Sonntag, 26.09.2010, 19.00 Uhr, Rostock-Schillingallee
2 : 4 (0:1 1:1 1:2)
0:1 (02:11) Czajka (Schlenker, Hecker)
1:1 (32:12) Haiduk (Stramkowski), 1:2 (39:39) Haase (Czajka, Hecker) PP1
1:3 (44:28) Hecker (Supis, Czajka), 2:3 (49:49) Stramkowski (Koubenski, Schneider), 2:4 (51:48) Gries (Leers, Seelisch)
PIRA: 10 - 2/6/2
FASS: 10 - 6/2/2

Im letzten Test mit zehn Feldspielern 4:2-Erfolg bei den Piranhas - Chris Lee: "Die Mannschaft hat eine tolle Vorbereitung gespielt." - Sechs Spiele, fünf Siege, 29:16 Tore, in regulärer Spielzeit sogar ungeschlagen
Sorgenfalten auf der Stirn sah man bei der sportlichen Leitung der Akademiker vor der Abfahrt nach Rostock. Berufsbedingt und aufgrund von Verletzungen sowie Krankheit saßen nur neun Feldspieler und Torwart Benjamin Nitschke im Bus (Verteidiger Jan-Hendrik Seelisch kam privat nach) und nach dem Auftritt der Piranhas am Freitag in Berlin musste man mit einem eher negativen Ergebnis rechnen.
Auf Rostocker Seite schien man es ähnlich zu sehen, denn der Stadionsprecher fand es offensichtlich lustig, den Kader des F.A.S.S. mit den Worten zu kommentieren: „Was, nur zehn Feldspieler, das ist tatsächlich so.“ Und Patrick Czajka kam auch noch in den Genuss einer Sonderbehandlung. Nicht nur, dass der Name auf dem Spielbericht falsch geschrieben war, dazu wurde er auch noch mit dem hämischen Satz begrüßt: „Das ist Patrick Czajka, der war mal bei uns, dann in Leipzig und jetzt bei FASS, was für ein Aufstieg.“
Aber wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
2:4 stand nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel in der Schillingallee und man sah in einige lange Gesichter. Denn dieser Sieg war mehr als verdient. Zehn Akademiker schalteten über weite Strecken des Spiels nach Belieben und die Piranhas konnten sich danach sowohl bei Tobias John als auch bei Patrick Hoffmann bedanken, dass es nur ein 2:4 war.
Ob die Begrüßung noch zusätzliche Kräfte beim F.A.S.S. freigesetzt hatte, ist nicht bewiesen, aber der Sprecher hatte dann die Möglichkeit, zumindest den Namen des „ehemaliger Rostocker Spielers“ zu üben, ein Tor und zwei Vorlagen waren die Ausbeute. Aber auch alle anderen inklusive Torwart Benjamin Nitschke zeigten sich von ihrer besten Seite.
Eher abwartend begannen beide Mannschaften, bei den Gastgebern fehlten Paul Stratmann und Karol Bartanus, dafür war Normen Dickmanns im Kader. Der erste richtige Angriff der Akademiker brachte die Führung in der dritten Minute. Benjamin Hecker mit einem langen Pass aus dem eigenen Drittel auf Vincent Schlenker, der auf Patrick Czajka ablegte. Der ließ noch einen Verteidiger stehen und tanzte John aus - 0:1. FASS machte danach die Räume eng und die Rostocker fanden keine Mittel. Der erste gefährliche Schuss auf den Kasten von Nitschke kam in der siebenten Minute. Die Mannschaft von Chris Lee war in diesem ersten Abschnitt dem 0:2 näher als die Piranhas dem Ausgleich, es blieb aber bei der knappen Führung.
Im zweiten Abschnitt das selbe Bild. FASS attackierte früh, blieb zweikampfstark und erstickte die meisten Rostocker Aktionen schon vor dem Abschluss. Eine Einzelaktion von Jens Stramkowski brachte dann aber doch den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich. Über das halbe Spielfeld kam er bis hinter das Tor von Benjamin Nitschke und konnte von dort Eric Haiduk anspielen, der ohne Schwierigkeiten ausglich (33.). FASS erholte sich von dem Ausgleich ziemlich schnell und kam in der 40. Minute in Überzahl zur erneuten Führung. Benjamin Hecker auf Patrick Czajka, der, anstatt selber abzuschließen, uneigennützig auf den mitgelaufenen Henry Haase ablegte. Ein völlig leeres Tor ließ sich der Youngster im Team nicht entgehen – 1:2.
Im letzten Drittel blieb Rostock zwar bemüht, aber FASS machte das, was am Freitag leider nicht gelungen war, nahezu perfekt – eine Verwaltung des Ergebnisses. Und das Team blieb über die ganze Zeit mit Kontern gefährlich. Einer dieser Konter führte zum 1:3. Patrick Czajka über links auf Benjamin Hecker, der kurz und trocken abzog (45.). Das 2:3 durch den wohl besten Rostocker Jens Stramkowski brachte dann noch mal Aufregung sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen. Die FASS-Spieler reklamierten den Treffer, weil er mit dem Schlittschuh erzielt wurde. Aber vergeblich, Hauptschiedsrichter Möhring gab ihn (50.). Es folgte noch ein Aufbäumen bei den Hausherren, aber Christian Gries beendete auch das gut zwei Minuten später. Ein eher harmloser Schuss rutschte Patrick Hoffmann an der Fanghand vorbei ins Netz. Tore fielen danach nicht mehr und somit blieb es schließlich bei dem 2:4.
