Oberliga
Archiv 2010/11

Jonsdorfer Falken - FASS Berlin

Sonntag, 10.10.2010, 16.00 Uhr, Jonsdorf

 

6 : 3 (0:2 4:0 2:1)

Tore

0:1 (00:44) Aicher (Hecker, Czajka), 0:2 (19:59) Czajka (Aicher, Haase)

 

1:2 (20:51) Rösler (Mieszkowski, Hähnel), 2:2 (28:22) Hähnel (Gulda, Rösler) PP1, 3:2 (30:41) Mieszkowski (Klante, Kohl) PP1, 4:2 (31:25) Rösler (Hähnel, Gulda)

 

5:2 (51:04) Mieszkowski (Havlik, Buda), 6:2 (57:37) Kolleck (Klante, Kohls), 6:3 (58:30) Czajka (Schlenker, Haase)

PIM

JDF: 16 - 2/6/8

FASS: 16 + 10 (Aicher) + 10 (Gries) - 6/26/4

Berichte

„Die Liga ist kein Selbstläufer“

Akademiker nach dem 3:6 in Jonsdorf auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt – Zwei-Tore-Führung nach dem ersten Drittel reichte nicht aus

 

Gut 48 Stunden nach dem 8:2 gegen die IceFighters Leipzig ist das bis auf einer Position unveränderte Team von Chris Lee ziemlich schmerzhaft auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. 6:3 stand am frühen Sonntagabend nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel in der Sparkassen-Arena in Jonsdorf. Und dabei sah es nach 20 Minuten noch ganz gut aus. 2:0 führten die Akademiker nach einem Drittel, in dem sie zwar nicht die bessere Mannschaft waren, aber durch Lucien Aicher und Benjamin Hecker (der Treffer wurde übrigens Patrick Czajka gutgeschrieben) einfach besser ihre Chancen genutzt hatten. Sebastian Albrecht, der im Unterschied zum Freitag für Jimmy Hertel in den Kasten gekommen war, und Pech auf Seiten der Jonsdorfer trugen dann auch ihren Teil zu diesem Zwischenstand bei.

 

Das sollte sich aber schon kurz nach Wiederanpfiff ändern, denn Christian Rösler sorgte bereits nach 51 Sekunden für das 1:2 aus Sicht der Gastgeber. Jonsdorf drückte danach auf den Kasten von Sebastian Albrecht, die Führung hielt jedoch zum Leidwesen der rund 350 Zuschauer. Aber mehrere Strafen beim F.A.S.S. drehten dann das Spiel zugunsten der Falken innerhalb von drei Minuten. Erst ermöglichte eine Bankstrafe wegen eines Wechselfehlers den Ausgleich durch Petr Gulda in der 29. Minute, danach wurde Kapitän Lucien Aicher wegen Reklamieren mit einer Disziplinarstrafe belegt, dann folgte das 3:2 durch Mario Hähnel ebenfalls bei Überzahl und unmittelbar nach diesem Tor holte sich auch Christian Gries einen zehnminütigen (Straf-)Boxenstopp ab. Und mit diesem Lauf konnten die Falken nur 30 Sekunden später ihre Führung sogar auf 4:2 erhöhen (32.). Mit der unmittelbar danach von Chris Lee genommenen Auszeit konnte sich die Mannschaft wieder fangen, aber so richtig laufen wollte das Spiel für die Akademiker auch nicht mehr. Die Zweikämpfe gingen zum Großteil verloren, die Laufbereitschaft ließ ebenfalls zu wünschen übrig.

 

Im letzten Drittel war das Team zwar bemüht, gelingen wollte aber wie im Abschnitt zuvor nicht viel. Und das, was kam, wurde von Dustin Strahlmeier im Tor der Falken weggefangen. Die Tore zum 5 und 6:2 setzten dann diesem verkorksten Sonntagnachmittag nur noch die Krone auf; das 3:6 durch Patrick Czajka ließ die Mienen der Beteiligten und der 10 mitgereisten Fans aus Berlin auch nicht mehr aufhellen.

