Freitag, 08.10.2010, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
8 : 2 (4:0 1:1 3:1)
1:0 (01:59) Schmidt (Veber, Patrzek), 2:0 (05:29) Supis (Gries, Aicher), 3:0 (08:20) Czajka (Schlenker, Hecker), 4:0 (19:21) Schlenker (Czajka, Hecker) PP1
4:1 (22:57) J. Müller (König, Hadamik), 5:1 (33:34) Czajka (Kuch)
6:1 (44:32) Schlenker (Czajka), 7:1 (50:19) Veber (Haase, Seelisch) PP1, 8:1 (53:15) Patrzek (Veber, Kuch), 8:2 (58:48) Beringschmidt (Hadamik, J. Müller)
FASS: 8 - 2/6/0
IFL: 14 + 10 (Themm) - 2/18/4

Mit 8:2 (4:0,1:1,3:1) gewann das Weddinger Eishockeyteam und begeisterte 500 Zuschauer, die trotz des Fussballländerspieles so zahlreich ins Erika-Hess-Eisstadion gekommen waren. Das Team von Chris Lee zeigte schönes Offensivhockey und ließ die Leipziger zu keiner Zeit richtig ins Spiel kommen. Am Sonntag reisen die Akademiker nach Jonsdorf. Tore: Czajka, Schlenker (je 2), Schmidt, Supis, Veber und Patrzek
F.A.S.S. Berlin: Hertel, Nitschke - Haase, Balko, Schmidt, Kuch, Supis, Seelisch, Leibrandt, Winkler - Schlenker, Roubicek, Czajka, Aicher, Gries, Patrzek, Leers, Veber, Konietzky, Harloff, Hecker
Gerald Hagen
Schöner kann für die Akademiker der Start in die neue Liga und Saison nicht sein. Nicht nur dass mit 473 Zuschauern eine beeindruckende Besuchermarke gesetzt wurde; das erste Spiel wurde auch noch mit einem Kantersieg abgeschlossen. Mit 8:2 (4:0,1:1,3:1) fegten sie die IceFighters aus Leipzig vom Eis, die allerdings stark dezimiert zu ihrer Reise in die Hauptstadt angetreten waren.
Da die Gäste zur Zeit keinen großen Spielerkader haben, ist das Fehlen von gleich drei (!) Leistungsträgern eine große Bürde (Lars Müller und Arnold Skripka gesperrt sowie Kevin Flather verletzt). Also trat man mit zehn Feldspielern und zwei Torwarten an. Ganz anders das Bild bei den Berlinern. Bei ihnen fehlten zwar verletzungsbedingt Jörn Kugler und Torwart Christian Krüger, aber Chris Lee hatte genügend „Auswahl“, um die beiden zu kompensieren. So stand erstmals Jimmy Hertel im Tor der Akademiker.
Das erste Drittel begann wie erwartet. FASS druckvoll und mit schnellen Pässen nach vorne, Leipzig „hinten drin“ und auf Konter lauernd. Doch es dauerte keine zwei Minuten bis der Torreigen für die Hauptstädter begann. Fabio Patrzek mir einem präzisen Pass auf den freistehenden Jan Schmidt und der zog direkt ab; Gäste-Goalie Ondraschek hatte keine Chance. Es dauerte zwar bis zur 6. Minute bis der Puck wieder im Tor der Leipziger zappelte, Thomas Supis war der Schütze zum 2:0, aber die Chancenauswertung….
Die Gäste jetzt vollkommen von der Rolle und nach neun Minuten stand es bereits 3:0 durch eine schnelle Kombination, die Patrick Czajka eiskalt abschloss. Danach hatten sich die Gäste wieder „gefangen“ und sie kamen auch zu vereinzelten Chancen. Aber die Tore schossen die Berliner. Kurz vor Drittelende das 4:0 für FASS - Vincent Schlenker der Schütze, nach Vorlage von Benjamin Hecker, im ersten Überzahlspiel einer sehr fairen Partie.
