» Wolf: Mehr Training auf dem Eis erforderlich

Den Verein schnell nach vorn bringen: Sportlich, strukturell und im Marketing. Das sind die drei wichtigsten Ziele, die Manfred Wolf für die nächsten Jahre für das Eishockey in Chemnitz nannte. Auf den Punkt gebracht: Die Sportart soll professioneller werden. Wolf ist der neue Trainer der Wild Boys. Der 52-Jährige, der als Spieler an zwei Olympischen Spielen und fünf Weltmeisterschaften teilnahm, wird das Regionalliga-Team vom ERV trainieren. Wolf wurde in Kanada geboren, wo er auch aufwuchs, ist aber deutscher Staatsbürger. Er bestritt 124 Länderspiele und 460 Bundesligapartien. Zuletzt war er Trainer im Nachwuchsbereich des ETC Crimmitschau. Wolf tritt beim Küchwald-Club die Nachfolge des Slowaken Jozef Kovacik an. Zum Auftakt musste er mit seinen Jungs gleich ein nicht alltägliches Training absolvieren. Auf dem Röhrsdorfer Sportplatz gab es ein Rundenlaufen. ?Solche Trainingseinheiten stehen ab und zu auf dem Programm", erklärte Wolf. Er hoffe nur, dass diese Einheiten nicht gang und gäbe werden, das heißt die Wild Boys so schnell wie möglich wieder aufs Eis können. Und da gibt es ein Problem. ?Wir brauchen zum 1. August Eis zum Trainieren. Das ist Standard in Deutschland. Aber im Moment sieht es so aus, als ob das in der Küchwaldhalle nicht geht. Deshalb müssen wir mit den Verantwortlichen reden", meinte der Coach. Diesen Zustand müsse man so schnell wie möglich ändern. Nach dem jetzigen Stand gebe es erst wieder Ende September Trainingsmöglichkeiten auf dem Eis. Das sei viel zu spät. Über die neuen Ziele wollte sich der 52-Jährige noch nicht äußern. Das sei, wie er meinte ?noch zu früh". Bisher habe man für die neue Saison 14 Spieler unter Vertrag. Und Wolfs Rezept lautet: Verstärkt junge Leute in die Regional-Mannschaft bringen. Nach den Worten von Jürgen Hammer, 2. Vorsitzender des Vereins, wolle man trotz einiger Probleme in der vergangenen Saison die Zusammenarbeit in punkto Nachwuchs mit Crimmitschau fortsetzen. ?Dennoch ist es wichtig, dass das Eishockey in Chemnitz künftig seine eigene Identität haben muss", ergänzte der Coach. Auch zur Frage von ausländischen Spielern in der Mannschaft hat er eine klare Meinung. ?Wenn solche in Chemnitz spielen, müssen sie auch hier trainieren. Sie dürfen nicht mit dem Auto vorfahren und schnell mal ein Punktspiel absolvieren. So etwas wird es nicht mehr geben." Erstmals geben wird es dagegen ab kommender Saison bei den Wild Boys einen Wirtschaftsrat. Ihm gehören Johannes Beck, Verkaufsleiter bei Braustolz, Klaus Meyer, unabhängiger Unternehmensberater, sowie Jörg Pille, Geschäftsführer vom Cigarrencontor, an. ?Dieses Gremium soll den Verein vor allem auf dem weiteren Weg zur Professionalität unterstützen und dabei entsprechende Kontakte vermitteln", sagte Hammer. Der Wirtschaftsrat verstehe sich als eine Art ?kostenlose Unternehmensberatung". ?Wirtschaftsräte gewinnen und verlieren keine Spiele. Aber dieser Rat kann und wird eine Lobby in Politik und Wirtschaft schaffen und insbesondere für die finanzielle Stabilität des Vereines sorgen", betonte Klaus Meyer. Quelle: ERV Chemnitz

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