Regionalliga
Archiv 2009/10

ERV Chemnitz - FASS

Sonntag,13.12.2009, 18.30 Uhr, Chemnitz

 

4 : 2 (1:0 1:2 2:0)

Tore

1:0 (03:52) Engler (Stiegler, Michel)

 

2:0 (31:48) Stiegler (Michel, Engler), 2:1 (35:19) Hecker (Leibrandt), 2:2 (38:30) Heinze (Aicher, Kugler)

 

3:2 (49:48) Dvorak (Michel, Engler), 4:2 (59:56) Michel (Rentzsch, Schenkel) ENG

PIM

ERVC: 8 - 4/0/4

FASS: 14 - 2/2/10

Berichte

Das war zu wenig

Statt erhoffter sechs Punkte blieb für die Akademiker nur ein einziger an diesem Wochenende übrig

 

Konnte man die Niederlage nach Penaltyschießen am Freitag in Anbetracht der Stärke der Jonsdorfer Falken gerade noch verschmerzen, gehörte das 2:4 beim Tabellenletzten, den Wild Boys aus Chemnitz, klar in die Kategorie „nicht geplant und unnötig“.

 

Dabei sah es zwischenzeitlich sehr gut aus in Chemnitz. Die Hausherren hatten zwar im ersten Drittel stark begonnen und waren durch Roy Engler in Führung gegangen, aber im weiteren Verlauf fingen sich die Nordberliner und kamen immer besser in das Spiel. Selbst durch das 0:2 durch Michael Stiegler in der 32. Minute ließen sich die Akademiker in ihrem Vorwärtsdrang nicht bremsen und konnten dann durch Benjamin Hecker und Marcel Heinze bis zur 39. Spielminute ausgleichen. Weitere Tore schienen dann nur noch eine Frage der Zeit, zumal die Wild Boys nach dem Ausgleich stark verunsichert wirkten.

 

Im letzten Drittel wollte man da anfangen, wo man aufgehört hatte, aber unnötige Strafzeiten von der 41. bis zur 50. Minute sollten folgen. Vier davon überstand die Mannschaft ohne Gegentreffer, sogar eine über achtzig Sekunden andauernde doppelte Unterzahl blieb gegen bis dahin harmloses Chemnitzer Powerplay folgenlos. Die fünfte Strafzeit sollte aber die Vorentscheidung bringen. Wenn man dem Gegner zu viele Möglichkeiten gewährt, nutzt selbst der harmloseste irgendwann seine Chance, die Chemnitzer ihre in der 50. Minute. Von der blauen Linie zog Ales Dvorak ab, Sebastian Albrecht war die Sicht verdeckt, das 3:2 war die Konsequenz. Danach hatten die Akademiker zwar noch mehrfach die Möglichkeit zum erneuten Ausgleich, aber Tim Schnelle und eine gehörige Portion Pech ließen den nicht zu. 74 Sekunden vor dem Ende zog man noch die letzte Option und nahm Sebastian Albrecht vom Eis und kurze Zeit später gab es sogar noch eine Strafe gegen die Wild Boys, aber auch das sollte nicht mehr helfen. Statt dessen folgte Sekunden vor der Schlusssirene dann das endgültige Aus: Tobias Rentzsch beförderte die Scheibe aus dem eigenen Drittel, Julius Michel erlief diese und setzte mit dem Treffer in das verwaiste Berliner Tor dem Spiel den Schlusspunkt.

 

Ursachenforschung musste man danach nicht großartig betreiben. Die Mannschaft verschlief das erste Drittel und verbaute sich den Erfolg, der durchaus möglich gewesen wäre, durch die Strafen im letzten Spielabschnitt. Da half auch die zeitweise spielerische Überlegenheit nichts.

 

F.A.S.S. Berlin: [T] Sebastian Albrecht - [V] Patrick Balko, Jörn Kugler, Daniel Kruggel, Benjamin Hüfner, Thomas Leibrandt, Jan-Hendrik Seelisch, Andre Winkler - [S] Marcel Heinze, Lucien Aicher, Martin Prüßing, Fabio Patrzek, Christian-Alexander Leers, Rumid Masche, Tim Harloff, Phillipp Labuhn, Benjamin Hecker

Wild Boys gelingt der erste Dreier

Was muss das für eine Last gewesen sein, die den Spielern und Verantwortlichen der Wild Boys am gestrigen Sonntag von den Schultern gefallen ist, als mit einem 4:2 (1:0,1:2,2:0) gegen FASS Berlin der erste Saisonsieg der Chemnitzer Cracks unter Dach und Fach war.

