Oberliga
Archiv 2010/11

FASS - ERV Chemnitz

Sonntag, 09.01.2011, 14.00 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion

 

4 : 3 n. P. (1:1 1:1 1:1 - 1:0)

Tore

0:1 (11:51) Geier (Michel, Pohling) PP1, 1:1 (15:21) Patrzek (Haase) PP1

 

2:1 (28:42) Seelisch (Gries, Aicher), 2:2 (33:57) Stiegler (Hofverberg, Kohlstrunk) PP1

 

3:2 (42:04) Aicher (Gries), 3:3 (48:12) Stiegler (Hofverberg, Vymazal)

 

4:3 (65:00) Czajka (GWS)

PIM

FASS: 14 - 6/8/0

ERVC: 16 - 4/8/4

Stimmen zum Spiel

Chris Lee: „Es war ein hartes Stück Arbeit. Die Wild Boys sind ein sehr gutes Team, aber unsere Mannschaft hat heute auch gezeigt, was sie kann. Sie hat mit hoher Intensität und viel Herz über die ganze Zeit gespielt, dabei Charakter und den Willen zum Sieg gezeigt. Ich kann nur meinen Hut ziehen vor dem Team, wir haben aber noch mehr als zehn Wochen Arbeit vor uns.“

 

Manfred Wolf: Nach dem ersten Drittel, in dem es hektisch zuging, ist Ruhe ins Spiel gekommen und es war ein gutes Eishockeyspiel. Die Teams haben schnell gespielt, beide Torleute haben eine gute Arbeit geleistet, die Abwehr war im Vordergrund. Es war auch ein taktisches Spiel. Das 3:3 ging nach 60 Minuten ging in Ordnung. Verlängerung und insbesondere Penaltyschießen sind immer ein wenig Glückssache. Das Glück war heute auf der Seite von FASS, die das Spiel nicht unverdient gewonnen haben. Das Ergebnis passt schon.“

 

Lucien Aicher: Wir haben heute hart gearbeitet, viel Einsatz gezeigt und in meinen Augen auch verdient gewonnen. Vielleicht hätten wir auch schon in der regulären Spielzeit gewinnen können, es sollte aber wohl nicht sein. (...) Ich bin zum Tor gelaufen und habe dabei die Scheibe gegen die Schulter oder den Arm bekommen, die davon ins Tor geprallt ist.“

Berichte

Packend bis zum Schluss

Erstmals in dieser Saison keine Entscheidung in der regulären Spielzeit - 4:3 n. P. gegen die Wild Boys - Patrick Czajka mit dem entscheidenden Treffer in der "Premiere"

 

Oberliga-Eishockey aus der Kategorie „Spannend - Packend - Sehr gut“ erlebten 204 Zuschauer am Sonntagnachmittag im Erika-Hess-Eisstadion, als die Akademiker den Wild Boys aus Chemnitz gegenüber standen. Es war alles dabei, was das Herz eines Eishockeyfans begehrt: Schnelles Eishockey, harte Zweikämpfe, eine Vielzahl an Torchancen und zwei glänzend aufgelegte Torhüter. Trotzdem fielen sieben Tore, aber das Team von Chris Lee, das erstmals in dieser Spielzeit über die höchstmögliche Distanz gehen musste, siegte Dank des Treffers von Patrick Czajka 4:3 nach Penaltyschießen.

 

Dabei sah es vor dem Spiel nach diesem Happy End wahrlich nicht aus, denn wie schon unter der Woche befürchtet, musste neben den Langzeitverletzten Benjamin Hecker und Jörn Kugler sowie dem letztmalig gesperrten Thomas Leibrandt auch auf Roman Veber verzichtet werden, so dass der Coach die Reihen auf einigen Positionen verändern musste. Dafür gab es aber auch „Zuwachs“ im Kader, denn neben Neuzugang Patrick Neugebauer und Patrick Czajka, der gegen Halle gesperrt war, lief Torwart Christian Krüger nach langer Verletzungspause erstmals wieder auf.

 

Die besseren Chancen hatten zu Beginn die Hausherren, den ersten Treffer erzielten jedoch die Wild Boys in Überzahl nach knapp 12 Minuten. Gerade mal elf Sekunden durfte Kapitän Lucien Aicher auf der Strafbank zubringen, bis Kevin Geier völlig freistehend Sebastian Albrecht zum 0:1 bezwingen konnte (12.). Gut eine Minute später fast sogar das 0:2 durch Michael Stiegler, aber bei dem Penalty, den der Gefoulte selbst ausführte, blieb der FASS-Schlussmann Sieger und hielt damit sein Team im Spiel. Der Ausgleich in diesem Drittel fiel dann durch Fabio Patrzek ebenfalls in Überzahl. Henry Haase mit dem Schuss auf das Tor, Roman Kondelik lenkte den Puck zur Seite und ebenso kurios wie reaktionsschnell beförderte der FASS-Stürmer mit der 24 die Scheibe ins Tor. Mit einer sehenswerten (und regelkonformen) Volley-Abnahme bugsierte er das Spielgerät am „Hexer“ vorbei und über die Linie. Es blieb bei diesem 1:1 und die zum Ende des Drittels kurzfristig aufkommende Hektik bei beiden Mannschaften hatte sich bis zum Beginn des zweiten Drittels wieder beruhigt.

