Freitag, 24.09.2010, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
6 : 7 n. P. (1:3 4:0 1:3 - 0:1)
0:1 (09:25) Schimming (Brümmer, Herbst), 0:2 (09:55) Stratmann (Schneider, Herbst), 0:3 (13:27) Stratmann UZ1, 1:3 (15:39) Veber (Vorderbrüggen)
2:3 (21:31) Leers (Gries, Veber), 3:3 (23:08) Hecker (Czajka, Seelisch), 4:3 (31:36) Schlenker (Czajka, Hecker) PP2, 5:3 (38:22) Hecker (Czajka, Schlenker)
5:4 (44:42) Stramkowski (Wegner, Herbst), 5:5 (55:26) Stratmann (Schneider, Herbst), 5:6 (58:20) Stramkowski (Blank) PP1, 6:6 (59:37) Kuch (Czajka, Schlenker) PP1
6:7 (65:00) Koubenski GWS
FASS: 12 - 2/2/8
PIRA: 20 + 10 (Stratmann) - 2/20/8

Von 0:3 über 5:3 auf 5:6 – Ausgleich durch Daniel Kuch 23 Sekunden vor Schluss – Wechselhafter Auftritt beider Teams – Benjamin Hecker trifft doppelt - Patrick Czajka mit vier Vorlagen
Ein mehr als unterhaltsames Vorbereitungsspiel erlebten die 174 Zuschauer am Freitagabend im Erika-Hess-Eisstadion, denn die Partie zwischen den Hausherren und den Gästen von der Ostsee bot nahezu alles, was auch ein Ligaspiel ausmacht: Tempo, packende Zweikämpfe, schöne Spielzüge und vor allen Dingen Tore. Zwölf an der Zahl in der regulären Spielzeit, um es genau zu nehmen. Den Dreizehnten wollen wir nicht unterschlagen, aber er entschied das Spiel zu Gunsten der Piranhas und besiegelte die erste Niederlage im fünften Test.
Dabei begann es alles andere als gut für die Mannschaft von Chris Lee, die schon wegen der Ausfälle im Kader mit Feodor Boiarchinov und Marc Vorderbrüggen zwei weitere Spieler aus dem DNL-Team der Eisbären Juniors zur Unterstützung bekommen hatte. Denn bereits nach 54 Sekunden wurde die sowieso schon lange Liste der Verletzten/Erkrankten/Rekonvaleszenten beim F.A.S.S. um eine Position verlängert. Beim ersten Rostocker Angriff stürzte Verteidiger Jörn Kugler nach einem Zweikampf so unglücklich gegen die Bande, dass für ihn das Spiel beendet war. Eine erste Diagnose im Krankenhaus ergab eine schwere Bänderdehnung, näheres steht aber erst in der nächsten Woche fest.
Trotz dieses Schocks setzten aber die Akademiker das erste (hörbare) Zeichen; Patrick Czajka traf nach einem Break in Unterzahl in der vierten Minute leider nur den Pfosten. Dann zeigten die Rostocker, warum sie die Favoriten für die kommende Spielzeit in der Oberliga Nord sind und man ihnen keine Lücken bieten darf. Durch einen Doppelschlag in der zehnten und einen weiteren Treffer in der dreizehnten Minute zogen sie bis auf 0:3 davon (Schimming, Stratmann/2). Das 1:3 durch Roman Veber in der 16. Minute war für viele Fans zu diesem Zeitpunkt wohl nur eine Ergebniskosmetik, tatsächlich war es aber ein Weckruf, denn nach dem zweiten Drittel stand es 5:3.
Im zweiten Abschnitt zeigte beide Mannschaften ein völlig anderes Gesicht, die Hausherren attackierten früher und gingen auch hartnäckiger in die Zweikämpfe, die Piranhas wollten mit dem Gefühl der sicheren Führung wohl einen Gang runterschalten. Ein Fehler, denn das Team von Chris Lee dachte überhaupt nicht daran, das Spiel ohne Widerstand herzugeben. Zuerst sorgten Christian-Alexander Leers und Benjamin Hecker mit ihren Toren für den Ausgleich, dann schossen Vincent Schlenker und erneut Benjamin Hecker FASS in Führung. Von den Raubfischen war in diesem Drittel nicht viel zu sehen, zu stark war das Spiel der Hausherren. Einige Strafzeiten taten bei den Gästen dann ihr übriges.
