

Sonntag, 06.02.2011, 18.30 Uhr, Chemnitz
5 : 4 (2:1 3:2 0:1)
1:0 (01:58) Uhlig (Dvorak, Stiegler), 2:0 (02:46) Geier (Frank, Rentzsch), 2:1 (13:55) Supis (Czajka, Schlenker)
2:2 (24:27) Leers (Seelisch, Pietsch), 3:2 (29:15) Frank (Michel, Geier), 3:3 (33:43) Czajka (Schlenker), 4:3 (37:40) Dvorak (Hofverberg, Vymazal) PP1, 5:3 (38:29) Pohling (Schenkel, Uhlig)
5:4 (59:43) Aicher (Czajka, Leibrandt) PP1
ERVC: 21 + 10 (Losch) + SpD (Pohling) - 16/8/27
FASS: 16 - 6/8/2


Lucien Aicher: Wir haben den Anfang verschlafen, sind dann aber immer besser ins Spiel gekommen. (...) Chemnitz war wohl der Meinung, dass da noch was offen ist aus dem letzten Spiel in Berlin. (...) Durch eine unnötige Strafzeit kurz vor Ende des zweiten Drittels, die dann auch zum Gegentor geführt hat, haben wir den Gegner wieder stark gemacht. (...) Die Aufholjagd im letzten Drittel hat leider nicht ganz gereicht.
Jan-Hendrik Seelisch: „Wir haben den Anfang total verschlafen, uns dann aber noch gut zurückgekämpft und am Ende einfach zu spät den Anschlusstreffer erzielt.“

