
Sonnabend, 19.12.2009, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
7 : 5 (1:1 4:0 2:4)
0:1 (03:06) Krehl (Müller, Jun), 1:1 (04:01) Aicher (Labuhn, Kugler)
2:1 (25:40) Hecker (P), 3:1 (30:19) Aicher (Labuhn), 4:1 (38:10) Masche (Harloff, Kuch), 5:1 (39:11) Patrzek (Hecker, Leers)
5:2 (40:24) Vojcak (Jenka, Jun), 5:3 (42:58) Weiß (Krehl, Jenka) PP2, 6:3 (44:24) Leibrandt (Patrzek, Leers) PP1, 6:4 (46:25) Müller (Vojcak, Jun), 7:4 (51:36) Leibrandt (Patrzek, Hecker) PP2, 7:5 (59:49) Vojcak (Jenka, Krehl)
FASS: 14 - 0/8/6
EHVS: 14 + MS (Müller) - 0/8/31
Mit einer unnötigen 5:7 (1:1, 0:4, 4:2)- Niederlage kehrte der EHV Schönheide 09 am vergangenen Samstag vom Auswärtsspiel bei FASS Berlin zurück. Aufgrund eines schwachen Abwehrverhaltens im Mittelabschnitt verspielten die Wölfe innerhalb von nur zwölf Minuten leichtfertig einen möglichen Sieg und damit auch drei wichtige Punkte, um den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu halten.
Der Spielverlauf in den ersten beiden Dritteln erinnerte stark an das letzte Auswärtsspiel in Berlin, welches der EHV 09 mit 1:8 gegen die Preussen Juniors verlor. Von Beginn an waren die Wölfe im Erika-Hess-Eisstadion wieder das bessere Team und hätten, bei besserer Chancenverwertung, das Spiel schon im ersten Drittel entscheiden können. Matthias Krehl traf bereits in der 4. Minute zum 1:0. Zwar gelang den Akademikern nur eine Minute später der Ausgleich, doch bis zur ersten Pause hatte der EHV 09 Chancen in Hülle und Fülle um deutlich davon zu ziehen, scheiterte aber viermal am Pfosten, an den eigenen Nerven oder am guten FASS- Keeper Albrecht.
Im zweiten Drittel hatten sich die Hausherren besser auf das Spiel der Wölfe eingestellt und nutzten einen regelkonformen Penalty, welchen EHV-Goalie Granert aufgrund eines Stockwurfes verursacht hatte, durch Benjamin Hecker (26.) zur 2:1- Führung. Die Wölfe drängten sofort auf den Ausgleich, vernachlässigten aber dabei ihre Abwehraufgaben und luden die Berliner zum Kontern ein. FASS ließ sich nicht lange bitten und bestrafte das lethargische Defensivverhalten mit weiteren drei Toren innerhalb von neun Minuten. Beim Stand von 1:5 aus Wölfesicht ging es zum zweiten Mal in die Pause.
Ob der indiskutablen Leistung im zweiten Drittel fand EHV-Spielertrainer Daniel Jun in der Kabine wohl die richtigen Worte, denn wie ausgewechselt präsentierten sich die Wölfe im Schlussabschnitt. Gerade einmal 24 Sekunden waren im letzten Drittel gespielt, da verkürzte Martin Vojcak auf 5:2. Der EHV 09 drängte weiter auf das FASS- Gehäuse und erzielte nur zwei Minuten später durch Pavel Weiss in doppelter Überzahl das 5:3. Doch die Akademiker stoppten in der 45. Minute vorerst die Aufholjagd der Wölfe, als ihnen durch Thomas Leibrandt im Powerplay das 6:3 gelang. Der EHV 09 gab sich dennoch noch nicht geschlagen und kam durch Christian Müller (47.) zum 6:4- Anschlusstreffer. Die Hausherren wirkten nun angeschlagen und konnten sich nur sporadisch vom Druck der Gäste befreien. Ausgerechnet Verteidiger Christian Müller, welcher noch mit seinem Tor zum 6:4 die Wölfe im Spiel hielt, erwies seiner Mannschaft in der 52. Minute einen “Bärendienst“. Nach einem Foul mit Verletzungsfolge an seinen Gegenspieler, welcher nach kurzer Behandlungspause aber weiter spielen konnte, kassierte er vom guten Schiedsrichter Metzkow eine Matchstrafe und muss nun mindestens zwei Spiele pausieren. Da zu diesem Zeitpunkt auch André Lenk auf Schönheider Seite die Strafbank drücken mußte, nutzten die Berliner die doppelte Überzahl und sorgten mit dem 7:4 (52.) durch Leibrandt für die Vorentscheidung. Der fünfte EHV- Treffer elf Sekunden vor dem Ende durch Martin Vojcak war nur noch Ergebniskosmetik.
Die Wölfe verloren damit wieder einmal ein Spiel, in welchem sie die bessere Mannschaft waren. Doch mangelnde Chancenverwertung, nachlässiges Abwehrverhalten und unnötige Fouls verhinderten erneut ein besseres Ergebnis. Da sich der EHV 09 auch in den nächsten Spielen nicht auf die Unterstützung aus Crimmitschau verlassen kann, ist es umso wichtiger, dass jeder einzelne der so genannten Leistungsträger sein gesamtes Leistungspotenzial abruft, will man nicht gänzlich den Anschluss zu den anderen Teams in der Tabelle verlieren.
