

Sonntag, 27.03.2011, 13.00 Uhr, Paul-Heyse-Str.
1 : 7 (0:3 0:3 1:1)
0:1 (01:23) Kuschel (Schulz, Stöber), 0:2 (10:51) Brockelt (Riedel), 0:3 (11:17) Kuschel (Stöber)
0:4 (31:22) Kuschel (Brockelt), 0:5 (32:21) Stöber, 0:6 (32:34) Forgber (Schreiber, Israel)
1:6 (53:56) Srinamueang (Levin) PP1, 1:7 (57:15) Stöber (Kuschel, Schreiber) PP1
FASS: 16 + 10 (Srinamueang) + 10 (Schulz) - 4/22/10
SGJWN: 10 + 10 (Riedel) - 4/12/4
Trainer Jörg Dymke: "20 Minuten reichen nicht. Nächste Woche in Leipzig ist ein neues Spiel und hoffentlich ein versöhnlicher Saisonausklang."

Wenn dem Schreiberling am Ende der Saison nichts mehr einfällt, klammert er sich an jeden kleinen Strohhalm. Welchen Beginn heute? Wetter und Frühling waren schon. Die großen Ereignisse der Welt gehören hier nicht hin. Der Hund bekam wie jeden Abend Futter. Die Frau schaut Tatort. Schon mal über Rituale nachgedacht?
Die Fahrt zum Paul-Heyse-Eisstadion am heutigen Sonntag hatte schon fast so etwas. Aber Wikipedia belehrte mich eines Besseren. Ein Ritual (von lateinisch ritualis: „den Ritus betreffend“) ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt.
Leider nur Symbolgehalt hatte die immer vor einem Spiel der FASS-Schüler stattfindende Zusammenkunft am Tor. Die Schiedsrichter gaben das Spiel frei und ab diesem Zeitpunkt schien das Tor allein Paul S. zu gehören. Verteidigen war nicht so angesagt. Nach nervösem Beginn der Spielgemeinschaft aus Jonsdorf/Weißwasser und Niesky machten sie schnell klar, wer heute gewinnen wollte. Schon in der zweiten Minute das 0 : 1 im Nachstochern. Die Strafe in der dritten Minute wurde überstanden. Wie immer in Unterzahl konzentriert und auch mit Möglichkeiten in der Offensive. Die sich anschließende Strafe gegen die SG konnte nicht genutzt werden. Danach die SG in allen Belangen überlegen. Ihre Taktik mit einem freien Mann an der blauen Linie zu stehen, ging immer öfter auf. Alleingang nach Alleingang ergaben sich darauf. Manchmal schaute unsere Defensive nur zu. Paul S. stand viel zu oft im Mittelpunkt des Geschehens. Als es dann in der zehnten Minute zum zweiten sehr unglücklichen Gegentreffer kam, waren schon skeptische Gesichter an und hinter der Bande zu sehen. Einer jener Alleingänge wurde zuerst abgewehrt, prallte dann aber doch ins Tor. Und kurz darauf sah man, dass die SG heute mit einigen Schülerbundesligaspielern aus Weißwasser angereist waren. Eine schnelle Kombination durch die Abwehr der Weddinger zum 3 : 0 in der elften Minute. Danach Chancen der SG im Minutentakt. Immer wieder Paul S. mit guten Aktionen. Nach 14 Minuten endlich mal eine klare Aktion im Drittel der SG, Erik erkämpfte sich die Scheibe, aber die SG hatte natürlich auch ein Torhüter dabei ... Und so ging es weiter. Die SG immer gefährlich vorm Tor der Hauptstädter, nur sporadisch die Ausflüge ins Drittel der SG. So ging es in die erste Pause.
Der Mittelabschnitt begann mit einer Strafe für die Hausherren. Aber auch bei diesem Unterzahlspiel waren die FASS-Schüler konzentriert und ließen wenig zu. Danach wurde es etwas besser. Aber die SG immer wieder gefährlich im Drittel. Dann mal einige Minuten im Angriffsdrittel, doch leider kein Tor. Entweder war ein Verteidiger dazwischen oder der Schuss ging vorbei. Dann kamen unsägliche Minuten. Die FASS-Mannschaft hatte vergessen, was beim Eishockey wichtig ist: Laufen, kämpfen, verteidigen, auch den Puck einfach mal raushauen. Gegentreffer vier bis sechs binnen drei Minuten. Die SG nahm dann etwas Tempo raus. Auch FASS fand wieder etwas besser ins Spiel. Es wurde etwas ausgeglichener. Die Sirene ertönte zur zweiten Pause.
Enttäuschung über die Leistung der eigenen Kinder aber auch Anerkennung der Überlegenheit des Gegners waren Themen in der Pause. Und immer wieder die Fragen, die wir uns stellen. Ist das Reglement mit den Spielgemeinschaften gerecht? Man weiß nie mit welcher Mannschaft eine Spielgemeinschaft anreist. Sind es „nur“ Spieler, die ODM spielen und damit gleiche Trainingsbedingungen wir die FASS-Schüler haben, oder kommen Bundesligaspieler mit, die natürlich viel besser ausgebildet sind. Ob es da mal eine gerechtere Lösung geben wird?
Der Schlussabschnitt begann mit einem Torwartwechsel bei FASS. Erik übernahm die Verantwortung, und das nicht schlecht. Die sich anschließende Strafe für die Weddinger wurde wie fast immer in dieser Spielzeit überstanden. Dann ging es hoch und runter. FASS irgendwie wacher. Die SG dann in Unterzahl, Chancen aber kein Tor. Und immer diese gefährlichen Konter. In der 50. Minute dann eine schöne Aktion von Dustin in Unterzahl. Ein Schuss, nein ein Schlenzer, Fußballer würden sagen eine Bogenlampe, ins gegnerische Drittel, aufs Tor aber der Goalie sicher. Dann sogar doppelte Unterzahl. Paul L. im Alleingang zum Tor der SG, abgefangen. Die Defensive arbeitete jetzt besser. Die Checks wurden zu Ende gefahren. Vor dem Tor wurde hart gearbeitet und auch die Stürmer arbeiteten nach hinten. Auch einige Umstellungen der Trainer taten dem Spiel gut. Dann endlich der Ehrentreffer. David servierte Ta einen schönen Puck und der endlich ins lange Eck! Aber leider kein positiver Ausgang des letzten Drittels, in Unterzahl der Treffer zum Endstand von 1 : 7 in der 58. Minute.
AS 27. 3. 2011