Regionalliga
Archiv 2009/10

ERV Chemnitz - FASS

Sonntag, 21.02.2010, 18.30 Uhr, Chemnitz

 

2 : 3 (1:1 1:1 0:1)

Tore

0:1 (09:05) Patrzek (Harloff, Leers)

 

1:1 (20:49) Kohlstrunk (Michel, Vymazal) PP1, 2:1 (23:47) Kohlstrunk (Vymazal, Michel) PP1, 2:2 (35:31) Patrzek (Pietsch, Schmidt) PP1

 

2:3 (52:28) Labuhn (Balko, Leibrandt) PP1

PIM

ERVC: 9 + SpD (Vymazal) - 0/4/25

FASS: 12 - 2/6/4

Berichte

Lohn der Mühe

Dank einer taktischen Meisterleistung, enormem Kampfgeist und dem überragenden Christian Krüger gewann F.A.S.S. Berlin bei den Wild Boys aus Chemnitz mit 3:2 (1:0 1:2 1:0) und blickt nun wieder in Richtung obere Tabellenhälfte.

 

Dabei waren die Voraussetzungen für diesen Erfolg alles andere als gut. Am Sonnabendnachmittag meldeten sich in dem sowieso schon arg dezimierten Kader auch noch Rumid Masche (erkrankt) und Benjamin Hüfner (kam in der 2. Liga für Dresden zum Einsatz) ab. Damit blieben Trainer Chris Lee gerade noch elf Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Und das in einem Spiel, wo man mit den Wild Boys Chemnitz auf ein Team traf, das mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnete. Tags zuvor hatten die Gastgeber sogar noch mit 7:4 in Schönheide gewonnen.

 

Das erste Drittel begann dann auch wie erwartet. Die Wild Boys übernahmen das Kommando, FASS wartete zunächst ab. Dass man sich dort aber nicht kampflos ergeben würde, wurde auch schon in der Anfangsphase deutlich. In der zweiten Minute prüfte Tim Harloff nach einem schnellen Konter mit einen Schuss Tim Schnelle im Tor der Chemnitzer. Kurz nach dieser Aktion verletzte sich dann auch noch Kapitän Lucien Aicher an der Hand und schied aus, die Berliner also nur noch zu zehnt. Danach sahen sich die Weddinger über mehrere Minuten in die Defensive gedrängt, mehrere Möglichkeiten der Gastgeber waren die Folge. Jedoch nicht mit dem von den rund 300 Zuschauern erwarteten Erfolg, da Christian Krüger stets auf dem Posten war. Und alles, was der Berliner Goalie nicht in die Finger bekam, ging am Tor vorbei oder wurde von einem Spieler vor der Torlinie aufgehalten. Aber die Akademiker blieben gefährlich. Ein schneller Gegenstoß in der zehnten Minute über Christian-Alexander Leers und Tim Harloff vollendete Fabio Patrzek zum zu diesen Zeitpunkt ein wenig überraschenden 0:1. Danach das gleiche Bild. Chemnitz drückte zwar, die Berliner konnten aber immer wieder stören und damit auch den Spielfluss unterbinden. Gefahr entstand in dieser Phase nur durch Einzelaktionen, die aber ihre Endstation in Christian Krüger fanden. 0:1 hieß es auch nach 20 Minuten. Allerdings fing sich Andre Winkler kurz vor der Pause noch die einzige Strafe in diesem Abschnitt ein und das sollte Folgen haben.

 

Denn nach 49 Sekunden im zweiten Drittel musste sich der Berliner Schlussmann erstmals geschlagen geben. Klemens Kohlstrunk konnte eine Vorlage von Julius Michel zum 1:1 vollenden. In der 22. Minute hatten die Wild Boys dann die große Möglichkeit zur Führung, da Tim Harloff und Fabio Patrzek kurz nacheinander auf die Strafbank mussten. Doch FASS blieb auch in dieser Situation noch gefährlich. Nach einem gewonnenen Zweikampf wurde der Puck auf den durchstartenden Christian-Alexander Leers gespielt, der kurz vor dem Gehäuse von Tim Schnelle nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Hauptschiedsrichter Morlock gab zu Recht einen Penalty, den Leers selber ausführte. Leider zielte er zu genau, denn für den bereits geschlagenen Schnelle rettete deutlich hörbar das Torgestänge und es blieb beim Unentschieden. Und als die Berliner dann nur noch elf Sekunden Unterzahl hatten, musste sich Christian Krüger zum zweiten Mal geschlagen geben. Wiederum war es Klemens Kohlstrunk, der das 2:1 erzielte. Wer nun dachte, FASS würde aufstecken, sah sich getäuscht. Keine Scheibe wurde verloren gegeben, keinem Zweikampf ausgewichen, womit die personell überlegenen Chemnitzer ihre Probleme hatten. Strafzeiten sollten dann in der fairen Partie, mit der Hauptschiedsrichter Morlock wenig Mühe hatte, die Entscheidung herbeiführen. Ließ das Team von Chris Lee noch die erste Strafzeit für die Wild Boys in der 26. Minute ungenutzt, erzielten sie mit der zweiten den Ausgleich. Jan Schmidt setzte mit einem Pass Jari Pietsch in Szene, der auf der rechten Seite davonzog und dann für Fabio Patrzek auflegte – 2:2 hieß es nach 36 Minuten und dabei blieb es auch bis zur Pause.

