» Saisonrückblick Teil 1:

Drei Meistertitel, ein Pokalsieg, zweimal Platz 2, ein Dritter Platz ? Berlins Eishockeyteams waren erfolgreich wie selten zuvor. Hierzu herzlichen Glückwunsch. Nun ist die Eishockeysaison 2008/09 beendet. Eines fiel dabei aber besonders auf: Es wurde auf dem Eis und an der Bande diskutiert, gemeckert und gepöbelt wie schon lange nicht mehr. Und: Einige Leute, egal ob Schiedsrichter, Spieler oder Angehörige des Trainerstabes scheinen ziemliche Probleme mit den Regelwerk zu haben! Es ist unglaublich, was einige Herren in dieser Saison abzogen. Unerheblich, ob berechtigt oder nicht, erstmal wurden bei Unterbrechungen der oder die Schiedsrichter zugetextet. Manche Spieler kamen sogar schon auf die Idee, während des Spiels mit Schiri oder Linienrichter zu diskutieren, anstatt ihre Aufgabe auf dem Eis zu erledigen. Und dann meckern die auch noch, wenn der Schiri die Nase voll hat und Disziplinarstrafen verhängt. Andere Spieler meckern selbst nach klaren Fouls. Manche Schiris haben sich allerdings auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da werden klarste Fouls übersehen, im Gegenzug aber gepfiffen, wenn ein Spieler über seine eigenen Beine stolpert. Beispiele gefällig? Bitte: Die Spieler: Da gibt es Spieler, die checken ihre Gegenspieler dermaßen unnötig und brutal in die Bande, dass es schon fast an ein Wunder grenzt, das noch nichts Schlimmes passiert ist. Und natürlich waren die Checks nach Meinung der Spieler völlig in Ordnung und der Gegner nur ein schlechter Schauspieler. Also wird beim Schiri und später auf der Strafbank lamentiert und gemeckert wie wild. Andere halte ihre Gegenspieler ewig fest bzw. drücken diese immer wieder auf das Eis, selbst wenn der Puck, also das eigentliche Spielgerät, schon lange weg ist. Und dann das gleiche Bild: Meckern bis zum Abwinken, also der 10er. Manche Spieler meinen auch, nur weil man ihnen einen Buchstaben auf das Trikot klebt, hätte man die Lizenz zum Meckern. Falsch liebe Sportkameraden. Kurze (!) Nachfragen sind erlaubt, aber damit hat es sich dann auch schon. Und sich dann nach Erhalt einer Disziplinarstrafe fast heulend vor dem Schiri zu stellen und auf diesen Buchstaben zu deuten, hilft auch nicht mehr. Denn auch für Mannschaftskapitäne haben diese ?Gespräche? Grenzen. Dazu kommen dann noch alle anderen Spieler, die da nun gar nichts zu suchen haben und schon kommt man sich vor wie bei einer dieser billigen Talkshows aus dem Mittagsprogramm. Auffällig auch, wie viele Stockfouls begangen wurden, die leider nicht gepfiffen wurden. Die kleine schwarze Hartgummischeibe ist das Spielgerät, nicht die größeren, verkleideten Typen, die dem kleinen schwarzen Teil hinterher jagen. Ein Schläger hat am Gegenspieler nichts zu suchen! Und noch ein kleiner Hinweis: Ein Revanchefoul wird eher gesehen, wie das vorangegangene des Gegenspielers. Das liegt einfach daran, dass das erste Foul meist für Schiris schwer zu sehen ist, da sie z. B. hinter seinem Rücken begannen werden. Es macht also nur wenig Sinn, Selbstjustiz zu üben. Das endet meist auf der Strafbank. Die Trainer: Auch die Trainer und deren Assistenten mischen fleißig mit bei diesen Diskussionen. Statt ihren Spielern vernünftige Anweisungen zu geben, wird sich lieber beim Schiri beschwert. Auch mit dem Regelwerk haben einige Bandenverantwortliche ihre Probleme. Da fragt doch wirklich ein Co-Trainer nach einem Spiel nach, warum einer seiner Spieler eine Strafzeit dafür kassiert hat, dass er einen Puck unbedrängt über eine seitliche Plexiglasscheibe schoss. Die Ganze nennt sich Spielverzögerung und wird seit einigen Jahren gepfiffen? Ein anderer Trainer muss vom schlechten Spiel seines Teams so frustriert gewesen sein, dass er, statt seiner Spielerinnen, den Schiedsrichter des Spiels anmeckerte. Und das nur, weil er der Meinung war, ein Puck wäre nicht im Tor gewesen. Sieht man mal davon ab, dass der Puck wirklich im Tor war, bei einem Spielstand von 0:7 war es ja auch eine spielentscheidende Situation ? Der Trainer durfte vorzeitig in die Kabine. Hätte er auch so machen können, aber das macht ja keinen Spaß. Toll war eine Linienrichterin. Da stehen zwei Spieler einer Mannschaft ganz klar im Abseits. Es folgte natürlich ein Pfiff - und Diskussionen. Peinlich dabei für die Trainer: die Spieler standen direkt vor ihren Augen im Abseits! Gibt ja da einen Werbespruch, den ich hier aber lieber nicht bringe. Jedenfalls hat die Linienrichterin beiden ein paar klare und sehr nette Worte zugerufen und dafür von den Zuschauern Applaus bekommen. Bei manchen Vereinen werden die Spiele gefilmt. Da könnte