 

Auch im zweiten Abschnitt blieb es ein Spiel, in dem beide Mannschaften verdeutlichten, dass sie nicht grundlos so weit oben stehen, die Führung diesmal für FASS. Zwei Minuten doppelte Überzahl waren gerade vergangen und die beiden fehlenden Chemnitzer auf dem Weg in ihr Drittel, als Christian Gries Lucien Aicher in Szene setzte: dessen Schuss ging zwar „nur“ an den Pfosten; jedoch war Jan-Hendrik Seelisch an der richtigen Stelle und Roman Kondelik zum zweiten Mal geschlagen (29.). Für den Ausgleich der Wild Boys sorgte ein weiteres Überzahl-Spiel. Esbjörn Hofverberg behielt auf der linken Seite die Übersicht, passte auf den in der Mitte freistehenden David Seidl und auch Sebastian Albrecht musste an diesem Nachmittag ein zweites Mal hinter sich greifen (36.).

 

Das Team von Chris Lee ging dann auch im letzten Abschnitt in Führung und auch dieser Treffer kurios. Den Schuss von Christian Gries konnte Roman Kondelik mit Mühe und Not abwehren, den Abpraller bekam jedoch Lucien Aicher an den Körper, von dem aus die Scheibe ins Tor flog. Da es ebenfalls regelkonform war, zählte auch dieser Treffer und damit stand es 3:2 (43.). Die wohl einzige Unsicherheit in der FASS-Abwehr an diesem Nachmittag nutzten dann die Wild Boys in der 49. Minute. Die Scheibe war schon fast aus dem eigenen Drittel raus, als Esbjörn Hofverberg nachsetzte und ein weiteres Mal auf David Seidl spielen konnte. Dieser nutzte die Möglichkeit aus dem Gewühl heraus zum Ausgleich. Trotz weiterer Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb es auch durch die beiden Torhüter bei diesem 3:3, was auch nach der Verlängerung, in der sich beide Teams fünf Minuten lang belauerten, noch Bestand hatte.

 

Im Penaltyschießen hatte dann FASS schon im ersten Anlauf das bessere Ende für sich: Während Patrick Czajka für die Akademiker verwandeln konnte, blieb Sebastian Albrecht Sieger gegen Esbjörn Hofverberg, Michal Vymazal sowie Julius Michel und der zusätzliche Punkt damit im Wedding.

 

Fazit: Ein verdienter, wenn auch schwer erkämpfter Sieg für das Team von Chris Lee. Sicherlich könnte man auf Seiten der Akademiker wegen der leicht höheren Spielanteile und der Torchancen diesem einen Punkt nachtrauern, aber gewonnen hat man zwei und nur das zählt.

 

Noch ein kurioser Blick zurück: Exakt ein Jahr zuvor, am 09.01.2010, trafen beide Mannschaften ebenfalls aufeinander: F.A.S.S. siegte damals mit 3:2 nach Penaltyschießen. Beide Teams standen da aber ganz woanders in der Tabelle und nicht auf den Plätzen 2 und 3.

 

F.A.S.S. Berlin: Albrecht, Krüger; Haase, Balko, Schmidt, Neugebauer, Supis, Seelisch, Winkler; Johnsson, Schlenker, Roubicek, Czajka, Aicher, Gries, Patrzek, Leers, Konietzky, Harloff

 

Red

Wild Boys gewinnen einen Punkt in Berlin

Trotz einer 3:4 Penaltyniederlage bei FASS Berlin, können die Wild Boys von einem Punktgewinn gegen den Mitkandidaten im Kampf um Platz 2 sprechen.

