

Sonnabend, 28.11.2009, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
5 : 4 n. P. (2:2 0:1 2:1 - 1:0)
1:0 (00:18) Dierksen (Heinze, Roubicek), 1:1 (12:14) D. Herzog (Beyer), 2:1 (17:26) Roubicek PP1, 2:2 (18:31) Gründel (Beyer)
2:3 (23:14) D. Herzog (Gründel, Müller)
3:3 (46:46) Heinze (M. Reinhardt) PP1, 4:3 (48:42) Müller (S. Reinhardt, Gröner) PP1, 4:4 (49:41) Hänsel (Teichert)
5:4 (60:00) Heinze GWS
FASS: 10 - 2/4/4
ESCD: 20 - 6/4/10
Favoriten haben es wahrlich nicht leicht, wenn sie in der Sachsenliga ins Erika-Hess-Eisstadion kommen.
Denn nach Leipzig kassierte nun auch der ESC Dresden seine erste Saisonniederlage im Wedding, auch wenn diese "nur" nach Penaltyschießen war. Aber Niederlage bleibt Niederlage und damit hat das Sachsenligateam nicht nur Revanche für das mehr als deutliche 4:13 vom vergangenen Wochenende genommen, sondern auch seinen treuesten Fans ein überraschendes (Vor-)Adventsgeschenk gemacht. Erarbeitet wurden diese beiden Punkte und - so ehrlich muss man sein - der dritte sogar verschenkt, da die Jungs von Trainer Alexander Paulick schon in der regulären Spielzeit denn "Sack" hätten zumachen können. Aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, muss man froh sein, dass es dann doch zwei Punkte wurden, denn auch der Tabellenführer hatte noch weitere Möglichkeiten nach dem Ausgleich in der 50. Minute und ein Penaltyschießen hat ja auch ein wenig von einer Lotterie.
Die mitgereisten Dresdener Fans hatten noch nicht einmal ihre Banner in der Halle angebracht, als es nach 18 Sekunden schon das erste Mal einschlug. Entgegen allen Erwartungen aber nicht im Kasten von FASS, sondern bei den Eislöwen, die nach einer schnellen Kombination von Marcel Heinze und Steve Roubicek das 0:1 durch Benjamin Dierksen hinnehmen mussten. Ein Auftakt nach Maß, der die Gäste aber nicht sonderlich erschütterte. Körperbetont zogen sie nun ihr eigenes Spiel auf und die Jung-Sachsenligisten sahen sich im eigenen Stadion immer mehr in die Defensive gedrängt. Die Folge war das 1:1 durch Dietmar Herzog, bei dessen Schuss Benjamin Nitschke im Tor der Paulick-Jungs machtlos war. Man merkte den Gästen an, dass sie schon früh eine Entscheidung erzwingen wollten, so aggressiv gingen sie zu Werke. Entlastung gab es in dieser Zeit nur durch gelegentliche Konter, wofür sich die Dresdener durch ihr eigenes offensives Spiel aber auch anfällig zeigten. Überraschend dann aber doch das 2:1 durch Steve Roubicek in der 18. Minute, der sich im Powerplay vor dem Tor der Eislöwen durchsetzte und zur Führung einschoss. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten, nach einem gewonnenen Bully im Drittel der Gastgeber knapp eine Minute später reagierte Roger Gründel am schnellsten und konnte Benjamin Nitschke mit einen Rückhandschuss aus der Drehung zum Ausgleich überwinden. Das war dann auch der Pausenstand.
Im Mittelabschnitt nahm das bis dahin schon schnelle Spiel noch mehr an Fahrt auf, Roger Gründel und Dietmar Herzog, die auf Dresdener Seite zu den auffälligsten Akteuren gehörten, trieben ihr Team immer wieder nach vorne. Das 2:3 durch Roger Gründel war die logische Folge, sollte aber der einzige Treffer in diesen 20 Minuten bleiben. Die jungen Akademiker hätten das Drittel aber auch anders gestalten können, denn die beschriebene Konteranfälligkeit der Gäste zeigte sich wieder. Till Gröner, Marcel Heinze in Unterzahl und Sebastian Reinhardt vergaben aber leider selbst beste Chancen und daher blieb es bei diesem 2:3.
Der Schlussabschnitt wurde dann so intensiv weiter geführt wie die Drittel zuvor. Die Dresdener, immer noch bemüht ihren Gegenspielern durch harte und auch teilweise nicht immer regelkonforme Attacken den Schneid abzukaufen, kassierten zwei Strafzeiten, die von den Gastgebern auch sofort ausgenutzt wurden. Erst konnte Marcel Heinze nach schöner Vorlage von Michael Reinhardt ausgleichen (47.) und dann war es Jörg Müller, der eine Vorlage von Sebastian Reinhardt mit einem perfekten Schlagschuss von der blauen Linie zur Führung abschloss (49.). Die Überraschung lag in der Luft, zumal FASS noch weitere Chancen hatte, doch auch hier offenbarte sich die fehlende Kaltschnäuzigkeit und Unentschlossenheit vor dem Tor. Das Abspiel kam, wenn der Schuss hätte kommen müssen oder umgekehrt. Der Ausgleich durch Enrico Hänsel (50.) kam in dieser Phase des Spiels dann doch überraschend, war aber durch die Spielanteile der Gäste über die gesamte Distanz letztendlich nicht unverdient. Glücklich sah übrigens „Benni“ Nitschke beim Ausgleich nicht unbedingt aus, aber welcher Torwart sieht das bei einem Schuss durch die Matten schon. Sein Ärger über das Ding war ihm auch deutlich anzumerken. Dresden hätte sogar noch gewinnen können, da die Berliner in der 56. Minute knapp 60 Sekunden mit zwei Mann weniger auf dem Eis waren. Aber da sicherte der Berliner Torhüter das 4:4 und die Partie ging ins Penaltyschießen. Marcel Heinze konnte dann auch gleich den ersten Penalty verwandeln. Alle anderen Schützen nach ihm scheiterten, so blieb der Zusatzpunkt in Berlin und die Dresdener mussten mit ihrer ersten Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten.
Fazit: Ein starker Auftritt der noch jungen Berliner Mannschaft, in der sich die einzelnen Spieler immer besser aufeinander einstellen, gegen ein Dresdener Team, das die drei Punkte wohl schon vor dem Spiel im Gepäck wähnte. Es ist aber nicht zu übersehen, dass die Defensivarbeit von FASS noch zu wünschen übrig lässt und in der Offensive zu viele Chancen leichtfertig vergeben werden. Aber auch das wird sicher noch besser. Und dann kann es auch was mit den Play Off werden.