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F.A.S.S. e.V. Berlin
Freier Akademischer Sportverein Siegmundshof
Regionalliga
Archiv 2009/10

FASS Berlin - ERV Chemnitz

Sonnabend, 09.01.2010, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion

 

3 : 2 n. P. (1:1 0:0 1:1 - 1:0)

Tore

0:1 (01:59) Stiegler (Schenkel, Dvorak) PP1, 1:1 (05:33) Hecker (Harloff)

 

1:2 (46:55) Rentzsch (Löffler, Geier) PP1, 2:2 (58:27) Kuch (Kruggel, Aicher) PP1

 

3:2 (60:00) Hecker GWS

PIM

FASS: 17 + SpD (Pietsch) - 2/29/6

ERVC: 6 - 0/4/2

Berichte

Zwei glückliche Punkte für FASS

In einer schwachen Partie quälten sich die Akademiker zum 2:2 (1:1, 0:0, 1:1) nach 60 Minuten gegen verbesserte Chemnitzer, die kurz vor dem Sieg standen. Den entscheidenden Penalty verwandelte Benjamin Hecker.

 

Die Berliner Winterluft und das gute Essen im Hotel hatten den Wild Boys offenbar gut getan. Anders als am Vorabend gegen den ECC verschliefen sie nicht das Anfangsdrittel. Im Gegenteil, gleich die erste Strafzeit für FASS nutzten die Chemnitzer zur Führung nach zwei Minuten. Michael Stiegler profitierte von der fehlenden Ordnung in der Abwehr der Akademiker. Doch Benjamin Hecker mit seinem 14. Saisontreffer rückte die Dinge zurecht. Die Nummer 85 ging entschlossen durch die Mitte und überwand Tim Schnelle mit einem schönen Lupfer in die rechte Ecke. Damit kam der Gastgeber aber nicht besser ins Spiel. FASS war nicht präsent, nicht aggressiv genug. Das Kombinationsspiel klappte nicht, nach hinten war das Team zu offen und verwundbar. Die Angriffe von Chemnitz waren nicht schlecht; so hatten Ales Dvorak und Marcus Maaßen gute Chancen, die Sebastian Albrecht gewohnt souverän vereitelte. Mit einem 1:1 ging es in die Kabinen. FASS hatte eindeutig einen schlechten Tag.

 

Was war los? Nach der starken Leistung gegen Halle nun ein unsanfter Absturz. Den Akademikern schien die Rolle des Favoriten nicht zu behagen. Das Spiel zu machen, gelang höchstens Hecker und Fabio Patrzek in Ansätzen. Jari Pietsch verausgabte sich in langen Sololäufen ohne Ertrag. Der Rest ließ sich auf Klein-Klein im Mittelfeld ein, ohne klare Aktionen nach vorn zu setzen. Dass die Garde der DNL-Spieler fehlte, weil sie am Wochenende in Krefeld und Iserlohn gebraucht wurde, ist keine Entschuldigung. Jörn Kugler fehlte, dafür war Thomas Leibrandt wieder dabei. Und die Reservisten vom Mittwoch hätten ja zeigen können, dass der zweite Anzug bei FASS passt. Chemnitz hingegen präsentierte sich verbessert und auch verstärkt: Über Nacht war Förderlizenzspieler Marcus Löffler zum Team gestoßen. Er spielt ansonsten im Zweitligateam des ETC Crimmitschau. Mit Löffler, der den hohen Erwartungen gerecht wurde, zeigte Chemnitz weit mehr defensive Stabilität als gegen den ECC.

 

Die Akademiker konnten den Druck im zweiten Drittel nicht erhöhen. Zwar kam etwas mehr von der Reihe Masche-Leers-Aicher, aber zwingend waren ihre Chancen auch nicht. Eine dritte Angriffsreihe war kaum zu sehen. Fehlpässe häuften sich, sogar in der Annahme der Scheibe gab es Probleme bei FASS. Die Chemnitzer konnten mit Freude zusehen, wie ihr Gegner immer nervöser wurde. Gute Torszenen musste man mit der Lupe suchen, also waren die Aufreger des Mitteldrittels die Fouls. Die Nickeligkeiten begannen, als Martin Prüßing hinter dem Tor von Schnelle den Weg des Keepers kreuzte und den Chemnitzer zu einem theatralischen Sinkflug einlud, wofür Schiedsrichter Schütz dem Berliner zwei Minuten Strafe gab. Kaum war die überstanden, ging Löffler in die Kühlbox. In der folgenden Überzahl-Situation in der 27. Minute gab es zwei hässliche Szenen. Der Referee ahndete nur das erste Foul, nicht aber die Racheaktion - zum Schaden für FASS.

