Knaben
Archiv 2008/09

SG OSC/ESC Berlin - FASS

Sonntag, 22.02.2009, 09.30 Uhr, Eisstadion Neukölln

 

3 : 2 (0:0 1:1 2:1)

Tore

1:0 (30:35) Peterreit (Bartusch), 1:1 (39:52) Hartmann

 

2:1 (42:35) Bartusch, 2:2 (53:36) Hartmann (Bruce, Winkler), 3:2 (59:10) Bartusch,

PIM

SGOE: 4 - 0/4/0

FASS: 2 + 10 (Nickel) - 0/0/12

Berichte

Eishockey im Herzen

FASS-Knaben aber ohne Punkte in Neukölln

 

Nach dem klaren 7:3 gegen die Spielgemeinschaft OSC/BSchC vor einigen Wochen wollten die FASS Knaben auch heute im Spiel gegen denselben Gegner einen Sieg einfahren. Am Ende einer spannenden Partie verlor FASS aber mit 2:3 (0:0, 1:1, 1:2). Mit traurigen Gesichtern kamen die FASSler vom Eis, aber einige Minuten nach dem Spiel zeigten sich die Weddinger schon wieder zuversichtlich. „Dann müssen wir eben nächstes Wochenende in Halle die Punkte holen“, hieß es auf dem Weg aus der Kabine.

 

FASS trat ohne einige Spieler an, die den vergangenen Partien häufig das Rückgrat der Mannschaft gebildet hatten. Schon in den ersten Minuten wurde aber klar, dass sich das Team heute, vielleicht wegen der fehlenden Mitspieler, besonders motiviert zeigte. FASS spielte mit zwei Verteidigungsreihen und drei Sturmreihen in wechselnder Besetzung. In den ersten Minuten wurden mit Glück und einem sicheren Torhüter die Angriffe der Spielgemeinschaft abgewehrt. Danach erarbeitete sich FASS immer wieder gute Einschussmöglichkeiten. Im zweiten Drittel sicherten sich die Weddinger sogar ein deutliches Übergewicht auf dem Eis.

 

Nicht alle Spieler bei FASS konnten aber das recht hohe Tempo der eigenen Mannschaft mithalten. Aus einer Unkonzentriertheit heraus fiel in der 33. Minute das 0:1, als FASS zu lange benötigte, um den Puck aus der Gefahrenzone zu befördern. Nico Hartmann gab kurz danach seiner Mannschaft das Selbstvertrauen zurück und schloss einen Sololauf mit einem trockenen Flachschuss in das rechte Toreck ab. Endlich hatte sich der hohe Aufwand der Mannschaft gelohnt. Gegen die körperlich stabile Abwehr der Spielgemeinschaft gab es immer wieder schmerzhaften Kontakt mit der Bande, und manche Spieler mussten die Zähne zusammenbeißen, um beim nächsten Wechsel wieder mit neuem Mut aufs Eis zu kommen.

 

Auch heute wurde wieder klar, dass nur schnelles und direktes Spiel das Eishockey zu einer attraktiven Sportart macht. Ohne Lauftraining und Konditionsarbeit wird es also für die FASS Spieler auch in den kommenden Monaten nicht gehen. Die läuferische Überlegenheit von FASS Ende des zweiten Abschnitts war deutlich, aber die Kraft reichte bei vielen Spielern nicht, um auch noch das letzte Drittel konzentriert zu Ende zu spielen. Die Spielgemeinschaft war durch ein recht zweifelhaftes Tor in der 43. Minute zum zweiten Mal in Führung gegangen. Wiederum konnte Nico Hartmann, diesmal auf Vorlage von Heidi Bruce und Florian Winkler, für FASS ausgleichen. In Unterzahl hatten sich die FASSler vor das gegnerische Tor durchgespielt und Florian, Neuzugang in der Winterpause, konnte seinen ersten Scorerpunkt im FASS-Trikot feiern.

