Landesliga
Archiv 2009/10

EC Bärlin - FASS Berlin (Play Off/Finale)

Sonntag, 28.03.2010, 16.00 Uhr, Paul-Heyse-Str.

 

3 : 4 (0:1 1:1 2:2)

Tore

0:1 (19:49) Marowski (Ristow, Müller) PP1

 

0:2 (20:22) Leffelsender (Ristow, Marowski), 1:2 (28:03) Höhling (Renner, Böttcher)

 

2:2 (53:12) Dittmar (Höhling, Renner) PP2, 3:2 (54:12) Dittmar (Renner, Franetzki) PP1, 3:3 (58:40) Tittus (Leffelsender), 3:4 (59:06) Marowski (Leffelsender, Müller)

PIM

ECB: 14

FASS: 22 + 10 (Tittus)

Berichte

Nach sechs Jahren Pause wieder Meister

4:3-Erfolg über den EC Bärlin – Dramatisches letztes Drittel mit Happy End

 

In der Saison 2003/2004 konnte sich die Landesligamannschaft des F.A.S.S. e. V. Berlin letztmalig mit dem Titel „Berliner Meister“ krönen. Danach war es zunächst zwei Jahre ruhig um das Team, ein Neuaufbau der Mannschaft erfolgte. Schließlich machte sich dann auch über einen vierten (06/07) und dritten Platz (07/08) sowie dem letztjährigen Endspiel ein kontinuierlicher Aufwärtstrend bemerkbar. Nun sollte die zweite Finalteilnahme nacheinander mal wieder einen Titel für die Akademiker bringen und um es vorweg zu nehmen: Es gelang. 54 Sekunden vor dem Ende erzielte Jules Marowski mit einem simplen Bauerntrick und seinem zweiten Tor den vielumjubelten Siegtreffer vor gut 100 Zuschauern in der Paul-Heyse-Eishalle.

 

Zuvor war die Mannschaft von Trainer Andreas Schreiber durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. In einem ausgeglichenen ersten Drittel konnte man in Überzahl elf Sekunden vor der Pausensirene in Führung gehen; Torschütze war dabei Jules Marowski, der, am hinteren Pfosten lauernd, einen Querpass von Patrick Ristow kurz und trocken verwertete.

 

Im zweiten Abschnitt lief es anfangs auch noch wie gewünscht, denn bereits 22 Sekunden nach Beginn erhöhte Marco Leffelsender auf 2:0. Aber der EC Bärlin zeigte, warum er die Vorrunde als Tabellenführer abgeschlossen und auch verhältnismäßig locker das Halbfinale gegen den ASC Spandau gewonnen hatte. Die Bärliner erhöhten nun ihrerseits den Druck und konnten in der 29. Spielminute durch Norman Höhling auf 1:2 verkürzen. Fabian Theil im Tor von FASS, der wie sein Gegenüber Thomas Schwarzmeier an diesem Nachmittag Schwerstarbeit zu verrichten hatte, war dabei machtlos. Trotz zahlreicher Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb es bei diesem Spielstand und jedem war klar, dass das letzte Wort in diesem Spiel noch nicht gesprochen war.

 

Und in den letzten zwanzig Minuten wurden die Zuschauer dafür mehr als belohnt, dass sie an diesem verhältnismäßig kalten und verregneten Sonntagnachmittag den Weg in den Ortsteil Prenzlauer Berg gefunden hatten. Das Spiel wurde noch intensiver geführt als in den 40 Minuten zuvor und auch der Körpereinsatz verstärkte sich, was natürlich auch nicht ohne Strafzeiten und Diskussionen vonstatten ging. Ein Leidtragender war dabei Nicolai Tittus, der nach einem Wortgefecht mit einem der Schiedsrichter in der 47. Minute eine Disziplinarstrafe absitzen musste. Als dann auch noch Klaus-Bodo Esdar und Maximilian Müller kurz nacheinander zwei Minuten bekamen, nutzte der EC Bärlin die doppelte Überzahl und konnte innerhalb von 60 Sekunden durch zwei nahezu identische Treffer von Norman Dittmar in Führung gehen (54./55.). FASS nahm zunächst eine Auszeit, um den Rückschlag zu verdauen und nicht blind in den endgültigen K.O. zu rennen, schließlich blieben ja noch über fünf Minuten zu spielen. Als dann das Spiel wieder lief, verlegte sich der EC Bärlin auf das Kontern. FASS hingegen drückte zunächst vergeblich auf den Ausgleich, der ja zumindest das Penaltyschießen gebracht hätte. Aber bei Fünf gegen Fünf war für die Weddinger kein Durchkommen. Viele Zuschauer hatten sich schon kurz vor dem Ende mit dem neuen Titelträger EC Bärlin abgefunden, als eine Strafe gegen beide Teams dann den Platz zum Kombinieren und auch den dem Spielverlauf entsprechend verdienten Ausgleich brachte. Nico Tittus, der mittlerweile seine Disziplinarstrafe abgesessen hatte, schlich sich von der blauen Linie weg und konnte ein Zuspiel von Marco Leffelsender zum 3:3 einhämmern (59.). Nun zeigte sich der bis dahin schon fast sicher geglaubte neue Meister kurz unkonzentriert und nur 26 Sekunden nach dem Ausgleich war es Jules Marowski, der, wie schon erwähnt, mit einem „Bauerntrick“, die Meisterschaft zu Gunsten des F.A.S.S. entschied.