 

Jari Pietsch spielte seinen üblichen Trick: Scheibe tief rein und mit Karacho hinterher, aber dieses Mal ging es gründlich schief. Der Chemnitzer Verteidiger Björn Schenkel war schneller in der rechten Ecke und schirmte den Puck ab, mit dem Rücken zum Gegner stehend. Pietsch wusste sich nicht anders zu helfen, als gänzlich übermotiviert Schenkel voll ins Kreuz zu springen. Der kleine Stürmer begrub den Chemnitzer unter sich, das sah schon übel aus. Insofern war die Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen Checks gegen die Bande berechtigt. Allerdings blieb ein Rätsel, dass die heftige Revanche eines anderen Chemnitzers vom Zebra nicht gesehen wurde. Wie ein Preisboxer keilte dieser Rächer gegen Pietsch, der immer noch mit Schenkel verknotet war. Ein Wunder, dass es nicht zu Verletzungen kam. Anschließend hatte Chemnitz dreieinhalb Minuten Überzahl, machte aber nichts daraus. Dem Team fehlt eindeutig ein Goalgetter, der Abgang von Mike Losch wurde nicht kompensiert. Der neu verpflichtete US-Boy Adrian Sosa brachte wie gegen den ECC kaum was zustande, ist wohl eher ein Mitläufer.

 

Im letzten Drittel zeigte sich FASS wieder als guter Gastgeber und lud Chemnitz zum 1:2 förmlich ein. In Überzahl vernaschten die Sachsen die unkonzentrierten Akademiker, Tobias Rentzsch vollendete. Aber es dauerte eine Weile, bis FASS den Ernst der Lage begriff und endlich Druck machte. Nachdem eine doppelte Unterzahl überstanden war, kam sogar von Rückkehrer Jan Schmidt ein guter Schlagschuss. Die Chemnitzer ihrerseits wurden frecher, spielten plötzlich sichere Pässe, waren Chef in der neutralen Zone und konterten gut. Glückwunsch zum erfolgreichen Teambuilding-Wochenende in Berlin! Mit viel Dusel schaffte FASS noch den Ausgleich. Einen Blueline-Schuss von Daniel Kruggel 93 Sekunden vor Schluss fälschte Daniel Kuch ins Tor der Chemnitzer ab. Wieder der Last-Minute-Fluch der Wild Boys...

 

Nur ein Remis gegen den Letzten, das war mager. Zwar holte Benjamin Hecker mit dem achten Penalty den Extrapunkt, aber selten war die Lotterie nach einem Unentschieden so überflüssig wie hier. Ein solches Spiel hat ja gar keinen Sieger verdient. Die Akademiker sollten sich von den billig errungenen Punkten nicht blenden lassen. Der siebte Penalty (von Rentzsch) ging übrigens an den Pfosten.

 

Sven Crefeld für Radio Eiskalt

Das Pech bleibt den Chemnitzern treu

Nur 24 Stunden nach der unglücklichen Niederlage gegen die Preussen verloren die Wild Boys auch ihr Spiel gegen FASS Berlin mit 2:3 n.P. (1:1,0:0,1:1,0:1).

 

Diesmal mussten die Chemnitzer neben Julius Michel auch noch auf David Seidl und Jörg Buschmann verzichten. Beide mussten berufsbedingt nach dem Freitagspiel die Heimreise antreten. Dafür reisten Jan Letzsch und der, kurzfristig mit einer Doppellizenz ausgestattete, Marcus Löffler im Privatwagen nach Berlin und konnten für die Chemnitzer auflaufen. Marcus Löffler, ein Spieler der dem Team mehr als helfen konnte. Nicht nur seine Abwehrarbeit war an diesem Abend gefragt, sondern auch seine Aktionen nach vorn.