Im letzten Abschnitt drehte sich das Geschehen auf dem Eis erneut. Nun wollten die Akademiker das Spiel verwalten und die Piranhas ihrerseits wollten nicht mit einer Niederlage nach Hause fahren. Aus dem 5:3 wurde zunächst ein 5:5, dem ein Wermutstropfen für die Rostocker folgte, denn der dreifache Torschütze Paul Stratmann musste nach einem Zusammenprall mit Jan-Hendrik Seelisch verletzt vom Eis. Über die Schwere seiner Verletzung wurde leider nichts bekannt, von hier aus aber gute Besserung und schnelle Genesung. Die letzten zwei Minuten hatten es dann noch mal in sich. Erst erzielte Jens Stramkowski 80 Sekunden vor der Sirene die Rostocker Führung, aber 23 Sekunden vor dem Ende war es Daniel Kuch, der ein halbwegs versöhnliches Ende für die FASS-Fans möglich machte. Im folgenden Penaltyschießen zeigte sich Viatchetslav Koubenski als nervenstärkster Schütze und wurde damit zum Matchwinner. Bei seinem ersten Penalty glich er für Rostock aus, dann erzielte er auch noch den Siegtreffer.
Fazit: Es war mehr als nur ein einfaches Testspiel. Und es war ein Ausblick auf das, was in zwei Wochen kommt, wenn es mit der Liga losgeht.
Mannschaftsleiter Peter Wagenfeldt sah es nach dem Spiel mit gemischten Gefühlen: „Für die Zuschauer war es unterhaltsam.“
Chris Lee zeigte sich mit dem Spiel zufrieden, wenn auch mit Einschränkungen: „Es war ein schnelles Spiel auf hohem Niveau, aber wir müssen über die ganzen 60 Minuten Eishockey spielen.“
Nachdem die Akademiker aus allen bisherigen 4 Vorbereitungsspielen gegen Braunlage und Adendorf teils deutlich überlegen als Sieger hervorgingen, war klar, dass mit den Rostock Piranhas ein etwas anderes Kaliber im Wedding antreten würde, auch wenn der Favorit der Nordgruppe erst seit 2 Wochen auf dem Eis steht. Was die 174 Zuschauer an diesem Freitagabend im Erika-Hess-Eisstadion letztlich geboten bekamen, erinnerte dann mehr an ein Meisterschafts- denn Testspiel: Hart umkämpft und spannend bis zur letzten Sekunde. Ein leicht ersatzgeschwächtes Weddinger Team mit Sachsenliga-Goalie Benjamin Nitschke im Tor bewies dabei Kampfgeist, wandelte einen 0:3 Rückstand in eine 5:3 Führung um, geriet erneut in Rückstand, um dann fast buchstäblich in der letzen Sekunde den Ausgleich zu schaffen. Auch wenn man im anschließenden Shoot-out
den Gästen unterlag, zeigte das Team von Trainer Chris Lee eine insgesamt gute Leistung, ließ sich nach Abpfiff zu Recht von den Fans feiern.
Im ersten Drittel sah es zunächst nicht nach der spannenden Partie aus, die es später werden sollte. In den ersten 8 Minuten ging es zwar munter hin und her, viel zu tun bekamen die Goalies auf beiden Seiten aber vorerst nicht. Einzige Großchance hatte Patrick Czajka, der nach einem Break in Unterzahl alleine vor dem Gehäuse von Ex-Mannschaftskameraden Tobias John auftauchte, diesen bilderbuchmäßig ausspielte, dann aber nur gegen den Pfosten schlenzte (20). Nitschke wurde erst weit später zum ersten Mal richtig getestet, dafür musste er dann auch kurz danach innerhalb von nur 30 Sekunden gleich zweimal hinter sich greifen. Christopher Schimming trug den Puck im Gestochere vor dem Tor über die Linie, Paul Stratmann verwandelte seinen eigenen Rebound, der ihm direkt auf der Kelle sprang (10.). Die Akademiker in der Folge deutlich geschockt, die Piranhas mit starkem Zug nach vorne. Auch eine Strafzeit in der 14. Spielminute konnte sie nicht bremsen, im Gegenteil, in Unterzahl konnten sie durch einen Treffer von Stratmann ihre Führung auf 0:3 ausbauen. Dies schien die Akademiker aber eher etwas wachzurütteln als weiter einzuschüchtern, im weiteren Verlauf fand man wieder besser in Spiel, vergab zwar einige Chancen, konnte mit einem schön rausgespielten Tor von Roman Veber und Marc Vorderbrüggen aber noch dem Anschlusstreffer im ersten Drittel erzielen (16.).
