» EHV Schönheide e.V. stellt Insolvenzantrag

Notwendig wurde dieser Schritt, da aktuelle Forderungen von Gläubigern nicht mehr bedient werden konnten. Grund hierfür sind beispielsweise weggefallene Einnahmen aus geplanten Sponsorenvereinbarungen und nicht gezahlte Mitgliederbeiträge der letzten beiden Jahre. Der Etat für die erst kürzlich abgelaufene Saison 2008/2009 konnte zwar im Großen und Ganzen eingehalten werden, doch musste man mit den reduziert zur Verfügung stehenden Mitteln Altverbindlichkeiten aus vorherigen Spielzeiten begleichen. Zusätzlich entgingen dem Verein wesentliche Einnahmen aus der Eishallenbetreibung. Gestiegene Kosten und ein geringeres Interesse am öffentlichen Freilauf, auch aufgrund der stark eingeschränkten Nutzungszeiten der Eishalle, machten eine kostendeckende Betreibung nicht mehr möglich. Auch die Verkleinerung der Regionalliga auf nur sieben Teams mit den dementsprechend wenigen Heimspielen brachten dem Verein nicht die nötigen Einnahmen aus Eintritts-, Catering- und zusätzlichen Sponsorengeldern. Vom zuständigen Amtsgericht in Chemnitz wurde mit Wirkung vom 08.04.09 der Rechtsanwalt Markus M. Merbecks zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Der Jurist aus der Chemnitzer Kanzlei Handschumacher, Krug & Merbecks vertritt damit in Zusammenarbeit mit dem Vorstand ab sofort den EHV Schönheide e.V. in allen Finanzangelegenheiten. In den nächsten vier Wochen wird er zunächst ein Gutachten erstellen. "Damit sollen durch uns Ursachen für die drohende Insolvenz und mögliche Chancen für eine Fortführung des Vereins herausgefunden werden", so Markus Merbecks. Allerdings könnte sich durchaus auch die Gründung eines neuen Vereins notwendig machen. Nach Auflistung auch der noch offenen Rechnungen wolle der Chemnitzer Rechtsanwalt in Kontakt mit den Gläubigern treten. Merbecks: "Wichtig ist uns bei alldem, dass die große Tradition des Eishockeys in Schönheide erhalten bleibt!" Deshalb wolle man Gespräche mit allen bisherigen Partnern suchen, von den Sponsoren über die Kommune bis zu Vereinsspielern und -mitgliedern. Der EHV-Vorstand habe, nach Merbecks erster Einschätzung, für die Insolvenzbeantragung einen "nicht schlechten Zeitpunkt" gewählt. Mit dem Saisonende sei kein Eis mehr vorzuhalten und auch kein Spielbetrieb mehr abzusichern. "Dadurch lässt sich zusätzlicher Schaden vermeiden", so Merbecks. Weiterhin soll ein Sanierungsplan erarbeitet werden, der es ermöglicht die Tradition des Eishockeysports in Schönheide fortzuführen und auch in der kommenden Saison den Spielbetrieb in der Regionalliga abzusichern. Mit diesem Schritt besteht auch die Chance, den EHV Schönheide e.V. nach Jahren am Limit wieder in ruhiges und kalkulierbares Fahrwasser zu bringen. Dazu ist es notwendig, dass die vielen anstehenden Aufgaben auf mehrere zuverlässige Schultern verteilt werden und Gemeinde, Sponsoren, Geschäftspartner, Fans, Gönner und Mitglieder dem Verein auch in der jetzt schwierigen Zeit helfen und die Treue halten. Über den weiteren Verlauf und den aktuellen Stand werden wir in den entsprechenden Pressemitteilungen informieren. Quelle: EHV Schönheide

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