Wie schon am Vortag begannen die Chemnitzer druckvoll und wurden bereits in den zweiten Minute mit dem 1:0 durch Michael Stiegler belohnt. Allerdings währte die Freude nicht lange und FASS konnte durch Benjamin Hecker zum 1:1 ausgleichen. Die Wild Boys ließen sich aber nicht beirren und kämpften mit viel Engagement um die erneuten Führung, fanden aber in FASS-Goalie Albrecht ihren Meister. Da die Chemnitzer Hintermannschaft, nicht zuletzt auch dank Marcus Löffler, zusehend sicherer wurde und man die besseren Chancen besaß, wäre ein 2:1 nicht unverdient gewesen. So ging es aber mit dem Unentschieden in die Kabine.

 

Im Mitteldrittel das gleiche Bild, wobei sich nun beide Teams auf Augenhöhe befanden. In einer äußerst fairen Partie dezimierten sich die Berliner selbst, in dem Pietsch nach einer unfairen Aktion an Björn Schenkel zum frühzeitigen Duschgang durfte. Nachdem die Chemnitzer, die zu diesem Zeitpunkt selbst noch einen Spieler auf der Strafbank hatten, wieder vollzählig waren sollte die Führung her. Es bleiben 3:35 Minuten Überzahl, doch es sollte leider nichts dabei heraus kommen. So ging das zweite Drittel torlos über die Bühne und die Entscheidung wurde verschoben.

 

Im Schlussdrittel hatte Chemnitz wieder die besseren Chancen und drängte nun auf eine vorzeitige Entscheidung und nutzte eine der wenigen Überzahlsituationen durch Tobias Rentzsch mit 2:1 in Führung zu gehen. Nun waren die Akademiker gefragt und Chemnitz konnte sich auf Konter verlegen. Man hatte nun eine Vielzahl von Chancen um mit dem 3:1 alles klar zu machen, doch wie so oft wollte die Scheibe nicht in den Kasten. Kurz vor Ende dann eine von nur drei Strafen für die Wild Boys und was soll man sagen, es waren wieder nur Sekunden. Eigentlich machten die Chemnitzer in Unterzahl alles richtig, doch 19 Sekunden vor Ablauf der Strafe fand ein Schuss von Kuch seinen Weg in die Maschen. Das Ganze erinnerte schon wieder an das Heimspiel gegen Niesky und so kam es zum nunmehr vierten Penaltyschiessen für die Chemnitzer in der laufenden Saison. Schon Glück bei der Auslosung, denn FASS musste vorlegen und Tim Schnelle parierte gleich den ersten Versuch. Erster Chemnitzer war Michael Stiegler. Machte er gegen Niesky noch seinen Treffer, hatte er diesmal weniger Glück. Als dann sowohl die beiden nächsten Berliner als auch Kevin Geier und Markus Maaßen scheiterten, ging es in die nächste Runde. Nun war Chemnitz zuerst an der Reihe und das Pech ging weiter. Der Schuss von Tobias Rentzsch landete oben am Pfosten. Da es Benjamin Hecker auf der anderen Seite besser machte, verloren die Chemnitzer ihr drittes Penaltyschiessen in Folge.

 

Die Frage ob man einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hat, ist schnell beantwortet. Denn zu klar waren teilweise die Chancen, um von einem gewonnenen Punkt zu sprechen. Auch wenn FASS-Trainer Chris Lee, den Chemnitzer ein sehr gutes Spiel bescheinigte und sich wundert das die Wild Boys erst so wenig Punkte haben, kaufen kann man sich für Komplimente nun mal nicht. Man hat aber wieder gesehen, dass man sich vor keiner Mannschaft in der Regionalliga Ost verstecken muß. Konditionell ist das Team auf der Höhe, einzig vor dem Tor fehlt der letzte und entscheidende Kick. Dass man es aber kann, dies wird man schon am nächsten Freitag, den 15.01.10 (20:00 Uhr) mit Unterstützung der eigenen Fans beweisen. Dann kommt der EHV Schönheide nach Chemnitz und es gilt sich für das 0:9 zu revanchieren.

 

Quelle: ERV Chemnitz


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