Im zweiten Abschnitt nahmen die Hausherren dann etwas „Fahrt“ aus dem Spiel, so dass das Spiel immer mehr vor dem Kasten von Jimmy Hertel stattfand. Knapp drei Minuten waren gespielt, da „klingelte“ es auch schon im FASS-Gehäuse. Die Berliner mit einem Fehler beim Spielaufbau und Jens Müller vollendete den schnellen Konter. In der 25. Minute hatte Marcus Beringschmidt sogar die Riesenchance zum 2:4, als er alleine auf Hertel zulief, aber er verzog. Nach dieser „Schlummerphase“ zogen die Berliner dann doch wieder etwas an Tempo an, aber große Torchancen blieben aus. So dauerte es bis zur 34. Minute bis Patrick Czajka sein zweites Tor des Abends, nach einem langem Pass von Daniel Kuch, erzielen konnte. Mit 5:1 ging es dann auch in die zweite Pause.
Das letzte Drittel bot das einseitige Spiel des ersten Spielabschnitts. Bei den Gästen ließen so langsam die Kräfte nach und FASS-Trainer Chris Lee ließ immer öfter seine vierte Reihe auflaufen. Und so bauten die Berliner ihren Vorsprung fast im 5-Minuten-Abstand immer weiter aus. In der 45. Minute war es Vincent Schlenker der traf, nach 51 Minuten Roman Veber (in Überzahl) und für den letzten Berliner Treffer sorgte in der 56. Minute der Rückkehrer Favio Patrzek.
Das letzte Tor des Abends blieb aber den Gästen aus Leipzig vorbehalten. Gut eine Minute vor Schluß hielt Marcus Beringschmidt seinen Schläger in den Schuß von Hadamik und fälschte so die Scheibe ab zum 2:8.
Leipzigs Trainer Zdenek Travnicek nach dem Spiel: „Das erste Tor für FASS fiel zu früh. Danach haben wir den Faden verloren und FASS nutzte dies eiskalt aus. Trotzdem hat die (Mini-)Mannschaft gut gespielt.“
FASS-Trainer Chris Lee: „Es war ein schönes Spiel vor einer schönen Kulisse. Im 2 Drittel haben wir „die Beine hochgelegt“, aber im Letzten noch mal richtig Gas gegeben, das hat mir gefallen.“
Mit einem klaren 8 zu 2 Sieg gegen die Icefighters Leipzig hat FASS Berlin seine Rolle als Geheimfavorit untermauert und meldet Ansprüche für einen "Podiumsplatz" an.
Die tapfer kämpfenden Sachsen waren aber schon von Anfang an gegen die in Bestbesetzung mit 4 Reihen angetretenen Berliner chancenlos. So war nach Toren von Schmidt, Supis, Czajka und Schlenker schon im ersten Drittel der nie gefährdete Sieg von Fass herausgespielt. Insbesondere wurde der Versuch, der mit nur 10 Feldspielern angetretenen Messestädtern mit einer Devensivtaktik die ersten 20 Minuten möglichst schadlos zu überstehen, hart bestraft.
Nach der Rückkehr zum alten System kamen vorallem im 2. Drittel die Icefighters besser ins Spiel und erzielten in der 23. Minute durch Jens Müller das 1 zu 4 . In dieser Phase war das Spiel fast ausgeglichen. Fass gelang lediglich in Überzahl in der 35. Minute wieder durch Czajka der 5. Treffer. Dies war umso erstaunlicher, als Leipzig von der 34. bis zur 44. Minute nur 9 Spieler wegen einer 10 Minuten Strafe aufs Eis schicken konnte.
Im letzten Drittel war der Kräfteverschleiß bei Leipzig unübersehbar. Durch Tore von Schlenker, Patrzek und Veber zog FASS auf 8 zu 1 davon, ehe Beringschmidt für Leipzig mit dem 2. Tor 1.12 Minuten vor Ende den Schlußpunkt setzte.
Fazit:
Leipzig fehlte an diesem Tag klar die 3. Reihe, um ernsthaft mithalten zu können. FASS in dieser Besetzung muss in dieser Saison Titelansprüche anmelden, wobei aber ein großes Fragezeichen bleibt. 3 Tore wurden immerhin von den Doppellizenzspielern der Eisbären erzielt, die einen starken Eindruck ( als schnelle, eingespielte und technisch versierte Reihe ) hinterließen. Wie oft aber die "Akademiker" auf diese Spieler zugreifen können, bleibt fraglich. Natürlich hat man auch nicht jeden Tag das Glück auf einen stark geschwächten Gegner zu treffen.
Quelle:
Eishockey im Osten