 

Die Vorzeichen des Spiels waren klar, Chemnitz wollte gewinnen und FASS musste gewinnen. Somit lag die Last auf den Schultern der Berliner und die agierten auch gleich mit mächtig Druck in Richtung Kondelikgehäuse. Allerdings stand zur Freude der ca.30 Chemnitzer Fans die Abwehr der Wild Boys gewohnt sicher. Die Wild Boys ihrerseits konnten trotz des Fehlens von Mike Losch und Toni Uhlig, Akzente nach vorn setzen. Doch schnell wurde klar das auch die Akademiker mit dem Eisbär Sebastian Albrecht einen Klassegoalie zwischen den Pfosten hatten. Einzig der Schiedsrichter passte nicht zum Niveau dieser Partie. Es ist zwar schön wenn er wenig pfeift um das Spiel schnell zu machen, aber klare Strafen nicht zu geben war einfach falsch. Diese lasche Einstellung nutzen die Berliner um die Chemnitzer Spieler hart zu attackieren. Die Folge waren Blessuren bei Michal Vymazal und Tobias Rentzsch. Doch dann endlich die erste Strafe für die Berliner und Chemnitz zeigte sich effektiv. Nach nur 11 Sekunden war Kevin Geier zur Stelle und es stand 1:0 für die Wild Boys. Nur eine Minute später die große Chance zum 2:0 per Penalty. Der gefoulte Michael Stiegler lief an wollte den Berliner Goalie gekonnt verladen, aber es blieb nur beim wollen und somit beim 1:0. In der 16.Minute nutzen auch die Berliner ihre erste Überzahl und kamen so noch im ersten Drittel zum Ausgleich. Auch wenn der Treffer nach hohen Stock roch, er zählte und es ging mit 1:1 in die Kabinen. Auf dem Weg dahin gab es heftige Diskussionen zwischen beiden Trainern. Und egal was sie sich gesagt haben, zumindest ging es ab dem zweiten Drittel nicht mehr so ruppig Sache wie noch in den ersten 20 Minuten.

 

Das Spiel blieb weiter hochklassig mit Chancen auf beiden Seiten. In der 27.Minuten mussten gleich zwei Chemnitzer auf die Strafbank und FASS somit in doppelter Überzahl. Doch die Chemnitzer verteidigen Klasse und überstanden diese Situation fast schadlos. Denn gerade als beide Spieler wieder aufs Eis kamen nutze Seelisch einen Pfostenabpraller um Berlin mit 2:1 in Führung zu bringen. Fünf Minuten später der Ausgleich zum 2:2. Dabei nutzen die Chemnitzer erneut eine Strafzeit bedingte Überzahl. Nach präzisen Pass von Esa Hofverberg, vollendete David Seidl freistehend und es ging wieder mit einem Unentschieden in die Pause.

 

Im Schlussdrittel waren ganze zwei Minuten gespielt da gingen die Berliner erneut in Führung. Gerade noch konnte Roman Kondelik mit einem tollen Reflex das 3:2 verhindern da sprang die Scheibe zu Aicher, der wie auch immer den Puck ins Tor der Chemnitzer beförderte. Es sah zwar nach Handtor aus, aber die Schiedsrichter gaben es. Die Wild Boys suchten nun das 3:3 und sie fanden es. Wieder wurde David Seidl von Esa Hofverberg bedient und wieder konnte er Sebastian Albrecht überwinden. Die letzten 12 Minuten waren ein Spiel welches spannender nicht sein konnte. Allen war klar, das nächste Tor könnte die Entscheidung sein. Doch Dank zweier erstklassiger Torhüter ging es in die Verlängerung.

 

In den fünf Minuten der Overtime merkte man beiden Teams an, dass sie keine Fehler machen wollten und so kam es auch nicht zu großen Torszenen und das Penatltyschießen musste die Entscheidung bringen.

 

Die Berliner mussten vorlegen und Roman Kondelik blieb Sieger gegen Schlenker. Nun war es an Esa Hofverberg, aber auch sein Versuch den Goalie zu verladen scheiterte. Dann brachte Patrick Czajka die Berliner nach vorn. Als nächsten Chemnitzer lief Michal Vymazal an, doch ausgerechnet dem sicheren Tschechen rutschte die Scheibe vom Schläger und die Chance war dahin. Da Roman Kondelik auch gegen Aicher parierte lag alle Last bei Julius Michel, doch auch er hatte nicht die Nerven und FASS holte sich den zweiten Punkt.

Am Ende dürften sich die Chemnitzer über den einen Punkt mehr freuen, als FASS über ihre beiden Punkte. Denn somit konnten sie gegenüber den Wild Boys eben nur einen Punkt, statt gewünschter drei, aufholen.

 

Nun noch etwas Kurioses:

Auf den Tag genau vor einem Jahr, also am 09.01.2010, standen sich auch beide Teams im Erika-Hess-Eisstadion gegenüber. Auch damals ging es ins Penaltyschießen und auch damals siegten die Akademiker (3:2). Einzig die Tabellensituation, war eine ganz andere. Denn während FASS mit 23 Punkten einen soliden Mittelfeldplatz hatte, trugen die Chemnitzer mit nur acht Punkt die rote Laterne. Und genau die Tatsache dass diese Partie ein Jahr später ein Spitzenspiel ist, zeigt die Entwicklung beider Teams.

 

Quelle:  Wild Boys Chemnitz