 

Im letzten Drittel das gleiche Bild. Die Wild Boys hatten zwar mehr Spielanteile, aber die Berliner bestimmten das Tempo. Wenn es erforderlich war, wurde es rausgenommen oder erhöht, je nach Bedarf. Und bei Krüger war weiterhin Endstation. Eine unglückliche Aktion eines der auffälligsten Chemnitzer, Michal Vymazal, brachte FASS auf die Siegerstraße. Thomas Leibrandt zog an dem Tschechen vorbei und dieser wollte sich mit einem Haken behelfen. Dabei kam jedoch der Schläger zu hoch, traf den Berliner Verteidiger im Gesicht und dieser trug einen blutenden Cut in Wangenhöhe davon. Hauptschiedsrichter Morlock blieb keine Wahl und er verhängte eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen den „Wild Boy“ mit der Nummer 23 (51.). Phillipp Labuhn war es dann, der einen Abpraller von Schnelle nach einem Schuss von Patrick Balko mit der Rückhand zum entscheidenden 3:2 nutzte (53.). Dass man mit diesem Tor auch eine fast unglaubliche Überzahleffizienz von 66,6 % (2/3) erreicht hatte, sei nur am Rande erwähnt. Die Berliner igelten sich fortan förmlich ein und überließen den Gastgebern in den restlichen Minuten das Eis. Doch das Bollwerk um Christian Krüger hielt und auch die Herausnahme von Tim Schnelle brachte nichts mehr ein. Es blieb schließlich beim 3:2 für FASS, die nach zuletzt fünf sieglosen Spielen, in denen sie ständig gute Leistungen ablieferten, immer mit leeren Händen das Eis verließen, wieder drei Punkte einfuhren.

 

Chris Lee: „Mit zehn Mann hat das Team Charakter gezeigt und alle taktischen Vorgaben umgesetzt. Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Sie hat sich diesen Erfolg heute hart erarbeitet und wurde für ihre Mühen endlich belohnt. Das Spiel heute ist ab sofort mein Lieblingsspiel in dieser Saison.“

 

Peter Wagenfeldt: „Das sind Spiele, bei denen man glaubt, um Jahre zu altern. Nach dem Ausfall von Lucien Aicher hat die Mannschaft eine überragende Moral bewiesen, die Vorgaben von Chris optimal umgesetzt und den Sieg sich durchaus verdient.“

 

F.A.S.S. Berlin: Krüger, Albrecht - Balko, Kugler, Schmidt, Leibrandt, Winkler - Pietsch, Aicher, Patrzek, Leers, Harloff, Labuhn

 

red

Wild Boys dominieren gegen FASS und verlieren dennoch

Obwohl die Wild Boys über die gesamten 60 Minuten das bessere Team waren unterlagen sie, nur einen Tag nach dem Derbysieg, mit 2:3 (0:1,2:1,0:1) gegen FASS Berlin.

 

Die Vorzeichen für einen möglichen Sieg gegen FASS standen nicht schlecht. Zum einen waren die Berliner mit lediglich 11 Feldspielern angereist, zum anderen hat sich der Verdacht eines Leberrisses bei Michal Vymazal nicht bestätigt, so dass er trotz Schmerzen auf dem Eis stand.

 

So waren die gerade mal 300 Zuschauer mehr als optimistisch, dass es ein 6-Punkte-Wochenende werden könnte zumal die Chemnitzer auch gleich richtig loslegten. Immer wieder tauchten sie gefährlich vor dem Berliner Kasten auf. Doch schnell stellte sich heraus dass da mit Christian Krüger ein richtig gut aufgelegter Goalie im Tor stand. In der neunten Minute dann der erste Schock. Nach einem nicht geahndeten Foul an Björn Schenkel, schnappte sich Patrzek die Scheibe und machte mit der ersten Berliner Chance das überraschende 1:0. Die Wild Boys ließen sich aber dadurch nicht verunsichern und erspielten sich Chance auf Chance, aber der Ausgleich wollte nicht fallen. In den letzen Sekunden des ersten Drittels dann die erste Strafe des Spiels und Chemnitz ging mit Überzahl ins zweite Drittel.

