» In anderer Sache ... oder?

Der wahrscheinliche Rückzug der Eisbären Juniors dürfte der Todesstoß für die Oberliga Nord sein. Doch mit einem klugen Regionalliga-Modus könnte man sie zur Hälfte retten. Oberliga oder Regionalliga, vor dieser Qual der Wahl stehen so einige Vereine: Zum Beispiel der ECC Preussen, die Saale Bulls Halle und die Rostock Piranhas. Doch seit die Eisbären am Freitag den wahrscheinlichen Rückzug ihrer Oberliga-Mannschaft angekündigt haben, knirscht und kracht das Konstrukt einer geteilten 3. Liga heftiger als je zuvor. Jetzt wären es nur noch sieben Klubs. Dass der ECC den Joker aus Baden, die Hügelsheim Hornets, anstelle des Stadtrivalen akzeptieren würde, ist fast auszuschließen. Denn das heißt viel mehr Reisekilometer und - ohne das Derby - viel weniger Zuschauereinnahmen. Gerade ein Rückzug der ESBG-treuen Eisbären Juniors könnte den letzten Anstoß für die drei genannten Vereine bilden, dem gescheiterten Projekt Oberliga den Rücken zu kehren und in die Landesverbände zu flüchten. Mit Leipzig im Schlepptau. Nur, was dann? Die Lösung ist viel einfacher, als man denkt. Es braucht keine wilde Liga; keine Nordostdeutsche Eishockeyliga nach dem willkürlichen Schnittmuster einiger Vereinspräsidenten. Es gibt die Regionalligen. Die Oberliga müsste einfach mangels Masse für ein Jahr - also nur vorübergehend - aufgelöst werden. Wichtig ist, im Modus jetzt schon einen Weg zu finden, 2010/11 die geplante zweiteilige Oberliga mit je zehn Vereinen zu etablieren. Der Trick lautet: In der ersten Saisonhälfte spielen wir Regionalliga (Derbys, geringere Reisekosten), und in der zweiten Saisonhälfte bilden wir zwei Zehnergruppen der besten Regionalligisten und tun so, als ob diese die Oberliga (sportlich interessanter) wären. Auf diese Weise könnten alle Teilnehmer testen, ob sie sich eine solche Liga zutrauen. Und so funktioniert's! Die aktuell qualifizierten Oberliga-Klubs werden auf die bestehenden Regionalligen verteilt. Diese bilden für eine Saison die 3. Liga in den vier Gruppen Nord, Ost, West und Süd. Alle Regionalligen spielen zunächst von Oktober bis Jahresende eine Einfachrunde (ca. 18 Spiele). In der zweiten Hälfte der Saison, von Januar bis März, spielen die jeweils zehn Besten im Norden/Osten/Westen sowie im Süden nochmals eine Einfachrunde (18 Spiele). Es schließen sich Play-Offs der jeweils besten vier Klubs an, in denen je ein Aufsteiger in die 2. Liga aus Nord/Ost/West und Süd ermittelt wird. Diese zehn Vereine der Meisterrunde wären im Fall der Fälle die Oberligisten der folgenden Saison (mögliche Wechsel mit der 2. Liga nicht einbezogen). Die weniger starken Vereine der Regionalligen spielen eine interne Pokal-Einfachrunde und ermitteln eventuelle Nachrücker bzw. die Absteiger. Im Süden muss die Bayernliga so viele Oberligisten aufnehmen, dass eine Teilung in zwei Gruppen unbedingt nötig wäre. Aber angesichts der vielen fränkischen Klubs und der gar nicht so kleinen Entfernungen im Bayernland wären zwei Zwölfergruppen eine gute Lösung. Das würde hier 22 Spiele in der Vorrunde ergeben, die angesichts des dort üblichen Freitag-Sonntag-Rhythmus bis Ende Dezember zu schaffen sind. Die besten fünf Klubs aus den beiden Gruppen