Regionalliga
Archiv 2009/10

FASS Berlin - Harzer Wölfe Braunlage

Sonnabend, 26.09.2009, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion

 

1 : 6 (0:1 1:3 0:2)

Tore

0:1 (19:51) Bippus (Bilstein)

 

0:2 (23:11) Bilstein (Deibert), 0:3 (26:38) Öttl PP2, 0:4 (32:53) Schock (Deibert), 1:4 (33:26) Kruggel (Labuhn, Harloff)

 

1:5 (53:36) Schulz (Bippus) PP1, 1:6 (59:40) Schneider (Schulz) PP1

 

Besonderheit: Sebastian Albrecht hält einen Penalty von Benjamin Schulz (34:58).

PIM

FASS: 20 - 2/8/10

ESCB: 4 - 2/0/2

 

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Fotos vom Spiel

Berichte

FASS versagt gegen ein paar Wölfe

Nichts, aber auch gar nichts lief im zweiten Treffen mit Braunlage zusammen. Beim 1:6 (0:1, 1:3, 0:2) gegen das letzte Aufgebot der Harzer zeigten die Akademiker vor allem im Sturm eine klägliche Leistung.

 

Einen Tag nach dem 3:1-Auswärtssieg am Wurmberg schien die Sache beim Anpfiff für FASS geritzt: Heimvorteil gegen eine Harzer Minitruppe von 1+11 Wölfen. Aber so ist Sport, es kann auch gegen jede Papierform laufen. Vor einem Jahr passierte dem ECC genau dasselbe gegen Braunlage. Die Wölfe sind offensichtlich der Auswärtsspezialist der Regionalliga; schon gegen Erfurt drehten sie im Rückspiel den Spieß überraschend um. FASS spielte mit Daniel Kuch im ersten Sturm anstelle von Rumid Masche, der beruflich verhindert war. Verletzungsbedingt fehlte - nach dem überharten Freitagsspiel - Jan-Hendrik Seelisch in der Abwehr, außerdem André Winkler. Dafür zeigten sich die Youngster Patrick Balko und Philip Labuhn dem spärlichen Publikum. Im Tor begann Christian Krüger, der aber in der 33. Minute nach vier Gegentoren die Nase voll hatte und Platz für Sebastian Albrecht machte.

 

Die Blamage von FASS war einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu verdanken - geschlossen schlecht. Schwere Beine, kein Auge für den Mitspieler, ungenaue Pässe, technische Unzulänglichkeiten, harmlose Schüsse. Es fehlte an Konzentration und Biss 60 Minuten lang. In der neutralen Zone konnten die Braunlager mit simplen Kombinationen immer wieder die reaktionsschwachen Berliner überlaufen, weil diese falsch standen, nicht genug störten und überhaupt nur selten konsequent deckten. Da FASS oft einen Schritt zu spät war, gab es viele dumme Strafen und im Mitteldrittel sogar einen berechtigten Penalty, den Albrecht abwehren konnte. Um das Déjà -Vu zur vergangenen Seuchensaison zu komplettieren, begannen auch wieder die absolut "akademischen" Debatten mit dem Schiedsrichter. Sehr erfrischend zwar, wie Jörn Kugler empört "Das war ein Hüftcheck, Mann" rief, aber Referee Marcel Metzkow hatte eine andere Auslegung, und im Powerplay der Wölfe fiel prompt das fünfte Tor.

 

Anfangs hatte man das Gefühl, dass Braunlage nur Stefan Bilstein als Alleinunterhalter nach vorn schicken würde. In der 9. Minute hatte der gefährliche Stürmer auch die erste richtige Torchance des Spiels, doch Krüger stoppte seinen Alleingang nach einem Steilpass. Noch schlimmer schwamm die Abwehr in der 16. Minute, als Bilstein alle Berliner austanzte, dann aber kurz vor Krüger links am Kasten vorbei schoss. Von FASS war schmählich wenig zu sehen. Was aufs Tor von Braunlage ging, war nicht bedrohlich für den souveränen Keeper Mario D'Antuono. Die einzige gute Szene hatte Benjamin Hecker in der 19. Minute , als er im Powerplay mit einer Direktabnahme ein schönes Geschoss abschickte. Doch im Gegenzug fiel das fatale erste Tor für Braunlage - nach einem vermeidbaren Puckverlust von Hecker. Die Scheibe kam zu Andreas Bippus, der eben die Strafbank verließ. Kein FASS-Spieler hatte diese nicht so ungewöhnliche Situation antizipiert. Allein auf Krüger zulaufend, setzte Bippus einen satten Schlagschuss in den oberen rechten Torwinkel.