Fazit: Wenn das Team diese Leistung in der Meisterschaft bringt, die sie in den Testspielen gebracht hat, muss sie von allen anderen Mannschaften in der Liga mehr als ernst genommen werden. Zweikampfstark, einsatzfreudig und ein hoher läuferischer Aufwand über 60 Minuten; eine konsequente Defensivarbeit und schnelles Angriffsspiel. Damit gewinnt man Spiele. Trotzdem ist die Liga etwas anderes, worüber sich nicht nur Co-Trainer Rumid Masche bewusst ist: „In gut zwei Wochen geht es erst richtig los.“
Benjamin Nitschke äußerte sich nach dem Spiel übrigens zu den beiden vermeintlichen Schlittschuhtoren gegen ihn: „Am Freitag kam die Scheibe durch einen Kick auf mein Tor. Die konnte ich noch abwehren, aber danach war noch einer mit dem Schläger dran. Und heute war es auch keins. Die Scheibe prallte mehr von der Kufe des Rostockers ab, eine aktive Bewegung zum Puck war es nicht.“
Mannschaftsleiter Peter Wagenfeldt nach dem Spiel: „Ein auch in der Höhe verdienter Sieg. Rostock konnte zufrieden sein, dass sie bis zum Ausgleich nicht höher zurück lagen. In einer taktisch sehr disziplinierten Mannschaft gab Benjamin Nitschke mit seiner guten Leistung der Mannschaft die nötige Sicherheit. Eine tolle Leistung auch unserer jungen DNL-Spieler, die heute wieder einmal innerhalb von drei Tagen ihr drittes Spiel machten.“
F.A.S.S. Berlin: Benjamin Nitschke - Henry Haase, Jan-Hendrik Seelisch, Jan Schmidt, Thomas Supis - Patrick Czajka, Christian Gries, Benjamin Hecker, Christian-Alexander Leers, Vincent Schlenker, Roman Veber

Am Freitag im Auswärtsspiel präsentierten sich die Piranhas sehr druckvoll und kombinationssicher, doch im Rückspiel ging so einiges schief. Schon beim ersten Blick auf die Aufstellung wurde klar, dass zwei wichtige Stützen im Rostocker Mannschaftskader fehlten. Karol Bartanus liegt mit einer Grippe, die er schon seit einigen Tagen mit sich herumschleppt, flach und der dreifache Torschütze vom Freitag, Paul Stratmann, wurde noch in Berlin ausser Kraft gesetzt. Er wird wahrscheinlich am Mittwoch wieder ins Training einsteigen können. Das Spiel der Gastgeber war in den ersten beiden Dritteln vom Scheibenverlusten, Fehlpässen und Ideenlosigkeit geprägt. Kein Wunder, mußten doch die Reihen komplett neu zusammengestellt werden. Ronny Schneider als Stürmer aufgestellt, mußte desöfteren als Verteidiger aushelfen, denn die stocktechnisch und läuferisch starken Gäste waren den Gastgebern um einiges vorraus. Auch aus dem Überzahlspiel konnten die Hausherren kein Kapital schlagen und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie nach dem ersten Drittel im Rückstand lagen. Nach dem Ausgleichtreffer im zweiten Spielabschnitt, drückten die Raubfische auf das Führungstor, doch es wollte einfach nicht fallen. 21 Sekunden vor der Pausensirene erzielten die Gäste in Überzahl ihren zweiten Treffer. Mit Beginn des letzten Drittel spielten die Piranhas so, wie es sich die knapp 800 Zuschauer von Anfang an gewünscht hätten. Druckvoll und mit einer Reihe von Chancen, doch genau in dieser Phase erzielten die Gäste ihren dritten Treffer. Die Piranhas trotzdem weiter im Vorwärtsgang und das mit Erfolg, denn der Kapitän persönlich erzielte den Anschlußtreffer. Dieses Tore brachte nun die Gäste in Rage, denn sie sahen ein Schlittschuhtor. Der Unparteiische entschied aber auf Tor, denn der Puck prallte vom Schlittschuh ab und es gab keine Bewegung des Spielers zur schwarzen Scheibe. Gerade mal drei Minuten später stellten die Gäste, mit einem Schuß über die Fanghand von Patrick Hoffmann, den Endstand her. Die Piranhas gaben sich geschlagen und in den letzten Spielminuten passierte nicht mehr viel.
Trainer Harald Kuhnke: Es war ein verdienter Sieg für die Gäste! Wir mußten einiges umstellen und konnten so gleich mal einiges ausprobieren. Es war von Beginn an zu sehen, das die jungen Berliner unseren jungen Spielern einiges vorraus hatten. FASS steht seit 6 Wochen auf dem Eis und erzielte bisher sehr gute Ergebnisse, mit dieser Mannschaft wird in der Oberliga Ost zu rechnen sein !
Quelle:
Rostock Piranhas