» Lindower Volleyballer treffen auf Eisbären-Nachwuchs

Heimatsport (MZV) Was passiert, wenn ein Eishockey-Team auf eine Volleyball-Mannschaft trifft? Diese Frage haben die Volleyballer und das Team von Fass Berlin, Kooperationspartner des deutschen Eishockey-Meisters Eisbären, beantwortet, und zwar deutlich: jede Menge Spaß.

In der Vorbereitung versucht jeder Trainer, Reizpunkte zu setzen, Abwechslung zu schaffen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Eigentlich kann nur so erklärt werden, wie es zu dieser, wohl einmaligen, Volleyball-Trainingseinheit am Montagabend in einer Berliner Sporthalle gekommen ist. Und tatsächlich bestätigt das Trainerteam des Drittligisten SV Lindow-Gransee, Victor Eras und Mirko Heine, das. „Für den Spaß“, lacht Heine, Eras legt nach: „Es ist natürlich ein großer Fun-Faktor dabei. Heute geht es einfach um das Teambuilding.“Nichts anderes hatte auch Chris Lee, Headcoach der Fass-Truppe (Oberliga), im Sinn. Weit weg vom Klischee des derben, grimmigen und harten Hockey-Trainers lacht der Kanadier in der Sporthalle. Straftraining nach einer Niederlage seines Teams auf dem Volleyball-Feld? „Nein, bestimmt nicht.“Und so zieht sich die gute Laune wie ein roter Faden durch den Abend. Egal, ob beim Aufwärm-Programm der Lindower, beim Schlagtraining oder später im Spiel – die Eishockey-Cracks sind ebenso mit Spaß am Volleyball dabei wie die Volleyballer selbst.Dabei könnten die Sportarten nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite die kräftigen Athleten des schnellen, sehr körperbetonten Hockeys, auf der anderen die hochgewachsenen Sportler des körperlosen Spiels. Die einen wollen eine Hartgummischeibe per Schläger ins Netz jagen, die anderen einen Ball per Hand über eben jenes. Heute jedoch versuchen sich alle auf dem Volleyball-Court.„Die Idee kam von Des“, erklärt Heine das außergewöhnliche Aufeinandertreffen. Des – das ist Desmond Squire, Ex-Radio-Moderator und Stadionsprecher der Eisbären. Squire und Heine kennen sich seit Jahren. Aus dieser Freundschaft erwuchs die Idee des gemeinsamen Trainings. „Ich finde es toll, dass wir bei euch sein können“, freut sich der Engländer bei seiner Ansage vor der Einheit und legt grinsend nach: „Seid bitte lieb zu uns.“So kurios diese Bitte eines Eishockey-Verantwortlichen gegenüber Volleyballern auf den ersten Blick scheint, so verständlich wirkt sie spätestens, als die Lindower zum Aufschlagtraining schreiten. Überrascht sehen die angehenden Eisbären – fünf von ihnen gehören bereits zum DEL-Kader – die Bälle in Höchstgeschwindigkeit auf sich zukommen und versuchen tunlichst, ihnen auszuweichen. Das gelingt – genauso wie anschließend der eine oder andere Schmetterball über das Netz.Beim Abschlussspiel aber hat das junge Team von Chris Lee (Altersdurchschnitt 21 Jahre), das in der Anfang Oktober beginnenden Oberliga-Saison um den Aufstieg mitspielen will, keine Chance. Das kommt wenig überraschend für Desmond Squire, der vorsorglich vor dem Training schon mit einer weiteren Idee aufwartete: „Das Rückspiel machen wir auf dem Eis.“ Spätestens dann dürfte es an Eras und Heine sein, ein „Seid lieb zu uns“ in die Runde zu werfen.

 

Quelle: www.die-mark-online.de

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