 

Andreas Schreiber, Trainer Landesliga und 2. Vorsitzender des F.A.S.S. e. V.:

"Das war für uns eine großartige Saison. Es ist beeindruckend, wie sich das Niveau der Liga in den letzten drei Jahren gesteigert hat und wir sind sehr zufrieden, dass wir es geschafft haben hier nicht nur mitzuhalten, sondern uns letztlich auch durchzusetzen. Wir sehen darin den Lohn für vier Jahre Arbeit mit der Mannschaft, die trotz Um- und Neuaufbau stetig zusammengewachsen ist. Wir hoffen, dass sich der Trend in der Landesliga fortsetzt: Weniger Hobbyliga und mehr Ambition. Das verbessert sowohl den Stellenwert der Liga als auch die Perspektive für junge Spieler, die in den Seniorenbereich nachkommen."

 

Wolf-Dietrich Kindt, Mannschaftsleiter:

"Wir hatten dieses Jahr das Glück, das uns letztes Jahr noch gefehlt hat. Aber nachdem wir uns die letzten Jahre kontinuierlich nach oben gearbeitet haben, war es letztlich verdient, dass wir auch mal oben ankommen. In den Play Off hat sich die Landesliga wirklich von ihrer besten Seite gezeigt: Schnelle, spannende und dazu noch überaus faire Spiele. Ich hoffe, so geht es weiter."

 

red

FASS Berlin neuer Landesligameister

Über 100 Zuschauer sahen im Paul-Heyse-Stadion ein kampfbetontes und auch hart umkämpftes Landesligafinale zwischen dem EC Bärlin und FASS Berlin, das erst in der letzten Spielminute seine Entscheidung fand.

 

54 Sekunden vor dem Ende sicherte Jules Marowski mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag den Akademikern den 3:4 (0:1/1:1/2:2) – Sieg.

 

Mit Spannung erwartet wurde das Finale zwischen dem EC Bärlin und FASS Berlin. Beide Teams haben nicht nur erfahrene Spieler in ihren Reihen, beide Vereine können auch zahlreiche Erfolge in der Landesliga vorweisen. Der EC wurde vier Mal Berliner Meister, ab der Saison 2004/05 konnten bis zur Saison 2007/08 gingen alle Titel an die Bärliner.

FASS gewann in den letzten 20 Jahren fünf Titel, davon in den 90ern vier, der letzte Titelgewinn gelang in der Saison 2003/04.

 

Beim EC Bärlin fehlten zwar einige Akteure, dennoch waren beide Teams gut genug besetzt, um den Zuschauern eine spannende und abwechslungsreiche Partie zu liefern. Von der ersten Sekunde an zeigten beide Teams viel Einsatzwillen, unfair wurde es aber zu keinem Zeitpunkt. Das war auch ein Verdienst der gut leitenden Schiedsrichter, die zu diesem Finale gepasst haben. Schnell wurde in diesem Spiel klar, das die Goalies Thomas Schwarzmeier (EC) und Fabian Theil (FASS) einiges zu tun bekommen würden. Der Bärliner Keeper hatte dabei die klareren Chancen zu vernichten. Aber das machte er, genau wie sein Gegenüber, seht gut. Machtlos war er allerdings 11 Sekunden vor der ersten Pause, als Jules Marowski FASS bei Überzahl mit 0:1 in Führung brachte.

 

22 Sekunden waren im Mittelabschnitt gespielt, da erschien das zweite Tor auf der Anzeigetafel. Wieder für FASS, diesmal war Marco Leffelsender der Torschütze. Nun mussten die Bärliner kommen. Das taten sie auch. Aber selbst etwas mehr wie eine Minute mit zwei Feldspielern mehr auf dem Eis konnten nicht genutzt werden. Der erlösende 1:2 Anschlusstreffer gelang Norman Höhling dann in der 29. Minute. Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten fielen im 2. Drittel keine weiteren Tore, was vor allem an den guten Torhütern lag.

 

Richtig spannend wurde es dann im Schlussabschnitt dieses denkwürdigen Finals. Der EC drückte weiter, FASS konterte und kassierte neben einigen kleinen Strafen auch eine 10er, weil Nicolai Tittus etwas zuviel meckerte. Dann die 54. Minute. Wieder der EC mit zwei Feldspielern mehr auf dem Eis und damit der großen Chance zum Ausgleich. Zwei Mal zog Norman Dittmar von der blauen Linie ab und beide Male schlug der Puck im Tor von FASS ein. (54., 55.). Der EC führte plötzlich mit 3:2. Nun waren die Weddinger unter Druck. Coach Andreas Schreiber nahm direkt nach dem 3:2 eine Auszeit. FASS drückte jetzt auf den Ausgleich. 80 Sekunden vor dem Ende erzielte diesen dann Nicolai Tittus, dem man schon im Halbfinale ansah, wie viel Spaß ihm das Spielen mit seinen alten Kumpels bei FASS macht. Und es kam noch besser für den Vizemeister der letzten Saison. 54 Sekunden vor dem Ende versucht Jules Marowski es einfach mit einem Bauerntrick und hat damit Erfolg. Ein sehr unglücklicher Gegentreffer für den ansonsten überragenden EC-Keeper. Der EC versuchte zwar noch einmal den Ausgleich zu erzielen, aber FASS rettete den Vorsprung über die Zeit.

 

FASS Berlin gewinnt damit die Berliner Meisterschaft. Die Landesliga hat damit endgültig drei Teams, die auf einem Level spielen. Die Bärliner haben großartig gekämpft, es sollte aber in diesem Jahr nicht mit dem Titel klappen.

 

Insgesamt betrachtet geht damit eine vom spielerischen Niveau her gute Landesligasaison zu Ende, in deren Verlauf einige interessante neue Spieler in die Liga gestoßen sind. Und auch für die nächste Saison deuten sich schon einige bemerkenswerte Transfers an, womit auch die Saison 2010/11 mit Sicherheit spannende Spiele zu bieten haben wird.

 

 Norbert Stramm für Radio Eiskalt