 

Ausgerechnet FASS Berlin beendete eine Chemnitzer Durststrecke von Saisonübergreifend 19 Punktspielen ohne einen Dreier. Es war der 4.Januar 2009 als der letzte Sieg gelang. Damals war es ein 6:5 gegen eben jene Mannschaft gegen die nun auch wieder gewonnen wurde.

Vor leider nur 150 Zuschauern begannen die Chemnitzer couragiert und zeigten schnell wer Herr im Hause ist. Bereist nach 40 Sekunden die erste Chance auf die frühe Führung. Die Berliner mit Kontern gefährlich, doch die Hintermannschaft um Tim Schnelle stand stabil. In der vierten Minute dann das 1:0 durch Roy Engler, der nach Zuspiel von Julius Michel wenig Mühe hatte, den Goalie der Berliner zu überwinden. Chemnitz nun klar das bessere Team. Erst eine Strafe für die Wild Boys brachte etwas Luft ins Spiel der Gäste. Aber auch in Unterzahl stand die Verteidigung der Wild Boys. Die zweite Chemnitzer Strafzeit brachte echte Gefahr für das Tor von Tim Schnelle. Die Berliner setzen sich vor dem Kasten fest und hatten drei oder vier dicke Chancen, die aber allesamt vereitelt werden konnten. Auf der andern Seite auch wieder Chancen für die Wild Boys doch das erlösende 2:0 sollte vorerst nicht fallen. So ging es mit dem knappen 1:0 in die Pause.

 

Im zweiten Abschnitt erwischte FASS den besseren Start und hatte die ersten Chancen, doch Tim Schnelle bleibt zunächst Sieger. Nach etwa fünf Minuten war Chemnitz wieder im Spiel. Zunächst verfehlte Kevin Geier das Tor, dann Markus Maaßen. Wie schon im ersten Drittel wurde manchmal zu eigensinnig agiert. Anstatt den mitgelaufenen Spieler zu bedienen, ein Schuss auf die Matten des Berliners Goalies. In einer Phase als FASS dann dem Ausgleich sehr nahe war endlich das 2:0 durch Michael Stiegler. Die Berliner berannten jetzt das Chemnitzer Tor und kleine Fehler in der Abwehr halfen zum Anschlusstreffer durch Benjamin Hecker. FASS wollte nun den Ausgleich und die Wild Boys wirkten trotz der Führung etwas verunsichert. Eine Minute vor der Pause doch das 2:2. Allerdings sah auch hier die Chemnitzer Abwehr alles andere als gut aus. Noch im zweiten Drittel ein weiterer Chemnitzer Konter, doch wie schon zuvor wurde statt abzuspielen direkt geschossen und die Scheibe war Beute des Berliner Goalies. So verspielte man eine sicher geglaubte 2:0 Führung, aber man hatte ja noch 20 Minuten um das Spiel für sich zu entscheiden.

 

In einer eigentlich fairen Partie bekamen die Wild Boys dann doch einige Überzahlchancen, wobei selbst bei fünf gegen drei kein Erfolg zu verbuchen war. Die Berliner blieben stets mit schnellen Kontern gefährlich und das nächste Tor musste wohl das Spiel entscheiden. Keiner wollte den entscheidenden Fehler machen, was das Spiel etwas verflachen lies. Mitte des 3.Drittels dann eine erneute Strafe für Berlin und die Wild Boys ließen die Scheibe im gegnerischen Drittel laufen. Als Kapitän Ales Dvorak in Schussposition gebracht war, zog er von der blauen Linie ab und Chemnitz war wieder in Führung. Nur Sekunden später, Strafzeit für Roy Engler und Berlin in Überzahl. Jetzt war wieder Tim Schnelle gefragt. Gleich zweimal parierte er gegen die Stürmer der Gäste und hielt die knappe Führung fest. Die Zeit verstrich und Wild Boys standen ganz nah vor dem Sieg. In den letzten zwei Minuten riskierten die Berliner alles und brachten für ihren Goalie einen sechsten Feldspieler. Das Team von Chris Lee wollte mit aller Macht den erneuten Ausgleich und Chemnitz stemmte sich dagegen. Auf der Uhr stand noch genau eine Minute da musste Ales Dvorak auf die Strafbank. Berlin nun mit sechs gegen vier und Auszeit durch Mannix Wolf. Was auch immer er seinen Spielern noch zu sagen hatte, es waren die richtigen Worte. Denn sie ließen in den letzten Sekunden nichts mehr zu und sorgten durch ein Empty Net Goal für die Entscheidung. Dabei war es Julius Michel, der schon an den drei ersten Chemnitzer Treffer beteiligt war, vorbehalten die Scheibe ins verwaiste Berliner Gehäuse zu befördern. Der Rest war nur noch pure Freude und Erleichterung. (...)

 

Quelle:  ERV Chemnitz