Lee schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, die Mannschaft kam wie verwandelt aus der Kabine, spielte ein grandioses Drittel, dass man mit 4:0 mehr als deutlich für sich entscheiden konnte. Gut anderthalb Minuten nach Wiederanpfiff klingelte es schon in Johns Kasten, Christian-Alexander Leers überwand den Berliner zum 2:3. Erneute anderthalb Minuten später traf Benjamin Hecker endlich nach einigen vorangegangenen vergebenen Chancen zum verdienten 3:3 Ausgleich (24.). Die Piranhas nun ihrerseits etwas geschockt und als FASS dann sogar bei zweifacher Überzahl in Führung ging (32.), reagierten die frustrierten Gäste mit recht unfairen Mitteln, brachten Härte ins Spiel, für die sie zwar von Hauptschiedsrichter Metzkow betraft wurden, aber nicht konsequent genug. Beim 4:3 gab es auf Rostocker Seite den wohl planmäßigen Torwartwechsel, und Patrick Hoffmann konnte seinen Kasten zunächst trotz einiger Unterzahlsituationen sauber halten, musste dann aber bei 5 zu 5 erstmals hinter sich greifen: Hecker erhöhte nach schöner Vorarbeit von Czajka und Vincent Schlenker auf 5:3 (39.).
Leider konnten die Gastgeber den Schwung aus dem Mittelabschnitt nicht ins Schlussdrittel rüberretten wohingegen die Mannschaft um Gäste-Coach Harald Kuhnke wieder ins Spiel zurückfand. Die Folge erst der 5:4 Anschluss (Jens Stramkowski, 45.), dann Stratmann mit seinem 3. Treffer zum 5:5 Ausgleich (56.). Als dann Stramkowski knapp drei Minuten später in Überzahl zum 5:6 traf , schien das Spiel schon gelaufen. Doch FASS bewies erneut Charakter, setzte alles auf eine Karte, nahm in Überzahl Goalie Nitschke eine knappe Minute vor Spielende Goalie Nitschke vom Eis und Daniel Kuch erzielte 23 Sekunden vor dem Abpfiff den viel umjubelten 6:6 Ausgleich. – ein dem Spielverlauf durchaus angemessenes Ergebnis .
Ursprünglich sollte bei einem Gleichstand nach regulärer Spielzeit die in dieser Liga folgende Verlängerung mit je 4 Feldspielern geübt werden, aufgrund der doch recht aufgeheizten Stimmung auf dem Eis entschlossen sich beide Mannschaften, stattdessen doch lieber gleich zum sichereren, da kontaktfreien, Penaltyschießen überzugehen. Die ersten 3 Schützen (Czajka, Stramkowski, Schlenker) scheiterten allesamt am Torwart, Ronny Schneider vergab, lediglich Hecker und Viachtslav Koubenski verwandelten souverän. In Runde 2 entschlossen sich beide Trainer, mit den erfolgreichen Torschützen anzufangen, diesmal bewies aber Koubenski die besseren Nerven und erzielte den 6:7 Siegtreffer.
Einen Sieger oder Verlierer gab es in der heutigen Partie eigentlich nicht wirklich – das 6:6 nach regulärer Spielzeit drückt das Kräfteverhältnis beider Teams sehr angemessen aus. Als Pechvogel des Spiels kann man wohl Akademiker Jörn Kugler bezeichnen, für den die Partie bereits nach 54 Sekunden vorbei war, als er so unglücklich in die Bande rutschte, dass er sich eine Knöchelverletzung zuzog. Die Schwere der Verletzung und respektive die Dauer seines Ausfalls wird sich im Laufe der Woche ergeben. Da FASS nächstes Wochenende spielfrei hat, bleibt die Hoffnung, dass er und auch andere Verletzte bzw. Kranke bis zum offiziellen Saisonstart am 8. Oktober wieder fit sind, und man gegen die Icefighters aus Leipzig in Bestbesetzung antreten kann.