kommen in die Meisterrunde. Das macht nochmals 18 Spiele vor den Play-Offs, insgesamt 40 für die Teilnehmer an der Meisterrunde (letzte Saison 36). Die hinteren sieben Klubs spielen gruppenintern eine Einfachrunde (12 Spiele) gegen den Abstieg. Im Osten und Norden werden es wohl maximal zehn Klubs sein, die jeweils eine regionale Vorrunde spielen würden. In NRW könnten es bis zu 14 werden, aber der eine oder andere Rückzug aus wirtschaftlichen bzw. sportlichen Gründen ist hier nicht ausgeschlossen. Zur Finalrunde sollten, dem jeweiligen Niveau der Spielklassen entsprechend, jeweils vier Klubs aus West und Ost plus zwei aus dem Norden qualifiziert sein. (In diesem Fall würde also Rostock sicher noch auf Halle, Leipzig und den ECC treffen. Und es gäbe den spannenden Vergleich mit den NRW-Klubs.) Die ehrgeizigeren Vereine hätten also eine hochinteressante Finalrunde, die im Freitag-Sonntag-Rhythmus bis Mitte März gehen würde. Insgesamt 36 Spiele plus Play-Offs. Die kleineren Vereine, die ja weniger Spiele wollen, kämen mit insgesamt 28 Spielen aus (z.B. Einfachrunde der Plätze 5-10 im Osten = 10 Spiele, zuvor 18). Das wäre - für die besseren Mannschaften - Regionalliga und Oberliga in einem! Hier die Einteilung der Regionalligen als 3. Liga nach der sportlichen Qualifikation: RL Ost: Leipzig, Halle, ECC Preussen Berlin, Erfurt, Schönheide, Niesky, Jonsdorf, Chemnitz, FASS Berlin, Dresden 1b (10 Klubs) RL Nord: Rostock, Braunlage, Timmendorf, Adendorf, Langenhagen, Pferdeturm Towers, Weser Stars, Wedemark, Hamburger SV, Salzgitter (10) RL West (NRW): Bad Nauheim, Herne, Dortmund, Düsseldorf, Neuss, Essen, Ratingen, Königsborn, Hamm, Troisdorf, Bergisch Gladbach, Neuwied, Dinslaken, Young Lions Frankfurt (14) RL Süd (Bayernliga): Gruppe Nord/Ost: Deggendorf, Passau, Rosenheim, Klostersee, Schweinfurt, Höchstadt, Regensburg, Bayreuth, Pfaffenhofen, Selb, Dingolfing, Waldkraiburg (12) Gruppe Süd/West: Peiting, Landsberg, Füssen, Bad Tölz, Hügelsheim, Peißenberg, Buchloe, Pfronten, Memmingen, Miesbach, Dorfen, Erding (12) Quelle: Sven Crefeld für Radio Eiskalt Und hier noch die dazugehörige Meldung aus der Eishockey News: Schock für die Oberliga: Eisbären vor dem Rückzug Das Nachwuchsprojekt der Eisbären Juniors Berlin steht auf der Kippe. Dabei soll die geplante Neustruktuierung der Altersklassen im Nachwuchsbereich eine Hauptrolle spielen. Spieler, die für das DNL-Team (15 bis 17 Jahre) der Eisbären zu alt waren, konnten sich in den vergangenen Jahren über das Oberliga-Team an den Seniorenbereich und damit die erste Eisbären-Mannschaft heran tasten. Künftig sollen in der DNL vereinzelt sogar Spieler im Alter von bis zu 19 Jahren eingesetzt werden können. ?Hatten wir bisher bei den Eisbären ein U18- (DNL) und U20-Team (Oberliga) würden wir demnächst zwei U20-Mannschaft haben. Da steht man dann vor dem Problem, worauf man sich konzentrieren soll?, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. Eine definitive Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Lee: ?Noch haben wir bis zum 29. Mai Zeit, um für unsere Oberliga-Mannschaft zu kämpfen und abzuwägen, was uns weiterhilft.? Quelle: Eishockey News

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