

Sonntag, 07.03.2010, 14.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
1 : 3 (0:2 0:0 1:1)
0:1 (10:38) Hurbanek (Neugebauer, Schertz), 0:2 (18:13) Hurbanek (Janke, Scholz) PP1
1:2 (58:22) Seelisch (Leers) UZ1, 1:3 (58:50) Schertz ENG
FASS: 15 + SpD (Kruggel) - 21/0/4
ECC: 14 - 2/6/6
Es war schon etwas erschreckend, wie leicht sich das Team von FASS Berlin beim Derby vorführen ließ. Mit 1:3 (0:2,0:0,1:1) zog man gegen den Lokalrivalen ECC Preussen den Kürzeren. Dabei hatte man sich so einiges vorgenommen, nachdem man vor zwei Tagen gegen die Salle-Bulls Halle an gleicher Stelle kollektiv versagte.
Mit gleich fünf DNL-Verstärkungen wollte man die drei Punkte einsammeln. Aber auch die Preussen wussten, wie man gewinnen kann; hatten sie es doch gerade genießen können beim Auswärtssieg in Chemnitz.
Also ließ man FASS anrennen und wollte unter anderem die Konter nutzen. Und es gelang …
In den ersten Minuten hatten die Akademiker druckvoll nach vorne agiert, aber so nach und nach übernahmen dann die Gäste das Ruder. Nach gut zehn Minuten dann die verdiente Führung des ECC, nachdem Verteidiger Gerstung im eigenen Drittel die Scheibe an Hurbanek verlor und dieser dann eiskalt einnetzte. Der ECC danach weiter mit dem Drang nach vorne, aber FASS-Goalie Albrecht rettete so einige Male glanzvoll. In der 17. Minute fiel dann ein weiterer Verteidiger von FASS negativ auf. Daniel Kruggel bekam eine Spieldauerdisziplinarstrafe, weil er (im gegnerischen Drittel und fernab vom Spielgeschehen) einen harten Check von hinten an Werner austeilte. Also hieß es auch noch fünf Minuten Unterzahl überstehen. Aber nach 90 Sekunden „klingelte“ es bereits im FASS-Kasten; Hurbanek erzielte seinen zweiten Treffer.
Zu Beginn des zweiten Drittels haben es die Gäste versäumt, frühzeitig bereits alles klar zu machen und ihr minutenlanges Überzahlspiel in Tore umzusetzen; Chancen hatten sie zu genüge …
Als FASS dann ab der 22. Minute wieder komplett war, rechnete man eigentlich mit einer Offensive, um den Rückstand wett zu machen. Aber zum Erstaunen aller passierte nichts. Sie hatten zwar oft die Scheibe, aber bis zum Tor von Kremer sind sie selten durchgekommen. Meistens lief man sich fest oder die Pässe gingen ins Leere. Der ECC hielt sich dezent zurück, zeigte sich aber immer wieder gefährlich. So blieb es dann torlos in diesem Abschnitt.
Im letzten Drittel dasselbe Bild. Die Akademiker mit Alleingängen en masse, die aber alle sang- und klanglos verpufften und die Preussen, die den Sieg nach Hause bringen wollten.
Es dauerte bis zur 51. Minute, dann sahen die 748 Zuschauer die erste (!) schöne herausgespielte Torchance von FASS durch Kuch. Als der ECC dann merkte, dass das noch einmal brenzlig werden könnte, nahmen sie ihre Auszeit. Und sie wirkte - FASS „krepelte“ wieder herum…
Als dann in der 58. Minute auch noch Kuch auf die Strafbank musste, feierten die ECC-Fans schon ihren Auswärtssieg. Aber ein gewonnenes Bully und ein trockener Schuß von der blauen Linie von Seelisch zum 1:2 ließ sie etwas verstimmen und bei den FASS-Fans keimte nun etwas Hoffnung auf. Jetzt nahm Chris Lee seine Auszeit und Goalie Albrecht vom Eis, um wenigstens das Penaltyschiessen zu erreichen.
Aber einen wieder mal abgeblockten Angriff der Akademiker nutzte Schertz und schoss den Puck aus dem eigenen Drittel quer übers Eis ins leere FASS-Tor zum 3:1-Endstand für den ECC.

Mit 748 Zuschauern hat FASS eine große Kulisse aufgeboten, darunter ca. 150 Fans der Eisbären aus Hohenschönhausen. Sie sind dem Ruf während der DEL Spiele gefolgt und wollten die Amateurspieler der Eisbären, die mit einer Doppellizenz auch für FASS spielberechtigt sind, sehen und anfeuern.
Die Rechnung ist aber nicht aufgegangen, die Preussen wussten ja um die Wichtigkeit des Spieles und agierten von Beginn an clever und konzentriert auf dem Eis. Nach gut zehn Minuten war es dann Kapitän Kay Hurbanek, der seine Preussen mit 1:0 in Führung brachte. Kurz vor Drittelende war es erneut der Kapitän, der das Ruder fest in der Hand hielt und auf 2:0 erhöhen konnte. Besonders zu loben war auch die Disziplin der Preussen, im ersten Drittel gab es nur eine Strafzeit gegenüber fünf bei den Akademikern, bei denen auch Daniel Kruggel wegen eines groben Fouls vorzeitig zum duschen durfte.
Im zweiten Drittel war dann das Spiel der Akademiker wesentlich disziplinierter und sie konnten auch große Spielanteile erlangen. Im Tor der Preussen stand erneut Jan Kremer für den verletzten Leonhardt und Kremer lieferte eine Meisterleistung ab, die Preussen dürften mit diesem jungen Talent künftig einen weiteren Spitzenmann im Tor haben. Das Drittel blieb torlos und die Spannung steigerte sich weiter.
Auch im letzten Drittel war das Spiel sehr ausgeglichen mit Vorteilen für die Akademiker, da sich jetzt die Preussen unnötige Strafzeiten einfingen. In der 59. Minute waren die Akademiker allerdings in Unterzahl, konnten doch geschickt kontern und Seelisch verkürzte auf 1:2. Bange 98 Sekunden standen noch für die Preussen auf der Uhr zum Sieg. Trainer Lee der Eisbären nahm Torhüter Albrecht zu Gunsten eines Feldspielers aus dem Tor und Preussen Routinier Schertz schoss aus dem eigenen Drittel die Scheibe ins leere Tor der Akademiker.
Endstand 1:3 und drei Punkte für die Preussen.
Quelle:
K. W. Riemer für den ECC