 

Es waren gerade ganze 49 Sekunden gespielt und Klemens Kohlstrunk konnte zum 1:1 einschießen. Chemnitz machte also da weiter, wo sie in Schönheide aufgehört hatten, mit einem effektivem Überzahlspiel. Und so sollte es auch weiter gehen. Denn nur eine Minute später die Strafen zwei und drei für die Gäste und die Wild Boys über eine Minute mit zwei Mann mehr auf dem Eis und prompt schlug es wieder bei Krüger ein. Doch ehe es soweit war, hatten die Berliner die Möglichkeit erneut in Führung zu gehen. Bei einem Konter über Leers entschied der Schiedsrichter auf Penalty. Der gefoulte Leers lief an, verlud Schnelle und traf dann nur den Pfosten, Glück für die Wild Boys. Weiter ging es in Überzahl und 12 Sekunden bevor die Berliner wieder vollzählig waren, fuhr Michal Vymazal hinters Berliner Tor, legte auf Klemens Kohlstrunk auf und der bedankte sich mit seinem zweiten Treffer und der Führung für die Wild Boys. Chemnitz drückt nun auf Treffer drei und FASS antwortete weiter mit Kontern. Erneut ist es der schnelle Leers der vor Tim Schnelle auftauchte, aber der Chemnitzer Goalie war auf dem Posten. Dann die erste Strafe für Chemnitz. Doch Fass in Überzahl zu harmlos und so bleibt es vorerst beim 2:1. Mitte des Drittel wieder Riesenchancen in Überzahl für die Wild Boys, doch Krüger hielt einfach alles und brachte die Chemnitzer zur Verzweiflung. Dann musste Björn Schenkel auf die Strafbank und FASS nutzte die Überzahl zum 2:2 Ausgleich. Allerdings durften sich die Gäste bei der Chemnitzer Hintermannschaft für tätige Mithilfe bedanken. Zunächst legte man die Scheibe direkt auf den Schläger von Patrzek und dann sah auch Tim Schnelle schlecht aus. Jetzt wollte FASS mehr und erarbeitete sich einige Chancen. Doch die klareren Chancen hatten weiter die Chemnitzer. Das Berliner Tor war jedoch wie vernagelt.

 

Auch im Schlussdrittel nicht viel Neues. Chemnitz rannte unermüdlich an und Krüger hielt immer dagegen. Selbst in Überzahl wollte es bei den Wild Boys nun nicht mehr klappen. In der 47. Minute Glück für die Wild Boys, denn Tim Schnelle konnte einen Schuss von der roten Linie nicht festhalten und der Puck landete fast im Tor. Zehn Minuten vor Schluss musste der faire Michal Vymazal nach einer unglücklichen Aktion auf die Strafbank. Da sich der Berliner dabei aber verletzte, blieb dem Schiedsrichter nur die Entscheidung auf Spieldauerstrafe. Somit die Chemnitzer fünf Minuten in Unterzahl und für den Rest der Partie ohne Vymazal. Eigentlich sah das Unterzahlspiel der Wild Boys gar nicht so schlecht aus bis zu dem Zeitpunkt, als Tim Schnelle ein folgenschwerer Fehler unterlief. Nach einem Schuss hatte er die Scheibe eigentlich schon sicher, lies diese aber fallen und Labuhn war zur Stelle. Nach einer Auszeit durch Mannix Wolf ging es noch drei Minuten Unterzahl weiter. Trotz numerischer Unterlegenheit machen aber die Chemnitzer das Spiel. Drei Minuten vor Schluss noch mal Strafe für Berlin, aber es sollte nicht sein. Selbst als in den letzen Sekunden der Partie Tim Schnelle sein Tor verließ war noch die Chance zum Ausgleich vorhanden. Am Ende Enttäuschung pur auf der einen Seite und Glückseligkeit auf der Anderen.

 

Diese Niederlage haben sich die Chemnitzer selbst zu zuschreiben, denn wenn man Chancen für drei Spiele hat und diese nicht nutzt muss man sich nicht wundern. Damit verpassten die Wild Boys die Riesenmöglichkeit doch noch an FASS heran zu rücken. Nun gilt es also für den Rest der Saison den 4-Punkte-Vorsprung vor Preussen zu halten. Da nächsten Freitag in Halle wohl nichts zu holen sein wird, ist dann das nächste Heimspiel um so wichtiger. Denn dann kommen am 05.03. eben jene Preussen nach Chemnitz, die in der Tabelle noch hinter den Wild Boys stehen.

 

Quelle:  Wild Boys Chemnitz