 

Im letzten Drittel häuften sich bei FASS aber die Alleingänge und die Unkonzentriertheiten, so dass nicht mehr so viel Druck auf das gegnerische Tor entwickelt werden konnte. Als ein Spieler mehr zur Uhr als zum Puck sah und die anderen wohl auch schon in Gedanken beim Penaltyschiessen waren, lag die Scheibe wieder frei vor dem FASS Tor - die Spielgemeinschaft schaltete schneller und zum Entsetzen der Weddinger zappelte der Puck im Netz. FASS reichte die Zeit nicht mehr, um ein drittes Mal auszugleichen.

Glanzstück bei FASS war heute die sehr konsequent spielende erste Verteidigungsreihe mit Patrick Fritz und Nico Hartmann. In der Offensive fehlten die überraschenden und genauen Spielzüge, und viele Spieler hatten Probleme, die richtigen Laufwege in Angriffs- und Abwehraktionen zu finden. Die fehlenden Akteure und die Umstellungen machten sich bemerkbar. Trotz der unglücklichen Niederlage und der vielen kleinen Fehler, die sich bei FASS in das Spiel einschlichen, überzeugten die Weddinger heute ihre Fans mit ihrem Einsatz und ihrem Zusammenhalt. Auch nach der Schlusssirene stand die Mannschaft zusammen. Es sah so aus, als ob hier tatsächlich ein Team zusammenwächst, mit Eishockey im Herzen.

 

FASS spielte mit Björn Nickel; Nico Hartmann, Patrick Fritz, Richard Grossmann, Heidi Bruce; Björn Bögner, Norman Schumann, Victor Grossmann, Max George, Leon Zimmermann, Tarek Kleber, Christopher Groß, Tim Kaiser, Florian Winkler

 

EG/22. Februar 2009

Nachgefragt

Patrick Fritz, heute mit einer starken Leistung in der Defensive von FASS, gab nach dem Spiel Auskunft über die Stimmung in der FASS Kabine.

 

Seid Ihr sehr enttäuscht?

 

Ja, wir sind schon sehr enttäuscht, dass wir die Punkte nicht geholt haben. Jetzt müssen wir im nächsten Spiel umso mehr Gas geben.

 

Weshalb habt Ihr Deiner Meinung nach heute verloren?

 

In den ersten zehn Minuten des Spiels sind wir nicht gerannt. Wir waren irgendwie gar nicht richtig da. Das hat uns später gefehlt. Das haben wir falsch gemacht. Und außerdem sind uns im letzten Drittel ein paar Sekunden geklaut worden, weil die Uhr weiter gelaufen ist. Vielleicht hätten wir den Ausgleich noch geschafft.

 

Wer war heute die bessere Mannschaft?

 

Ich fand es ziemlich ausgeglichen. Wir hätten jedenfalls auch gewinnen können. Das zweite Tor der Spielgemeinschaft hätte übrigens nicht zählen dürfen. Björn hatte den Puck schon sicher und hat dann einen Schlag auf die Fanghand bekommen. Das muss abgepfiffen werden.

 

Wir beurteilst Du Deine eigene Leistung?

 

Heute war ich damit ganz zufrieden. Mir sind ein paar gute Pässe gelungen und ich habe meinen Körper immer fair eingesetzt beim Verteidigen. Mit Nico als Nebenmann lief es ganz gut.

 

Wir war Eure Plus-/Minusbilanz?

 

Positiv, aber darauf kommt es nicht so an. Wir wollten als Team das Spiel gewinnen.

 

Wir entwickelt sich die Mannschaft Deiner Meinung nach?

 

Ich finde, wir spielen jetzt mehr zusammen. Es macht Spaß, in der Mannschaft zu spielen. Eigentlich ist es sogar ganz toll. Ich denke, wir können in Zukunft noch besser spielen und etwas erreichen.

 

Euch haben ja heute ein paar Spieler gefehlt. Wir war das?

 

In den ersten Minuten haben wir sie noch vermisst, aber dann hat man das auf dem Eis vergessen.

 

Was willst Du bei Dir in den nächsten Wochen verbessern?

 

Meine Schüsse von der blauen Linie müssen schärfer und präziser werden. Das will ich jetzt mehr üben. Und natürlich ist immer wichtig, auf die Kondition zu achten.

 

EG/22. Februar 2009