hatten einen Aufwärtstrend bei FASS gezeigt: Nur mit viel Pech war die Mannschaft jeweils am Sieg vorbeigeschrammt - kein Vergleich zu den zweistelligen, peinsamen Niederlagen im Dezember. Bei den Falken gab es immerhin ein Remis nach 60 Minuten, und so war klar, dass beim Rückspiel im Erika-Hess-Eisstadion nichts als ein „Dreier“ zählte. Zur Erinnerung: Mit einem damals überraschenden 1:3 gegen Jonsdorf begann am 27. September 2008 die schwarze Serie von 14 Spielen mit (nach alter Zählung) 1:27 Punkten und 104 Gegentoren. Damit sollte nun endlich Schluss sein. Hoffnung machte der Einsatz eines neuen Torwarts, Clemens Heringer aus Kaufbeuren, dem Trainer Seppo Alander nach zwei Trainingseinheiten das Vertrauen schenkte.
Vom ersten Bully an wirkten die Akademiker wild entschlossen, und das wurde auch sofort belohnt. Gensel schickte mit einem präzisen Steilpass Kuch, der ging links durch, schob einen ganz langen Querpass nach innen, wo Hecker wartete und die Scheibe kaltblütig zum 1:0 versenkte. Das war genau das Zeichen, das alle brauchten, Mannschaft, Gegner und Publikum. Und FASS machte deutlich, dass man heute fighten würde. Zu oft ging eine Führung schnell verloren, dieses Mal nicht. Prächtig waren die respektlosen Checks von Seelisch, der immer besser wird. Hecker spielte gut für das Team, verteilte die Pucks. Von Jonsdorf war zunächst nicht viel zu sehen, den Angriffen der Falken fehlte der Tordrang. Es brauchte schon einen Horror-Fehlpass von Lefelmann in der eigenen Zone, um Pesek eine Hundertprozentige zu servieren, aber der Tscheche schoss übers Tor. Im Gegenzug erzielte Kuch den zweiten Treffer für FASS: Er konnte einen Abpraller nach Schlagschuss von Gensel verwerten.
Erst zum Ende des Drittels machte Jonsdorf richtig Druck. Nicht weniger als drei Großchancen konnte Heringer in der 20. Minute entschärfen. Der neue FASS-Torwart, 1,74 Meter groß und Linksfänger, hielt den Vorsprung fest. Sein gutes Stellungsspiel und fixe Reaktionen machten ihn zum Ruhepol. Nur beim Spiel hinter dem Tor muss die Abstimmung mit der Abwehr verbessert werden, da gab es einige Missverständnisse, die Gefahr erzeugten. Doch ging FASS zu Null und mit einer sicheren Führung in die Kabine. Die Leitwölfe im Sturm hatten zugebissen, das übrige Team spielte taktisch diszipliniert.
Jonsdorf verkürzte schon in der 21. Minute den Rückstand, als Marnota im Powerplay völlig unbedrängt in die rechte Torecke schießen durfte. Jetzt wurde es enger, aber FASS ließ sich nicht dominieren. Dafür sorgten auch Spieler wie Harloff, der in dieser Phase sehr agil nach vorn spielte. Vielleicht war es sogar schlau von Verteidiger (!) Kugler, für eine Notbremse seine dritte kleine Strafe zu nehmen. Spätestens beim guten Powerplay der Jonsdorfer zur Mitte des Spiels bewies Heringer, dass er die Lösung des Torwartproblems von FASS sein kann. Und nachdem Masche beim Konter noch eine Pirouette zuviel gefahren war, machte es Winkler in der 33. Minute besser: Er hatte die Scheibe magisch an der Schaufel kleben und schloss sein Solo mit einem brillanten Lupfer ab. Absolut überzeugend war auch das Zusammenspiel von Gensel, Seelisch und Hecker, das der einstige Spielertrainer mit seinem zweiten Treffer des Tages krönte.
