» Neues aus der Tante Erika

Es geht rauf und runter in der Oberliga-Ost, wo sich Kooperationspartner FASS Berlin im oberen Tabellendrittel festsetzen konnte. Trotzdem gab es neben Höhen auch Tiefen für die Mannschaft von Coach Chris Lee. Selbst ein rabenschwarzes Wochenende in Halle und Leipzig (2:6- bzw. 4:11-Niederlage) hat das mit etlichen Eisbären-Talenten gespickte Team nicht aus der Ruhe bringen können. Ein souveränes 4:0 gegen die Jonsdorfer Falken, auch dank einer hervorragenden Leistung von Goalie Marvin Cüpper, brachte das Team zurück in die Erfolgsspur. Trotz der vielen jungen Spieler geben die älteren FASSler den Ton an. Einer davon ist Patrick Czajka, der mit acht Toren und 23 Punkte der Topscorer der Akademiker ist. Boulette Ehrlich traf sich mit dem 30jährigen Stürmer, der sowohl für die Eisbären als auch die Preussen spielte und sprach über den Saisonverlauf, seine Verantwortung im Team und den Verlauf seiner Karriere.

 

Eis-Dynamo: Patrick, Ihr habt die ersten elf Spiele in der Oberliga Ost hinter Euch, wie ist Dein Fazit zum bisherigen Verlauf der Saison? FASS war zwischenzeitlich ja sogar Tabellenführer.

Patrick Czajka: Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Saison. Wir spielen gutes Eishockey und stehen, so denke ich, nicht unverdient dort oben in der Tabelle.

ED: Jedes Jahr wird gesagt, die Oberliga Ost sei eine sehr ausgeglichene Liga. Auch in dieser Saison scheint das wieder der Fall zu sein. Macht es als Spieler Spaß, in einer so engen Liga zu spielen, immerhin gibt es im Vergleich zur Oberliga Nord keine reinen Punktelieferanten?

PC: Das ist richtig! Die Oberliga-Ost ist wirklich eine sehr ausgeglichene Liga. Es macht auf jeden Fall mehr Spaß gegen starke Mannschaften zu spielen, als dem Gegner weit über- oder unterlegen zu sein, wie es in der Nordgruppe der Fall ist.

ED: Gemeinsam mit Benjamin Hecker und Vincent Schlenker bildest Du die erste Reihe, und erwartungsgemäß punktet Ihr regelmäßig. Was macht Eure Reihe so gefährlich?

PC: Ich denke mit Benny und Schlenks habe ich zwei sehr gute Sturmpartner, die beide recht unterschiedlichen Stärken haben. Dadurch ergänzen uns gegenseitig und genau das macht uns so gefährlich.

ED: FASS hat wieder mal viele Eisbären Juniors im Kader, die gut mit den älteren, erfahrenen Spielern harmonieren. Wie schätzt Du den Mix bei den Akademikern ein und inwiefern ist es wichtig, daß FASS diese Kooperation mit den Eisbären praktiziert?

PC: Wir sind ein sehr ausgeglichenes Team. Der Mix aus jung und alt stimmt. Die jungen Spieler lernen von den älteren und sammeln Spielerfahrung. So ist es nicht verwunderlich, daß einige von ihnen auch schon in der DEL eingesetzt wurden. Aber ich muß natürlich auch zugeben, daß wir älteren ebenso davon profitieren. Sie sind schnell und halten unser Spiel dynamisch. Die Kooperation mit den Eisbären halte ich daher für eine gute Sache.

ED: Würdest Du dich denn als einen Art ?Ausbilder? für die jüngeren Spieler sehen? Wenn ja, wie hilfst du denn z.B. nach einen 4-11 Klatsche (wie neulich in Leipzig)?

PC: Ich würde mich nicht direkt als ?Ausbilder? bezeichnen, aber ich denke daß ich den jüngeren in der ein oder anderen Situation auf und neben dem Eis helfen kann. Ich gebe gern meine Erfahrungen weiter.

ED: Du bist kein Unbekannter in der Berliner Eishockeyszene, da Du sowohl für die Eisbären als auch unseren ehemaligen Charlottenburger Rivalen gespielt hast. Wie bist du eigentlich zum Eishockey gekommen?

PC: Ich bin damals, als ich fünf Jahre alt war, mit meiner Kindergartengruppe regelmäßig Schlittschuhlaufen gegangen. Ich habe mich sofort auf dem Eis wohlgefühlt und war nur schwer wieder runterzubekommen. Mit sechs Jahren bin ich dann in den Schlittschuhclub eingetreten. Ab da nahm alles seinen Lauf.

ED: Reden wir über Deine Vergangenheit bei den Eisbären. Inwiefern hat diese Zeit Deine Entwicklung als Spieler geprägt?

PC: In der Zeit bei den Eisbären habe ich ein hervorragendes Training genossen und viele positive Erfahrungen sammeln dürfen sowohl bei den Juniors als auch dem DEL-Team.

ED: Was machst Du, wenn Du nicht auf Torejagd in der Oberliga Ost unterwegs bist?

PC: Seit September 2010 mache ich eine Umschulung zum Sport- und Fitnesskaufmann, da bleibt leider nicht viel Zeit für andere Dinge. Sonst versuche ich meine Freizeit mit meiner Freundin und meinem Hund zu gestalten, das gibt mir den richtigen Ausgleich zum stressigen Alltag.

ED: Die Kooperation zwischen FASS und den Eisbären ist eindeutig eine Erfolgsgeschichte, allerdings kommen relativ wenig Fans in?s Erika-Hess-Eisstadion. Würdest Du Dir mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung aus der Szene wünschen?

PC: Ja, es ist echt schade, daß nicht mehr Leute den Weg in?s Erika-Hess-Stadion finden. Natürlich würden wir uns über mehr Zuschauer freuen, die uns lautstark unterstützen. Aber es ist natürlich auch schwierig, wenn wir zeitgleich mit den Eisbären spielen. Schon klar, daß die Leute dann lieber zu den Bären gehen.

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