» Black Dragons mit zwei Niederlagen gegen Halle und Berlin

Die Tabellenführung für einen Tag zurückerobert und dennoch niedergeschlagen: Die Enttäuschung stand den Black Dragons am Freitagabend nach dem 5:6 nach Verlängerung gegen Fass Berlin ins Gesicht geschrieben. Weit mehr noch als nach dem gestrigen 3:4 (2:1, 0:3, 1:0) in Halle.
Halle/Erfurt. Viel vorgenommen hatten sich die Erfurter und über weite Strecken auch viel davon umgesetzt. Dass es nach dem 3:4 vor zwei Wochen erneut nicht zu einem Punktgewinn reichte, war für Drachen-Trainer Thomas Belitz von den Ausgangslagen her kein Beinbruch. "Wenn man Halle fährt, ist man Außenseiter", spielte er auf das namhafte Ensemble des Vorjahresmeisters an. Es scheint nach dem holprigen Start zur Stärke aus der vergangenen Serie zurückzufinden und untermauerte dies mit dem zweiten Sieg des Wochenendes.
Keine 24 Stunden nach dem 2:1 bei Chemnitz holten sich die Saale Bulls durch die Tore von Kilian Glück (8.), Nikolaus Meier (24.), Troy Bigam (29.) und Florian Eichelkraut (32.) den nächsten Dreier und ließen als Dritter die Tabellenspitze noch dichter zusammenrücken.
Den Ersten Fass trennen nur drei Punkte vom Vierten Leipzig, der die Partie in Schönheide infolge einer Grippewelle innerhalb der Mannschaft absagte und damit den möglichen Sprung an die Spitze verpasste.
Die hätte auch den Erfurtern gehören können.
Obgleich mit der Niederlage nicht unbedingt das Unerwartete eintrat, war für die Drachen in Halle mehr drin als noch vor zwei Wochen. Belitz ärgerte sich vor allem über das zweite Drittel, in dem die Bulls wie im Aufeinandertreffen zuvor mit drei Toren die Weichen stellte. "Aber diesmal hätten wir sie selber verschuldet", stand für Belitz fest.
Statt weiter konzentriert und kompromisslos in der Deckung zu agieren, verloren die Erfurter nach dem Flatterschuss Meiers zum 2:2 (24.) ihre Linie und kassierten die zwei weiteren Tore. Dahin war die gute Ausgangsposition, die sich die Gäste durch Enrico Manskes 1:0 (6.) und die erneute Führung von Sean Fischer in Unterzahl (20.) verschafft hatten. Ähnlich energisch wie im ersten Drittel trumpften sie auch in den letzten 20 Minuten auf, kamen nur noch zum Anschluss durch Marcel Weise (53.).

"Unterm Strich eine gute Leistung. Aber die reicht eben nicht", fehlte Belitz das Quentchen zum "Sehr gut". Ähnlich wie am Freitag, als sich die Drachen gegen Fass Berlin viele gute Noten verdienten, blieben Komplimente dafür nur ein schwacher Trost.

"Erfurt hat eine starke Mannschaft", meinte Fass-Trainer Chris Lee. Der Kanadier hob damit auch die Leistung seiner jungen Mannschaft hervor und besonders die Güte des Spitzenduells. "Ein Super-Spiel von beiden Seiten. Es gab Chancen ohne Ende. In der Verlängerung hatten wir ein bisschen Glück."

Pech allein wollte sein Gegenüber jedoch nicht als Grund gelten lassen, dass auch das dritte Duell gegen die "läuferisch sehr starken" Berliner verlorenging. Vor allem deren ersten Reihe hätten die Erfurter in Belitz Augen nie in den Griff bekommen. Und nicht zuletzt damit auch Roman Veber. Das slowakische Top-Talent (19) absolvierte nach langer Verletzung sein erstes Spiel in dieser Saison und traf dreimal.

Vor allem sein 5:4 Minuten vorm Ende traf die Erfurter eiskalt. Trotzdem zurückgekommen zu sein, sprach für sie. "Man kann bei einem 4:5 auch glatt verlieren", hob Belitz den Einsatz der Drachen in den Schlussphase hervor, haderte jedoch mit ausgelassenen Chancen. Zweimal setzte Robert Vavroch etwa den Puck innerhalb weniger Sekunden ans Eisen (57./Pfosten, Latte), um nur wenige Augenblicke später das glänzende Erfurter Überzahlspiel noch mit dem Ausgleich, dem dritten Tor im Fünf-gegen-Vier, zu krönen.

So ärgerlich für Chris Lee das 5:5 war, so tragisch war für die Gastgeber der Ausgang in der Verlängerung. Beim Hineinwerfen in die erwartete Eingabe von Christopher Scholz rutschte Zbynek Marak mit der Scheibe zum 5:6 ins Tor.

Damit zog Fass mit den Erfurtern nach Punkten gleich und gestern in Niesky dank eines 4:3 in der Verlängerung an ihnen vorbei. "Für die Jungs ist es schön, überhaupt da oben mitzuspielen", sagte Fass-Trainer Lee am Freitag. Für ihn sei das Tabellenbild Woche für Woche aber nur eine Momentaufnahme. Um so mehr, da er in den nächsten Wochen auf die vier U-20-Nationalspieler Jimmy Hertel (Tor), Thomas Supis, Vincent Schlenker und Henry Haase verzichten muss. Sie reisten Samstagfrüh zu einem Lehrgang nach Füssen weiter und spielen danach bei der B-WM. In Niesky dennoch gewonnen zu haben, zeugte von Klasse, ließ die Enttäuschung bei den Erfurtern jedoch nicht kleiner werden.

Steffen Eß / 05.12.11 / TA Quelle: erfurt.thueringer-allgemeine.de

von Fass Berlin

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