» Demonstration für den Erhalt der Deutschlandhalle

Hier einige Zahlen, die belegen, wie wichtig die Deutschlandhalle für den Berliner Eissport ist: In den Katakomben der Halle hat der ECC Preussen Juniors Berlin, Hauptnutzer der Halle, seinen Stützpunkt eingerichtet. Hier ist neben den sieben Nachwuchsmannschaften auch die Seniorenmannschaft des Vereins untergebracht. Für eine leistungsorientierte Nachwuchsarbeit unabdinglich. Im Erdgeschoss sind außerdem noch vier weitere Kabinen, die einen reibungslosen Trainings- und Spielbetrieb gewährleisten. Die Halle hat neben der großen Eisfläche auch eine kleine, genannt Curlingbahn, auf der Laufschule und Bambini verschiedener Vereine trainieren. Ob eine mögliche Übergangslösung in Form einer Traglufthalle solche Bedingungen anbietet, darf stark bezweifelt werden. In Berlin gibt es 11 Eishockeyvereine, die mit 14 Seniorenteams am Spielbetrieb teilnehmen. Dazu kommen unzählige Nachwuchsteams. Neben den acht Mannschaften des ECC Preussen Juniors trainieren oder spielen Teams von FASS Berlin (zwei Senioren-, sieben Nachwuchsmannschaften), des ESC 07 Berlin (ehemals Berliner Schlittschuh-Club, zwei Senioren-, drei Nachwuchsmannschaften), des OSC Berlin (eine Damen-, eine Herren- und vier Nachwuchsmannschaften) und des SCC Berlin (eine Seniorenmannschaft) regelmäßig in der Deutschlandhalle. Pro Woche stehen dem Eishockeysport ungefähr 35 Trainingszeiten zur Verfügung. Pro Saison finden in Berlins Denkmal ca. 120 Eishockeyspiele statt. Dazu kommen ca. acht Turniere im Nachwuchsbereich und DEB Sichtungsturniere im Bereich Schüler. Hierzu reisen Mannschaften aus dem In- und Ausland an. Auch diese Veranstaltungen wären gefährdet. Dazu kommen noch einige private Eiszeiten, die von Hobbyteams genutzt werden. Aber nicht nur Eishockey findet in der Deutschlandhalle statt. Ein Mal in der Woche gibt es den Seniorenlauf und seit dieser Saison stehen ebenfalls jede Woche mehrere Einheiten Kunstlauf auf dem Programm. All dies ist nur auf Grund der guten logistischen Möglichkeiten machbar. Auch hier darf stark bezweifelt werden, dass dies durch das vorgesehene Provisorium ausgeglichen werden kann. Sollte die Deutschlandhalle dem Eissport nicht mehr zur Verfügung stehen, muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Eiszeiten wegfallen würde. Folge wäre unter anderem, dass die in ganz Deutschland bekannte gute Berliner Nachwuchsarbeit leiden wird. Und gerade am Nachwuchs liegt doch unseren Politikern angeblich so viel. Versucht also möglichst viele Vereinsmitglieder und Anhänger zu bewegen, Messe und Senat in einer friedlichen Demonstration zu zeigen, was ihr von der Schließung haltet. Erinnert die hohen Herren an ihre Zusage von 2000 und 2006, die Deutschlandhalle bis zur Fertigstellung eines adäquaten Ersatzbaus dem Eissport zur Verfügung zu stellen. Aber augenscheinlich hält es dieser Senat lieber mit einer Aussage von Konrad Adenauer: ?Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.? Und damit leidet, wie in der heutigen Zeit so üblich, mal wieder der ?kleine Mann von der Straße?. Aber da werden sich Berlins Eissportler aller Voraussicht nach auch bald wiederfinden. Wenn möglich erscheint in Vereinskleidung, dann sehen die Verantwortlichen zusätzlich, wie viele Vereine betroffen wären. Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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