
Freitag, 08.10.2010, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
5 : 1 (0:1 2:0 3:0)
0:1 (07:44) Beringschmidt (Müller)
1:1 (35:23) Veber (Aicher, Gries), 2:1 (36:31) Schlenker (Czajka, Haase)
3:1 (48:41) Schlenker (Czajka, Leers) PP1, 4:1 (49:24) Leers (Johnsson) PP1, 5:1 (51:15) Czajka (Schlenker, Leers) PP2
FASS: 4 - 2/2/0
IFL: 15 + SpD (J. Müller) + 10 (Hrach) - 2/2/41

5:1 gegen die IceFighters macht 6-Punkte-Wochenende perfekt - Entscheidung in einem lange offenen Spiel fiel erst im letzten Drittel - Vincent Schlenker (2), Roman Veber, Christian-Alexander Leers und Patrick Czajka die Torschützen
Es war ein hartes Stück Arbeit, dass die Mannschaft von Chris Lee, in der sechs Stammspieler fehlten, an diesem Sonntagnachmittag abliefern musste, bis der Erfolg gegen die Icefighters feststand und damit zum zweiten Mal in dieser Saison ein 6-Punkte-Wochenende perfekt war.
In einer lange offenen Partie waren die Gäste bereits in der achten Spielminute durch Markus Beringschmidt in Führung gegangen und es sollte bis weit ins zweite Drittel hinein dauern, ehe Roman Veber mit einer schönen Einzelleistung zunächst ausgleichen (36.) und nur 68 Sekunden später Vincent Schlenker nach Vorarbeit von Patrick Czajka die Akademiker in Führung schießen konnte. Auch im letzten Drittel blieb es ein offenes Spiel mit einer Vielzahl an guten Torchancen auf beiden Seiten und zwei Torwarten als starker Rückhalt ihres jeweiligen Teams. Die Leipziger, die wahrlich nicht wie ein Tabellenletzter auftraten, werden nicht nur an Sebastian Albrecht, dem überragenden Schlussmann des F.A.S.S. verzweifelt sein, sondern auch an ihrem eigenen Schusspech. Denn das, was Sebastian Albrecht nicht fing oder blockte, ging zumeist nur knapp am Tor vorbei. Situationen zum Verzweifeln, die die Akademiker aus ihren eigenen Erfahrungen in den letzten Spielen nur zu gut kennen.
Spielentscheidend in den letzten 20 Minuten war ein Zweikampf zwischen Jens Müller und Christian Gries, bei dem der Leipziger Verteidiger zu heftig mit seinem Handwerkszeug agierte und dabei seinen Kontrahenten unglücklich im Gesicht traf. Da Christian Gries eine blutende Verletzung davon trug, blieb Hauptschiedsrichter Linnek nichts anderes übrig, als auf fünf Minuten zuzüglich einer Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Jens Müller zu entscheiden. Die daraus resultierende Überzahl nutzte die Mannschaft, um innerhalb von zweieinhalb Minuten auf 5:1 davonzuziehen, wobei sich Vincent Schlenker mit seinem zweiten Treffer, Christian-Alexander Leers und Patrick Czajka in die Torschützenliste eintrugen. In den letzten Minuten ergaben sich die Leipziger zwar nicht, haderten aber doch mit ihrem Schicksal und vornehmlich Hauptschiedsrichter Linnek, dem sie ihrer Meinung nach die Niederlage zu verdanken hatten. Letztlich war es aber doch ein verdienter Erfolg der Mannschaft von Chris Lee, den sie sich mit sehr viel Einsatz, der nötigen Geduld und der besseren Chancenverwertung bei nur vier eigenen Strafminuten erarbeitet hatte. Mit diesen sechs Punkten schoben sich die Akademiker nunmehr auf den zweiten Tabellenplatz vor.
Chris Lee über diesen „Arbeitssieg“: „Es war ein schweres und enges Spiel. Die Mannschaft ist von der Strafbank weggeblieben und hat ihre Chancen genutzt. Es war ein wichtiges Wochenende, das uns sechs Punkte gebracht hat.“
Am nächsten Wochenende kommt es dann vor der kurzen „Weihnachtspause“ zum Showdown mit den direkten Verfolgern aus Jonsdorf (H) und Erfurt (A). Dann hoffentlich wieder mit einigen Spielern, die gegen die IceFighters nicht auflaufen durften oder konnten.
F.A.S.S. Berlin: Albrecht, Hertel; Haase, Balko, Schmidt, Supis, Winkler; Johnsson, Schlenker, Czajka, Aicher, Gries, Patrzek, Veber, Leers, Konietzky
Red
Die Partie gegen FASS hatte eine Zeit lang den Anschein, als ob die IceFighters von Zdenek Travnicek den Aufwärtstrend, der mit dem Heimsieg am Freitag gegen Erfurt sichtbar wurde, in Berlin fortsetzen könnte. Das letzte Drittel zeigte aber, dass Entscheidungen leider nicht immer rein sportlich fallen...
Die ersten acht Minuten der Partie gestalteten sich relativ ausgeglichen. Beide Teams arbeiteten, ohne dass etwas zwingendes dabei heraus kam. Dann konnte ein schlechter Aufbaupass der Berliner Verteidigung abgefangen werden. Marcus Beringschmidt nahm die Scheibe mit ins Angriffsdrittel, zog einfach ab und konnte den Berliner Schlussmann überwinden – 0:1 für Leipzig. Kurz vor der ersten Drittelpause erhöhten die Hausherren den Druck sichtbar, kamen zu Hochkarätern. Doch selbst das leere Tor, nachdem Steve Themm, der erneut Adam Ondraschek vertrat, schon geschlagen war, blieb den Akademikern zunächst verwehrt.
Im zweiten Abschnitt sündigte auch Leipzig ein wenig mit seinen Chancen, eine Zwei gegen Eins Situation und ein schönes Anspiel in den Slot blieben ungenutzt. In der 36. Minute zunächst der Ausgleich, Goalie Themm war ohne Sicht auf die Scheibe machtlos. Eine Minute später die, zu diesem Zeitpunkt, etwas unverdiente Führung für Berlin durch einen Konter. Die IceFighters hatten zwar mehr Spielanteile im Mitteldrittel, Berlin war insgesamt aber effektiver in der Chancenverwertung.
Im letzten Drittel schien Eishockey mit Blick der Unparteiischen auf Leipzig zur Nebensache zu geraten. Eindeutiger kann ein Spiel nicht gegen eine Mannschaft gepfiffen werden. Die 6:0 Strafen gegen die IceFighters sprechen eine deutliche Sprache! Darunter auch eine fünf plus Spieldauer gegen Kapitän Jens Müller und eine zehnminütige Disziplinarstrafe gegen Petr Hrach innerhalb von 31 Sekunden. In diesem Zeitraum fielen die Treffer drei vier und fünf für FASS, alle in Überzahl. Umstritten vor allem das Tor zum 3:1, der Puck hat die Torlinie wohl nie überquert… Der Faden war auf Seiten der Leizpiger nun endgültig gerissen. In den letzten zehn Minuten der Partie hatten sie Berlin nichts mehr entgegen zu setzen.
Am Ende bleibt die Frage, ob ein Eishockeyspiel auf diese Art und Weise entschieden werden sollte, oder ob nicht die sportliche Auseinandersetzung im Vordergrund stehen müsste…?
Quelle:
IceFighters Leipzig