

Freitag, 14.01.2011, 19.30 Uhr, Erika-Hess-Eisstadion
6 : 2 (1:0 1:2 4:0)
1:0 (18:34) Leers (Leibrandt, Neugebauer)
2:0 (23:12) Czajka (Patrzek, Schlenker) PP1, 2:1 (36:39) Mann (Reuter, Berger), 2:2 (39:05) Hurbanek
3:2 (43:06) Czajka (Patrzek, Schlenker), 4:2 (48:11) Patrzek (Czajka, Schlenker) PP1, 5:2 (48:44) Roubicek (Gries, Kuch), 6:2 (56:41) Supis (Czajka, Patrzek) PP1
FASS: 16 - 6/4/6
ECC: 22 + SpD (Scholz) + SpD und MS (Leonhardt)
Chris Lee: „Drei wichtige Punkte. Wir sind nicht so gut ins Spiel reingekommen, der ECC hingegen hat gut angefangen. (...) Im letzten Drittel hat die Mannschaft mit dem 4:0 gezeigt, was sie wirklich kann. Sie hat gut gekämpft und letztlich verdient gewonnen.“ Und auf die Frage zum Auswärtsspiel in Niesky: „Niesky? Das wird schwer. Niesky ist immer schwer.“
Christian Gries: „Das war ein klarer Stockstich des Torwartes vor den Augen des Schiedsrichters. (...) In den ersten beiden Dritteln waren wir nicht so gut, der ECC hat stellenweise sogar dominiert. Wir haben aber ins Spiel zurückgefunden, unsere Sache gut gemacht und verdient gewonnen.“

Überzeugendes Schlussdrittel mit Doppelschlag in der 49. Minute sichert dritten Erfolg im dritten Derby - Spieldauer und Matchstrafe gegen ECC-Torwart Björn Leonhardt
Etwas mehr als 43 Minuten waren im Erika-Hess-Eisstadion gespielt, als Patrick Czajka mit seinem zweiten Treffer sein Team mit 3:2 in Führung schoss, knapp sechs Minuten später war das dritte Derby in dieser Spielzeit praktisch entschieden. Ein Doppelschlag innerhalb von 33 Sekunden durch Fabio Patrzek und Steve Roubicek, der sein erstes Tor in der Oberliga erzielt hatte, ergab nicht nur eine beruhigende Drei-Tore-Führung für die Akademiker, sie brach auch endgültig den Widerstand des ECC Preussen Juniors.
In den beiden Dritteln zuvor hatten die 604 Zuschauer ein kampfbetontes Derby gesehen, in dem es das Team von Chris Lee verpasst hatte, aus einem spielerischen und auch längeren numerischen Übergewicht heraus das nötige Kapital zu schlagen. Begonnen hatte alles mit einem sehr druckvoll spielendem ECC und einem Warnschuss von ECC-Verteidiger Nils Watzke, der in der zweiten Spielminute nur den Pfosten traf. Erstmals hektisch wurde die Partie in der vierten Minute, als Christopher Scholz Vincent Schlenker von hinten gegen die Bande checkte. Der 18jährige blieb liegen, das Spiel lief weiter. Im folgenden Zweikampf zwischen Thomas Supis, Sam Verelst und einem weiteren ECC-Spieler traf es den Belgier, der ebenfalls zu Boden ging. Die Scheibe blieb danach in den Reihen des ECC und sie trafen zum vermeintlichen 0:1 ins FASS-Gehäuse. Nach kurzer Rücksprache mit seinen Linienrichtern verweigerte Hauptschiedsrichter Schulz dem Treffer nicht nur seine Anerkennung, er schickte auch den ECC-Stürmer mit der Rückennummer 24 zum Duschen. In der folgenden Überzahl war FASS zwar weiter spielbestimmend, ein Treffer sollte aber nicht fallen. Die besten Chancen zur Führung hatten die Hausherren dann in der 12. und 14. Minute. Erst scheiterte Roman Veber freistehend an Björn Leonhardt; dann konnte Fabio Patrzek, der von Patrick Czajka in Bilderbuchmanier angespielt wurde, in Unterzahl alleine auf den ECC-Schlussmann zulaufen. Sein Schuss ging jedoch knapp am Kasten vorbei. In der 19. Minute fiel dann doch der zu diesem Zeitpunkt verdiente und auch fällige Führungstreffer. Thomas Leibrandt auf Christian-Alexander Leers, der sich in typischer Außenstürmer-Manier durchsetzte und mit einem trockenen Schuss das 1:0 markierte. 15 Sekunden vor Drittelende dann fast noch das 2:0, mit einer Glanztat konnte Björn Leonhardt den Schuss von Christian Gries jedoch festhalten. Es sollte die letzte gute Tat des ECC-Goalies an diesem Abend gewesen sein, denn in dieser Unterbrechung stieß er Christian Gries seine Kelle in den Unterleib, was der unmittelbar daneben stehende Hauptschiedsrichter Schulz mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe ahndete. Ein Bärendienst für den ECC, der Schlussmann legte jedoch noch nach. In der Diskussion nach der Strafe fuhr er auf den Hauptschiedsrichter zu und bedrängte ihn; eine Matchstrafe war die Folge. Steven Kügow ging für ihn ins Tor, knapp zehn Minuten im zweiten Drittel musste der ECC mit einem Spieler weniger auskommen.
Gute neuneinhalb Minuten konnte FASS im zweiten Abschnitt in Überzahl spielen, heraus kam jedoch nur das 2:0 durch Patrick Czajka (24.). Wer zu diesem Zeitpunkt an eine Vorentscheidung dachte, sah sich getäuscht. FASS war zwar überlegen und konnte davon auch noch knapp zwei Minuten in doppelter Überzahl agieren, das Team ging jedoch leider allzu fahrlässig mit seinen Chancen um. Wieder vollzählig gab sich der ECC noch nicht geschlagen und erspielte sich nun - auch durch zwei aufeinanderfolgende Strafen der Akademiker - eigene Möglichkeiten, bei denen Sebastian Albrecht mehr als einmal gefordert wurde. Selbst wieder vollzählig versuchte das Team von Chris Lee, die Führung zu verwalten, agierte dabei aber in der Defensive allzu nachlässig, so dass die Gäste nicht nur den Anschluss durch Stefan Mann erzielen konnten (37.), sondern eine Minute vor Drittelende sogar den Ausgleich (Kay Hurbanek, 40.). Verkehrte Welt zu diesem Zeitpunkt im Erika-Hess-Eisstadion, trotz einer sicheren Führung ging es im Schlussabschnitt wieder bei Null los.
FASS begann im letzten Drittel druckvoll und wurde, wie schon erwähnt, schließlich in der 43. Minute durch die erneute Führung belohnt. Der Doppelschlag in der 49. Minute beendete Widerstand des ECC und den Schlusspunkt setzte Thomas Supis mit seinem zweiten Saisontreffer in der 57. Spielminute in einem Spiel, in dem die Akademiker durch ein Wellenbad der Gefühle gegangen waren.
F.A.S.S. Berlin: Albrecht, Hertel; Haase, Balko, Schmidt, Neugebauer, Supis, Seelisch, Leibrandt, Winkler, Geiseler; Johnsson, Kuch, Schlenker, Roubicek, Czajka, Aicher, Gries, Patrzek, Veber, Leers, Harloff
Red
Anm. d. Red.: Auf
You Tube kann ein Videoausschnitt der Szene in der 20. Spielminute angesehen werden.