 

Unzufrieden mit dem Team zeigte sich verständlicherweise Coach Chris Lee nach dem Spiel: „Diese Liga ist kein Selbstläufer …“

 

Rumid Masche sah auch die Einstellung seiner Spieler: „Wir haben heute nicht gut gespielt. Uns fehlte der Wille zum Sieg. Die unnötigen Strafzeiten taten ihr übrigens.“

 

Benjamin Hecker ging mit der Niederlage selbstkritisch um: „Das ist hier keine Büchsenliga. Du musst in jedem Spiel alles geben. So ein bisschen Eishockey spielen und die Punkte mitnehmen, das funktioniert nicht.“

 

F.A.S.S. Berlin: Albrecht, Nitschke - Haase, Balko, Schmidt, Kuch, Supis, Seelisch, Leibrandt, Winkler - Schlenker, Roubicek, Czajka, Aicher, Gries, Patrzek, Leers, Veber, Konietzky, Harloff, Hecker

20 Minuten reichen nicht

Eine unnötige 6:3 (0:2/4:0/2:1) Niederlage kassierte FASS Berlin bei den Jonsdorfer Falken. Dabei sah es nach dem 1. Drittel noch gut aus für die Akademiker.

 

Der Sonntag begann für FASS Berlin fast schon mit einer Sensation. Trainer Chris Lee konnte mit einer Ausnahme mit den gleichen Spielern nach Jonsdorf fahren, die auch beim Saisoneröffnungsspiel gegen Leipzig dabei waren. Einzig Goalie Jimmy Hertel fehlte, dafür war aber nach seinen DEL-Einsätzen Sebastian Albrecht dabei. Mannschaftsleiter Peter Wagenfeldt zu diesem Luxus: „Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann wir zwei Spiele an einem Wochenende mit einer unveränderten Mannschaft antreten konnten.“

 

FASS begann das Spiel nicht nur sehr konzentriert, die Berliner nutzten auch gleich die erste Torchance zur 0:1 Führung durch Lucien Aicher. Gespielt waren da gerade einmal 44 Sekunden. Der Start gab den Berlinern die nötige Sicherheit. Nur ein weiteres Tor wollte nicht fallen. Erst als Daniel Kuch die erste Strafzeit für FASS absitzen musste, kamen die Gastgeber besser in das Spiel. FASS-Goalie Sebastian Albrecht musste bis zur ersten Pause einige sehr gute Torchancen der Falken zunichte machen. Der Ausgleich lag nicht nur in der Luft, er wäre auch verdient gewesen. In der letzten Minute dann gleich zwei gute Konter von FASS. Im ersten Anlauf vergibt Benjamin Hecker noch, im zweiten Anlauf trifft Patrick Czajka das Tor. Etwas glücklich ging es mit einer 0:2 Führung in die erste Pause.

 

Die Falken machten im 2. Abschnitt da weiter, wo sie im 1. Drittel aufgehört hatten, sie griffen immer wieder das Tor der Berliner an. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, Christian Rösler konnte bereits nach 51 Sekunden den 1:2 Anschlusstreffer erzielen. Nun wankten die Berliner. Ab der 29. Minute fielen sie dann um. Erst kassierte FASS eine Bankstrafe wegen eines unkorrekten Wechsels, dann erzielte Petr Gulda den Ausgleich. Das wiederum missfiel Kapitän Lucien Aicher, der wegen Reklamierens eine zehnminütige Disziplinarstrafe erhielt. Zwei Minuten später ging Jonsdorf durch Mike Mieszkowski sogar mit 3:2 in Führung. Eine weitere Minute später klingelte es nicht nur im Kasten von FASS, auch die Mannschaftskasse dürfte Zuwachs bekommen. Nach dem 4:2 Treffer durch Christian Rösler kassierte nämlich Christian Gries eine weitere 10er für sein Team. Auch er hatte reklamiert. Coach Chris Lee nahm nach dem vierten Treffer eine Auszeit, die zumindest insofern hilf, dass sein Team im 2. Drittel keinen weiteres Tor kassierte. Nach diesem Drittel musste André Winkler passen, er verletze sich bei einem Zusammenprall mit einem Jonsdorfer am Knöchel.

 

Im letzten Drittel versuchten die Akademiker zwar noch einmal alles, um das Spiel zu drehen, aber vor dem Tor agierten sie einfach zu harmlos. In der 52. Minute dann der endgültige KO für die Gäste. Mike Mieszkowski belohnte sich für seine starke Leistung mit dem 5:2. Tom Kollek drei Minuten und Patrick Czajka 90 Sekunden vor dem Ende sorgten für den 6:3 Endstand. „Diese Liga ist kein Selbstläufer.“ resümierte FASS-Coach Chris Lee nach dem Spiel. In der Tat zeigte dieses Spiel ganz deutlich, dass die Teams in jedem Spiel ihr volles Leistungsvermögen aufrufen müssen. Der Sieg für die Falken geht in Ordnung, vor allem ab dem 2. Drittel übernahmen sie immer mehr das Kommando.