FASS Berlin hat das Siegen nicht verlernt. Nach 3 Niederlagen in Folge konnten die Hauptstädter die Wölfe aus Schönheide mit 7:5 (1:1/4:0/2:4) im heimischen Erika-Hess-Eistadion bezwingen. Benjamin Hecker schießt die Berliner mit seinem verwandelten Penalty auf die Siegerstaße - Wölfe-Verteidiger Müller erhält Matchstrafe.
Sofort nach Spielbeginn übernahm der Gast das Kommando und innerhalb der ersten 90 Sekunden hatten sie schon 3 "Riesen", die sie aber alle nicht nutzten. FASS-Stürmer Aicher war der Erste, dem es nach knapp 2 Minuten gelang Schönheides Goalie Granert zu prüfen.
In der 4. Minute sorgte dann Krehl per Kopf (!) für die Führung der Wölfe. Aber nur 55 Sekunden später war es wieder Aicher, der aber diesmal, nach toller Kombination von Labuhn und Kugler, die Scheibe ins Tor schoss und so den Rückstand egalisierte. Danach ging es aber nur noch in eine Richtung, die zum Berliner Tor. Dass in diesem Drittel keine Tore mehr fielen war schon etwas ungewöhnlich, aber entweder sorgte ihr Unvermögen oder aber die Glanztaten von FASS-Goalie Albrecht dafür, dass die Schönheider nichts zählbares mitnahmen. So ging man denn mit einem 1-1 in die erste Pause, dass für die Berliner mehr als glücklich war.
Das zweite Drittel fing so an wie das Erste aufhörte. Die Wölfe bissig nach vorne, FASS versuchte zu kontern. Nach 24 Minuten war es zum wiederholten Male Jun, der die Führung auf dem Schläger hatte, aber er zielte wieder zu genau - sein zweiter Pfostentreffer. Danach zogen die Gäste sich etwas zurück, sodaß die Berliner mehr Spielanteile bekamen. In der 26. Minute hatte Hecker eine Riesenchance, aber ein Verteidiger warf seinen Schläger, um den Vorstoß zu stoppen. Schiedsrichter Metzkow gab dann nach kurzer Absprache mit seinen Linesmen einen Penalty für FASS. Als Schütze wurde Benjamin Hecker auserkoren und bei den Fans kam etwas Unbehagen auf, denn eine Woche vorher beim Spiel gegen Jonsdorf hatte der FASS-Stürmer drei (!) Penalties nicht verwandeln können... Und heute?
Da hat es geklappt und zur Freude der (nur) 135 Zuschauer schoß er sein Team in Führung. Danach übernahmen die Hausherren immer mehr die Regie. Aber es dauerte bis zur 31. Minute bis Aicher auf Pass von Labuhn die Führung der Berliner ausbauen konnte. Schönheide versuchte es immer wieder mit schnellen Spielzügen die Berliner Abwehr durcheinander zu bringen, aber spätestens bei Albrecht war Endstation. Kurz vor der Pause schraubten die Berliner das Ergebnis sogar auf 5-1 nach oben, nachdem Masche mit einem Schuß ins kurze Eck und Patrzek 61 Sekunden später Wölfe-Goalie Granert keine Chance ließen. Aber selbst eine 4-Tore-Führung zur zweiten Pause war noch kein ruhiges (Weihnachts-)Gefühl.
Zu Beginn des dritten Drittels wechselten die Gäste ihren Torwart. Jetzt stand Sebastian Modes im Kasten und er sorgte anscheinend für gute Motivation, denn nach nur 24 Sekunden verkürzten die Schönheider zum 2-5. FASS daraufhin etwas von der Rolle und als auch noch Aicher und Kugler auf die Strafbank mussten, witterten die Wölfe wieder Luft. Und es dauerte auch nicht lange, da jubelten sie schon zum 3-5 dank Weiß. So war die Berliner Führung innerhalb von 3 Minuten auf nur noch 2 Tore zusammengeschmolzen.
Sollte Schönheide es tatsächlich noch schaffen einen 4-Tore-Rückstand zu drehen?
90 Sekunden wahrte nur die Hoffnung, dann schlug Leibrandt mit einem Schlagschuß von der blauen Linie zu und die Scheibe flog "wie ein Strich" ins Schönheider Tor - 6:3. Aber die Wölfe ließen nicht locker und zwei Minuten später schoß Müller sein Team zum 4:6 wieder heran. In der 52. Minute war für ihn aber schon Feierabend, denn durch einen Check von hinten an Labuhn, der verletzt das Eis verließ, schickte Schiedsrichter Metzkow den Verteidiger zunächst mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe zum Duschen. Da zu diesem Zeitpunkt bereits Lenk auf der Strafbank saß, hatten jetzt die Berliner den "Luxus" mit doppelter Überzahl zu spielen. Und auch sie nutzten es durch Leibrandt, der mit seinem zweiten Treffer des Tages das Ergebnis auf 7:4 erhöhte. Das war jetzt aber die Entscheidung. Auch wenn Schönheide immer wieder gute Chancen hatte, aber das 5:7 durch Vojcak 11 Sekunden vor dem Ende war nur noch Ergebnis-Kosmetik. Nach dem Spiel wurde die Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Müller in eine Matchstrafe umgewandelt.