Der Gast war für einige Minuten nicht im Bilde, das nutzte FASS zur Entscheidung. Patrzek machte auf Vorlage von Fritschken das 5:1, was sogar den sonst so starken Torwart Dirksen angeknockt zu haben schien. Aber anders als am Vorabend gegen den ECC gab es keinen Wechsel bei Jonsdorf, so dass Ivonne Schröder weiter die ungeliebte Bank drücken musste. Schrecksekunde hingegen für die Akademiker: Kurz vor Ende des zweiten Drittels verletzte sich Neuzugang Heringer (erste Diagnose: Bänderdehnung), also ging Vegelahn ins Tor. Aber es passte zur gelungenen Dramaturgie des Spiels, dass auch die Nummer Zwei ihren Anteil am Sieg hatte. Vegelahn hielt gut, wurde allerdings auch häufig voll auf den Mann beschossen.
FASS förderte die Spannung, indem überflüssige Strafzeiten gegen Kuch und Masche den Falken eine doppelte Überzahl schenkten, was zum 5:2 führte. Bei eigener Überzahl kassierten die Berliner das dritte Jonsdorfer Tor, als Kohls nach steilem Pass Vegelahn austanzte. Zuvor hatte Glöden, der den „bösen Buben“ markierte, einen langen Boxkampf gegen Havlik gewinnen können. Ansonsten passierte nicht mehr viel, FASS konterte gut dosiert, der Schiedsrichter ließ stets großzügig laufen, darunter auch mehrmals Handpässe… Jonsdorf kam nicht mehr zur letzten Offensive, da Kuch mit einem satten Schlenzschuss alles klar machte. Der erste Heimsieg war souverän und vollauf verdient. Weiter so.
Die Falken hatten sich sicher einiges vorgenommen für das zweite Spiel des Doppelwochenendes in Berlin. Der Start jedoch missglückte und man sah sich nach ca. 30 Sekunden schon mit 0:1 zurück liegen. Das Spiel ging hin und her, wobei die Fässer aggressiver nachsetzten. Den Falken versprang des Öfteren die Scheibe schon bei den Aufbaupässen, so dass diese nicht ins gegnerische Drittel gelangten. Nach ca. 15 gespielten Minuten lief es dann endlich etwas besser und das Geburtstagskind des Tages, Michal Pesek, hatte die Chance zum Ausgleich auf der Kelle, verzieht aber über das Tor. Genau in dieser Phase gelang den Berlinern das 2:0. Doch die Falken setzten weiter nach, leider fehlten oft die berüchtigten paar Zentimeter bei Pässen oder Torschüssen.
Die Falken begannen im zweiten Drittel, wie sie im ersten aufhörten und so gelang Milan Marnota in der 21. min auch endlich der Anschlusstreffer zum 2:1. Das Spiel sah jetzt aus Jonsdorfer Sicht bedeutend besser aus. Man erarbeitete sich Chancen und spielte auch das Powerplay ganz gut, leider ohne weiteren Torerfolg. Zu diesem Zeitpunkt trafen die Berlinern zum 3:1 und wieder war der Zwei-Tore-Abstand hergestellt - schade! Was dann folgte, ist nicht zu erklären. Die Abwehr der Falken schien einige Male ziemlich durcheinander und in wenigen Minuten stand es 5:1 für Fass Berlin. Das war bitter!
Im letzten Drittel hatten die Falken gleich zu Beginn die Möglichkeit, in doppelter Überzahl zu agieren. Und wieder war es Milan Marnota, der diese Chance nutzte und in der 42. Minute zum 5:2 traf. Jonsdorf spielte weiter bemüht und deutlich besser als im ersten Drittel. Dann gab es Strafe gegen Jonsdorf wegen Beinstellens und Fass versuchte, sich im Falkendrittel in Aufstellung zu bringen. Aber Ch. Rösler kann die Scheibe abfangen, passt auf P. Kohls, der eins auf null kontert und zum 5:3 trifft! Es waren noch 10 Minuten zu spielen. In der Folge kreuzten die Berliner wieder einige Male sehr gefährlich vor dem Kasten von B. Dirksen auf. Dann wieder Jonsdorf am Drücker und die Berliner befreiten sich mehrmals mit Icings. Der EHC machte noch einmal ziemlich Druck in der Schlussphase des Spiels, aber irgendwie will der Anschlusstreffer nicht fallen. Dass die Berliner in dieser Offensivphase der Falken das 6:3 markierten, konnten die mitgereisten Fans verschmerzen.
Dennoch Falken: Kopf hoch, Ihr habt in dieser Saison schon viel erreicht!
Quelle:
Jonsdorfer Falken