man später eine feine Videoanalyse machen. Oder aber man geht zum Schiri und blamiert sich. Hat ein Mal jemand gemacht. Spielt dem Schiri mehrfach eine Situation vor und fragt warum es 2 Minuten wegen Bandenchecks gab. Der Schiri musste einsehen, dass es eine Fehlentscheidung war. Denn eigentlich hätte er 2 +10 wegen Check von hinten geben müssen? Irgendwann kommt der Tag, an dem ein Trainer einen Spieler zum Schiri schickt, damit diese diskutieren und der Trainer nutzt das Ganze dann als zusätzliche Auszeit. Trainer soll(t)en ihren Spielern Vorbilder sein. Und es gibt ja auch genug in dieser Zunft, die immer was von Disziplin erzählen. Vorleben sieht anders aus. Das merkt man vor allem daran, dass schon einige Trainer von Bankstrafen bis zur Spieldauer so ziemlich alles abgeholt haben, was man abholen kann. Inzwischen werden Trainer sogar schon zu Antiaggressionskursen geschickt. Zu merken ist davon allerdings nicht sehr viel. Die Schiedsrichter: Aber auch die Schiedsrichter müssen sich einige Kritik gefallen lassen. Mag sein, dass so mancher Schiedsrichter ein guter Linesman ist, der sogar zu internationalen Turnieren berufen wird. Aber manchmal hat man den Eindruck, als Hauptschiedsrichter sind sie überfordert. Oder aber lustlos. Auch diesen Eindruck hatte man schon von einigen Herren. Aber eines machen sie gerne, eben dieses diskutieren. Leider sind die Leistungen der Streifenhörnchen in dieser Saison sehr wechselhaft. Und damit schafft man natürlich auch Probleme. Natürlich darf jeder Schiedsrichter auch mal Fehler machen oder einen schlechten Tag haben, aber einige Herren (!) sollten doch noch mal geschult werden. Bei einigen glaube ich allerdings nicht, dass so etwas noch hilft. Wie bei einem recht jungen Linesman, der zwar ein recht guter Spieler ist, aber schon dort so seine Probleme mit dem Abseits hat. Als Linienrichter verzichtet dieser zeitweise völlig darauf, Abseits oder Icing zu pfeifen. Wozu auch, Pausen stören nur den Spielfluss?. Viele Vergehen werden weiterhin kleinlich, also nach Regel, gepfiffen. Das ist ja auch in Ordnung. Leider fehlt bei einigen Herren eine Linie, die sich durch das gesamte Spiel zieht. Einige Schiedsrichter pfeifen in jedem Drittel anders. Und dann braucht sich keiner zu wundern, wenn es auf dem Eis viel Unruhe gibt. Auch werden die oben beschriebenen Stockfouls zu wenig geahndet. Hier müsste ebenfalls etwas passieren. Hier ein Vorschlag in Sachen Schulung: Man könnte ja auf die Strafbänke Regelwerke legen. Jeder Spieler, der eine Strafzeit kassiert, muss dann schauen, warum er diese bekommen hat oder - aus Sicht der Spieler, die ja generell unschuldig sind - bekommen haben könnte. Und damit das auch jeder versteht, natürlich auch mit vielen schönen Bildern. Gilt selbstverständlich auch für den Trainerstab. Und zwar für alle Strafen. Spieler oder Trainer die eine Disziplinarstrafe kassieren, könnten diese ja ebenfalls auf der Bank absitzen. Und schön auswendig lernen, denn nach dem Spiel wird abgefragt. Selbst gesperrte Spieler könnten so etwas für ihr Eishockeywissen tun. Oder aber die Vereine gehen auf das Angebot ein, vor der Saison von Schiedsrichtern Regeländerungen genau erklärt zu bekommen. Dabei könnte auch auf bestehendes Regelwerk hingewiesen werden. Das kostet die Vereine nur einige Minuten, oder auch eine Stunde, Zeit. Und die sollte doch vorhanden sein. Leider gehen die Vereine nicht auf dieses Angebot ein. Meckern ist eben einfacher als graue Theorie ? Manchmal fragt man sich, warum in den oberen Ligen die Pausenzeit verlängert wurde. Bei der Dauer der Unterbrechungen könnte man die Pausen durchaus verkürzen. Denn Pause haben die Beteiligten während der Drittel genug? Hier mal ein gut gemeinter Hinweis an alle: Die Zuschauer wollen schöne Spielzüge und natürlich auch schöne, aber faire, Checks sehen. Auf dieses ewige Halten, Haken und die leidigen Diskussionen haben wohl nur die wenigsten Lust. Wer aber der Meinung ist, er müsse unbedingt eine Diskussionsrunde starten, der soll sich einfach bei einer dieser Mittagstalkshows bewerben. Die nehmen Euch bestimmt. Und wer Unterstützung seelischer Natur braucht, dem wird ja inzwischen in solchen Sendungen auch geholfen. Ab morgen wird?s dann sportlich: Aufholjagd mit gutem Ausgang Quelle: Norbert Stramm für Radio Eiskalt Anm. d. Red.: Da wir nicht den gesamten Saisonrückblick veröffentlichen werden, geht es hier am Sonnabend mit der Regionalliga und am Montag mit der Landesliga weiter. Die, die alle acht Teile lesen möchten, müssen wir an Radio Eiskalt verweisen.

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