 

 Norbert Stramm für Radio Eiskalt

Überraschender 3-Punkte-Gewinn

Nachdem FASS Berlin am Freitag die Icefighters aus Leipzig mit 8:2 bezwingen konnte, hielt sich die Vorfreude auf die Heimpartie gegen die Hauptstädter, immerhin ausgestattet mit dem 3. Torhüter der erstklassigen Eisbären Berlin, erst einmal in Grenzen. Als die Gäste dann nach 44 gespielten Sekunden den Führungstreffer erzielen konnten, schien der Eishockeysonntag in Jonsdorf gelaufen. Doch weit gefehlt. Die Falkenfans sahen ein erstes Drittel, dass durch einen gefühlten Puckbesitz von 75 % und Druck durch die Gastgeber in einer sehr temporeich geführten Partie bestimmt war. Begünstigt durch die eine oder andere Überzahlsituation konnten die Falken unzählige Schüsse auf das Berliner Tor abfeuern, doch es schien wie verhext und als sich alle bereits in der Drittelpause wähnten, erhöhten die Gastgeber wie aus dem Nichts durch einen erneuten Konter sogar auf 2:0. Wenn die Falken nicht bald an ihrer Torausbeute arbeiten würden, schien eine bittere Niederlage unvermeidbar.

 

Was auch immer Coach Jaro Stastny den Spielern in der der ersten Pause vermittelte, er schien die richtigen Worte gefunden zu haben. In der 21. Spielminute erlöste Christian Rösler auf Zuspiel von Mike Mieszkowski die Anhänger der Falken und bewies so, dass das Tore schießen ganz einfach sein kann. Die Falken drängten weiter auf den Ausgleich und in der 29. Minute erzielte Petr Gulda dann folgerichtig das 2:2, indem er den Schuss eines Blueliners unhaltbar abfälschte und die Partie war wieder offen. Begünstigt durch eine 2-Minutenstrafe gegen FASS Berlin ist es Mike Mieszkowski, der nach sechs Sekunden in Überzahl für die Falken trifft. Sein Tor zum 3:2 bringt die Gastgeber an diesem Abend erstmals in Führung. Den Berlinern schien in diesem intensiven Spiel noch etwas schwindelig von den beiden Gegentoren zu sein und so gab es kaum Gegenwehr, als Christian Rösler wenig später den Gästegoalie um kurvte und souverän zum 4:2 ein netzte. Die Jonsdorfer spielten auch in Unterzahl sehr stark und lassen die Berliner kaum zum Zug kommen und so geht es nach 40 gespielten Minuten mit einer mehr als verdienten 4:2-Führung in die zweite Drittelpause.

 

Im letzten Spielabschnitt hieß es nochmal alles zu geben, um die 3 Punkte zu sichern. In der 43. Minute hat der Berliner Jan Schmidt freie Schussbahn, doch er verzieht zum Glück vorbei am Jonsdorfer Gehäuse. Es folgen ein paar Strafen gegen beide Teams und in der 52. Minute schießt Jan Havlik von der blauen Linie und die Scheibe zappelt, abgefälscht von Mike Mieszkowski im Netz. In der 58. Spielminute erhöht Eigengewächs Tom Kolleck unter dem Jubel der Jonsdorfer Fans dank eines Reboundtors auf 6:2. Dass die Fässer knapp 2 Minuten vor dem Schlusspfiff mit dem 3:6 noch ein wenig Ergebniskosmetik betrieben, kann die Falkenfans auch nicht mehr am Feiern hindern.

 

Am Ende ein mehr als verdienter Sieg einer sehr gut aufgelegten Falken-Mannschaft, die eine 0:2 Rückstand aufholte und erstmals in dieser Saison in einem Spiel 6 (!!!) Tore erzielen konnte. Genau das richtige Ergebnis, um nach einem (leider) spielfreien Wochenende mit Spannung das erste Derby am 24.10. gegen die Tornados aus Niesky zu bestreiten.

 

Quelle:  Jonsdorfer Falken