

Sonntag, 21.03.2010, 14.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
5 : 1 (1:1 2:0 2:0)
0:1 (12:36) Potac (L. Müller, Weiss), 1:1 (13:05) Schmidt (Gerstung)
2:1 (21:39) Schmidt (Masche, Leers) UZ1, 3:1 (30:54) Kuch (Kugler, Pietsch)
4:1 (40:59) Masche (Schmidt, Seelisch), 5:1 (46:21) Uvira (Geiseler, Kuch)
FASS: 16 + 10 (Kugler) + 10 (Ludwig) - 2/16/18
BLL: 10 + MS (L. Müller) - 4/4/27
FASS: Krüger, Albrecht; Schwarzbach, Balko, Kugler, Geiseler, Leibrandt, Seelisch, Gerstung, Winkler; Kuch, Ludwig, Pietsch, Schmidt, Leers, Masche, Uvira, Harloff, Labuhn
BLL: Preiß, Schmidt; Witting, Potac, Jens Müller, Rohacik; Weiß, Lehmann, Hoffmann, Bartell, Schoppa, Szygula, Lars Müller, Eichelkraut
Ein hochklassiges Eishockeyspiel sahen 345 Besucher beim 5:1 (1:1/2:0/2:0)-Erfolg von FASS Berlin gegen die Blue Lions Leipzig. FASS gelang damit als einzigem Team der Regionalliga Ost ein Sieg gegen den Meister.
Leipzig trat ohne Goalie Adam Ondraschek, Christopher Kasten und Jiri Mikesz an. Diese weilten mit der Sachsenliga beim Endspiel in Dresden. In Berlin waren die Sachsenligakeeper Nr. 3 und 4, Christian Preiß und Grigori Schmidt. FASS trat gegenüber Freitag fast unverändert an. Neu dabei waren André Winkler und Patrick Balko.
Das Spiel begann mit einem Schock für beide Teams. Nach nur 93 Sekunden prallte FASS-Keeper Christian Krüger bei einem Rettungsversuch mit Leipzigs Daniel Bartell zusammen. Beide konnten nicht weiterspielen. Danach nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Beide Mannschaften gingen hohes Tempo und erspielten sich zahlreiche Torchancen. Sebastian Albrecht und Leipzigs Christian Preiß hatten einiges zu tun. Als Josef Potac in der 13. Minute den Meister aus der Messestadt in Führung brachte, schien alles seinen normalen Weg zu gehen. Aber wer hätte geahnt, dass dies das letzte Leipziger Tor in dieser Partie sein sollte... FASS wollte es an diesem Tag wissen. Das Team kämpfte um jeden Puck und kam zum verdienten Ausgleich. Der gut aufgelegte Jan Schmidt überwand Leipzigs Goalie 29 Sekunden nach der Führung. Das Spiel wurde auch danach sehr intensiv geführt. Tore fielen aber im ersten Abschnitt nicht mehr.
Im Mittelabschnitt ging der Kampf um jeden Puck weiter. Die Leipziger hatten ihre liebe Mühe mit den schnellen Spielern im Team von FASS. 99 Sekunden waren im 2. Drittel gespielt, da schaffte Jan Schmidt in Unterzahl die Führung von FASS. Nun wurde es hektisch. Als sich dann auch noch Florian Eichelkraut Mitte des Drittels verletzte, weil ihn ein Puck im Gesicht traf, trat Leipzigs Trainer auf den Plan. Er holte den Schiedsrichter an die Spielerbank, um seinen Unmut kund zu tun. Und siehe da, plötzlich kassierte FASS einige kleine Strafen. Nutzte aber nichts, im Gegenteil, Daniel Kuch brachte die Gastgeber sogar mit 3:1 in Front (31.). Noch einmal hektisch wurde es nach Abpfiff. Leipzigs Jens Müller und Justin Ludwig bekamen sich in die Haare und durften sich dafür zu Beginn des letzten Drittels ausruhen. Ludwig sogar 10 Minuten länger als Leipzigs Spieler.
Alle Versuche von Leipzig, eventuell das Spiel noch zu drehen, machten die Akademiker schnell zu Nichte. Bereits nach 45 Sekunden sorgte Rumid Masche mit dem 4:1 für eine Vorentscheidung. Für den Endstand von 5:1 sorgte Sebastian Uvira, der zudem den 100sten Saisontreffer für FASS erzielte. Unschön wurde es in der 56. Minute, als Lars Müller dem Torschützen zum 5:1 den Schläger ins Gesicht schlug. Trotz Gitter musste Berlins Stürmer angeschlagen vom Eis. Es war die letzte aufregende Situation in diesem Spiel.
FASS zeigte wieder eine geschlossen gute Mannschaftsleistung. Bei Leipzig wusste Goalie Christian Preiß zu gefallen, er zeigte einige gute Saves.
Frage: Wie gewinnt man ein Eishockeyspiel, wenn nur noch der Rumpf des Rumpfkaders zur Verfügung steht? Antwort: Gar nicht. Das bewiesen am Sonntag auch die Blue Lions, die in ihrem wahrscheinlich letzten Ligaspiel bei FASS Berlin 1:5 (1:1, 0:2, 0:2) unterlagen. Denn viel war nicht mehr übrig von dem Team, das die Regionalligameisterschaft so eindrucksvoll gewonnen hatte und bis zu diesem Nachmittag im Wettbewerb ohne Niederlage geblieben war.
Der Grund: Die Lions stellten am Sonntag drei der vier noch verbliebenen U23-Spieler für das Sachsenliga-Team ab, dass am Abend die zweite Partie im Playoff-Finale bestritt. Der Gewinn des Finales hätte den Aufstieg in die Regionalliga zur Folge, in der jetzt die Blue Lions spielen. Deren Verbleib in der Liga ist ungeklärt. Also soll die theoretische Chance auf einen Neuanfang nach der dritten Insolvenz mit dem Aufstieg der Amateure gesichert werden - auch wenn sich bisher keiner öffentlich zu einer Fortführung bekannt hat. Man setzt auf das Prinzip Hoffnung.
Also versahen am Sonntag Keeper Adam Ondraschek, Verteidiger Christopher Kasten sowie der Angreifer Jiri Mikesz ihren Dienst bei den Amateuren. Die Profis wurden dafür mit Akteuren "verstärkt", die zwar formal zum Kader der Sachsenligatruppe gehören, dort aber eher selten zum Einsatz kamen. So hütet beim Gastspiel in der Hauptstadt mit Christian Preiß der wahlweise dritte oder vierte Keeper des Fünftligisten das Tor des Viertligisten. Im ersten Drittel musste zudem Daniel Bartell verletzt vom Eis.
Angesichts dessen war das 1:5 keine allzu große Überraschung.