 

Im zweiten Drittel wurde endgültig klar, dass die Mannschaft von FASS die ansprechende Leistung des 4:6 gegen Rostock nicht würde wiederholen können. Erst drei Minuten waren gespielt, als Bilstein einen Abpraller von der Bande (Alexander Deibert hatte unbehelligt von der blauen Linie geschossen) leicht und locker zum 0:2 einnetzen konnte. Kurz darauf doppelte Überzahl für Braunlage, Alois Öttl schoss hart, Krüger ließ genau in Gegenrichtung abprallen, und Öttl traf im Nachschuss. Und so ging es immer weiter: Krüger in Not, stemmt sich dagegen, ist sauer auf seine Vordermänner. Gegenüber mal ein Schüsschen (Harloff) oder eine vergebene Riesenchance (Hecker), die einfach drin sein müsste, damit FASS am Leben bleibt. Immerhin, der auch offensiv auffällige Verteidiger Daniel Kruggel hatte D'Antuono glücklich aus Nahdistanz zum 1:4 überwunden. Das Tor des Tages machte aber ein Wolf: Es war Christian Schock in der 33. Minute, dem Deibert mit einem Rückhand-Querpass nach einer Halbdrehung um die eigene Achse herrlich auflegte.

 

Danach Torwartwechsel auf Wunsch von Krüger. Auf der Bank blickte Coach Chris Lee immer wütender drein. Aber keine Auszeit, keine Umstellung der Reihen. Erst in der 41. Minute änderte sich etwas im müden Spiel von FASS: Die Mannschaft lief jetzt in weißen Trikots auf. Das wurde auch Zeit, nachdem zwei Drittel lang Rot-Schwarz gegen Rot-Dunkelblau spielte. Doch Braunlage hatte weiter die bessere Orientierung und kam trotz der langen individuellen Einsatzzeit nicht außer Atem. FASS schwächte sich durch fünf Strafen im Schlussdrittel und verlor völlig den Faden. Die Harzer nutzten ihre Überzahlspiele zwei Mal; sogar 20 Sekunden vor Schluss hatten sie noch Appetit. Höchststrafe für FASS auf eigenem Eis. Was die Mannschaft eigentlich drauf hat, zeigten eine Minute lang Fabio Patrzek, Kugler und Benjamin Hüfner, die zum Ende hin ein sehr gutes Überzahlspiel aufzogen, in dem plötzlich Tempo und Präzision herrschten. Daran sollte angeknüpft werden, wenn am kommenden Freitag die Blue Lions Leipzig im Wedding aufkreuzen. Ansonsten ist eine weitere Pleite programmiert.

 

Quelle:  Radio Eiskalt

Eindrucksvoll Revanche genommen: 6:1-Auswärtssieg bei FASS Berlin

Auf heimischen Eis stottert der Motor der Harzer Wölfe noch, dafür läuft es auswärts umso besser. Nach dem Sieg in Erfurt gewannen der ESC auch bei FASS Berlin. Mit 6:1 (1:0, 3:1, 2:0) nahmen die Wölfe vor rund 100 Zuschauern im Berliner Erika-Hess-Stadion erfolgreich Revanche für die am Freitag erlittene Heimniederlage. Coach Bernd Wohlmann zeigte sich nach Spielschluss hochzufrieden: "Jeder hat 110 Prozent gegeben, aber auch die spielerische Leistung hat absolut gestimmt."

 

Auch in Berlin konnten die Wölfe nur mit einem kleinen Kader antreten, FASS hatte im Vergleich zur Freitagspartie einen deutlich breiteren Kader zur Verfügung. Auf dem Eis war dies aber nicht zu merken. Die Harzer agierten sehr diszipliniert, nur vier Strafminuten mussten diesmal verkraftet werden. Auch im Offensivspiel klappte es deutlich besser als noch 24 Stunden zuvor. Lohn war rund 10 Sekunden vor Drittelende der Führungstreffer durch Andreas Bippus.

 

Im Mittelabschnitt setzten die Wölfe ihr gutes Spiel fort. Stefan Bilstein gelang in der 24. Minute das 2:0, Alois Öttl legte in doppelter Überzahl das dritte Tor nach (27.). Als Christian Schock in der 33. Minute gar das 4:0 gelang, war dies schon eine Vorentscheidung. Zwar konnte Daniel Kruggel in der 34. Minute verkürzen und Benjamin Schulz scheiterte mit einem Penalty am FASS-Keeper Sebastian Albrecht (35.), von der Siegerstraße ließen sich die Harzer dadurch aber nicht abbringen.

 

Mit zwei Powerplay-Treffern machten die Wölfe am Schluss das halbe Dutzend noch voll. Erst traf Schulz (54.), in der letzten Minute war auch noch Markus Schneider erfolgreich. "Ein starker Auftritt", freute sich Wohlmann. "Die Tore waren keine Zufallsprodukte, sondern durch Kombinationen schön heraus gespielt", so der Coach weiter.

 

Am kommenden Wochenende präsentieren sich die Wölfe ihren Fans gleich zwei Mal im Harz. Zunächst steht am Freitag das Testspiel gegen Schönheide auf dem Programm. Am Samstag Abend findet dann im Rahmen der 15-Jahre-Jubiläumsfeier des Fanclubs Power Bullys die Mannschaftspräsentation der Wölfe in Bad Harzburg statt. Am Sonntag reist der ESC zum letzten Testspiel nach Schönheide.

 

Quelle:  Harzer Wölfe