Zwei Doppelschläge innerhalb von 48 und 49 Sekunden machen Hoffnungen der Akademiker zunichte - Gries und Supis nach Fouls verletzt - Wild-Boys-Coach beschwert sich auf der Pressekonferenz über unfaire Spielweise des F.A.S.S. - 100. Saisontreffer durch Kapitän Lucien Aicher
Als sich Manfred Wolf nach dem Spiel auf der Pressekonferenz darüber beschwerte, wie unfair doch die Akademiker gespielt und ihre Schläger eingesetzt hatten und er ja nicht der einzige Trainer in der Liga sei, der das so sieht, war es mit der Geduld von Mannschaftsleiter Peter Wagenfeldt vorbei. Er wies dann den Wild-Boys-Coach darauf hin, dass es schließlich das Team des F.A.S.S. war, bei dem zwei Spieler, nämlich Christian Gries und Thomas Supis, nach Fouls nicht mehr weiterspielen konnten. Dazu auch noch eine Anekdote vom Rande. Als der Schweden-Import auf Chemnitzer Seite, Esbjörn Hofverberg, Daniel Kuch im zweiten Drittel allzu heftig mit seinem Arbeitsgerät traktiert hatte, ging er nach diesem Spielabschnitt zu dem Berliner Verteidiger und entschuldigte sich für den im Übrigen nicht geahndeten Stockschlag. Eine Geste des schwedischen Stürmers, die Respekt verdient. Missverständlich allerdings eine Geste des Trainers nach dem Foul an Christian Gries in Richtung FASS-Bank, denn wie soll man eine mit der flachen Hand parallel zum Hals ausgeführte abschneidende Bewegung deuten?
Vorangegangen waren 60 Minuten, in der sich die von Rumid Masche gecoachte Mannschaft (Chris Lee war aus privaten Gründen in Berlin geblieben) durch insgesamt 97 Sekunden Unaufmerksamkeit vermutlich selbst um den Lohn ihrer Arbeit gebracht hat und letztlich 4:5 verlor.
Früh waren die Akademiker im ersten Drittel in Rückstand geraten, nach gerade Mal knapp drei Minuten stand es bereits 0:2 aus Berliner Sicht. Toni Uhlig und Michael Geier hatten die Wild Boys innerhalb von 48 Sekunden (2./3.) in Führung geschossen. Das Team des F.A.S.S. fing sich danach und Thomas Supis konnte in der 14. Spielminute nach schöner Vorarbeit von Patrick Czajka den Anschlusstreffer erzielen. In der 17. Minute dann hitzige Momente; in beiden Fällen entschied Hauptschiedsrichter Schoch regelgerecht. Nach einer unübersichtlichen Situation lag die Scheibe plötzlich im Tor der Akademiker. Hauptschiedsrichter Schoch erkannte den Treffer zunächst an, gab ihn aber nach Rücksprache mit seinen Linienrichtern dann doch nicht, da die Scheibe von einem Chemnitzer Spieler ins Tor geworfen worden war. Eine halbe Minute später lag abseits des Geschehens FASS-Stürmer Christian Gries auf dem Eis und auch hier entschied Herr Schoch richtig, Mike Losch musste wegen eines Checks gegen Kopf und Nacken für insgesamt 12 Minuten in die Kühlbox. Für Christian Gries war das Spiel übrigens beendet, in Folge dieses Checks konnte er nicht mehr weitermachen. Kurz vor Ende des ersten Drittels waren die in Überzahl spielenden Akademiker im Glück. Michal Vymazal und Esbjörn Hofverberg konnten nach einem Missverständnis alleine auf Sebastian Albrecht zulaufen, das letzte Zuspiel versprang jedoch und es blieb bei diesem 2:1.
Der zweite Abschnitt begann dann für die Akademiker besser. Christian-Alexander Leers hatte im eigenen Drittel die Scheibe bekommen, setzte sich gegen zwei Chemnitzer durch und konnte Roman Kondelik mit der Rückhand zum 2:2 überwinden (25.). FASS drückte nun weiter, aber ein Konter in der 30. Minute ließ die Mannschaft wieder in Rückstand geraten. Julius Michel konnte alleine auf Sebastian Albrecht zugehen; zwei Schüsse von ihm konnte der Berliner Schlussmann abwehren, der dritte Schuss von Michael Frank landete jedoch im Netz. Aber auch das steckte das Team weg und erzielte den erneuten Ausgleich in der 34. Minute. Die Akademiker hielten die Scheibe bis zur letzten Sekunde einer Überzahl im Chemnitzer Drittel und die Strafzeit war auch schon abgelaufen, als Vincent Schlenker von der blauen Linie abzog und Patrick Czajka den Schuss abfälschte – 3:3. Aber leider sollte es bei diesem Spielstand nicht bleiben. Als Jan-Hendrik Seelisch in der 38. Minute auf die Strafbank musste, gingen die Wild Boys durch Ales Dvorak mit einen Schlagschuss von der blauen Linie wieder in Führung und konnten diese nur 49 Sekunden später auf zwei Tore ausbauen. Esbjörn Hofverberg war allein vor Sebastian Albrecht zum Schuss gekommen. Er blieb zwar Sieger, aber Jörg Pohling konnte im Nachsetzen die Scheibe im Tor unterbringen.
Im letzten Drittel überließen die Chemnitzer FASS weitestgehend die Eisfläche, blieben aber durch Einzelaktionen und ihre Konter weiter gefährlich. FASS gelang es jedoch bis kurz vor Schluss nicht, Roman Kondelik zu überwinden. Selbst als die Akademiker knapp eine Minute in doppelter Überzahl spielten, verstanden es die Chemnitzer immer wieder geschickt, die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu befördern. Zunächst war Michael Stiegler auf die Strafbank gewandert, danach hatte Jörg Pohling ebenfalls abseits des Geschehens Thomas Supis an der Bande gefoult. Das Aus für den Berliner Verteidiger, eine Verletzung im Bereich des Halses ließ den weiteren Einsatz nicht mehr zu. Hauptschiedsrichter Schoch ahndete diese Aktion mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe gegen den Chemnitzer Verteidiger. Alle Bemühungen der Akademiker inklusive der Herausnahme von Sebastian Albrecht blieben erfolglos, mehr als der Anschlusstreffer durch Kapitän Lucien Aicher 17 Sekunden vor dem Ende der Partie sollte nicht mehr herausspringen. Schade eigentlich, denn es war der einhundertste Saisontreffer für die Akademiker in dieser Spielzeit.
Am kommenden Sonnabend kommt es dann zum vermutlich letzten Aufeinandertreffen mit den Wild Boys in dieser Spielzeit. Es bleibt abzuwarten, wie Manfred Wolf dann den Einsatz der FASS-Spieler bewertet. Es bleibt aber auch abzuwarten, ob Christian Gries und Thomas Supis bis dahin wieder fit sind.
F.A.S.S. Berlin: Albrecht, Hertel; Balko, Schmidt, Kuch, Neugebauer, Supis, Seelisch, Leibrandt; Johnsson, Pietsch, Schlenker, Czajka, Aicher, Gries, Patrzek, Veber, Leers, Konietzky
Red