» Velodrom: Radsportler rügen Senat

Der Senat plant, dass sich Eis- und Radsportler bis zum Bau der neuen Eissporthalle an der Glockenturmstraße das Velodrom teilen. Die Deutschlandhalle, in der die Eissportler bislang trainierten, soll abgerissen werden. Der Radsportverband sieht Probleme bei der Abstimmung der Trainingszeiten und Schwierigkeiten mit der unterschiedlichen Hallentemperatur und Luftfeuchtigkeit. Dieser politische Beschluss sei ohne ausreichende Beteiligung der Betroffenen und über deren Köpfe hinweg am grünen Tisch gefasst worden. Berlins Radsportler könnten sich mit den Planungen des Senats auf keinen Fall einverstanden erklären. "Das würde einer Selbstaufgabe gleichkommen und den Berliner Radsport in den Ruin führen", sagt Sportwart Guido Heinze. Auch die Berliner Eissportler sind mit der Zwischenlösung nicht einverstanden. Sie monieren den weiten Weg durch die Stadt, den gerade die Jüngsten nicht in Kauf nehmen werden. Außerdem steht das Velodrom wegen des Sechstagerennens und der Auftritte verschiedener Künstler mehrere Wochen lang nicht nur zur Verfügung. Die Eissportler und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf favorisieren den Erhalt der Deutschlandhalle. Die beim Bezirk angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde hatte den Antrag der Messe auf Abriss der Deutschlandhalle abgelehnt. Deshalb musste Einvernehmen mit dem Landesdenkmalamt hergestellt werden. Doch das tut sich offenbar schwer. "Nach einer vierwöchigen Prüfung haben wir den Bezirk gebeten, die Untersuchungsfrist zu verlängern, da es noch keine Einigung gibt", so Marko Rosteck, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Deutschlandhalle: Streit geht weiter Eine Fristverlängerung sei rechtlich nicht möglich, urteilte Klaus-Dieter Gröhler, CDU-Baustadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Gesetzgeber habe eine zügige Bearbeitung dieser Fälle beabsichtigt. Nachdem sich das Landesdenkmalamt nicht positioniert hat, gelte nun der Bescheid des Bezirks. "Danach darf die Messe die Deutschlandhalle nicht abreißen, und wir können unser Angebot, die Immobilie ins bezirkliche Portfolio zu übernehmen, nur wiederholen", so Gröhler. Seiner Meinung nach wäre der Senat gut beraten, wenn er den Sportlern bis zur Fertigstellung der neuen Eishalle 2011 die Deutschlandhalle zur Verfügung stellte. Die Senatsverwaltung für Sport, die die Entscheidung für den Umzug ins Velodrom gefällt hatte, zeigte sich - auch angesichts der Proteste der Sportler - unnachgiebig. Senator Ehrhart Körting (SPD) geht nach Auskunft seiner Sprecherin davon aus, dass das Velodrom für die Eissportler eine attraktive Übergangslösung darstellt. In den Senatsverwaltungen wird derweil der Widerspruch zum Abriss-Ablehnungsbescheid erarbeitet. Quelle: Katrin Lange und Brigitte Schmiemann für die Berliner Morgenpost

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