» In anderer Sache

Es bleibt dabei, am P9 wird immer noch nicht gearbeitet. Wie auch, geht ja gar nicht ? Was hat der gute Herr Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler im Mai nicht alles erzählt. Zum Beispiel, dass die Bauarbeiten unmittelbar nach Beendigung der Leichtathletik WM beginnen und bis zum Beginn der Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 abgeschlossen sein sollen. Diese beginnt am 26.06.2011 mit dem Eröffnungsspiel im Berliner Olympiastadion. Das ist dies altehrwürdige Stadion in der Nähe vom Parkplatz Nr. 9. Als Grund gab er an, dass während dieser Großveranstaltung im Bereich des Olympiastadions keine Bauarbeiten stattfinden sollen, die den Verkehr beeinflussen könnten. Also sollen bis dahin die Bauarbeiten am P9 abgeschlossen sein. Dies sei ein sehr knapp bemessener Zeitraum, so hieß es weiter. Also müsse auch schnell mit dem Bau begonnen werden. Unter ?schnell? verstehen unsere hohen Herren zunächst einmal, dass ein seit 20 Jahren für Bebauung vorgesehenes Gelände zum Bauland umgeschrieben werden muss. Dies wurde wohl vergessen. Kann ja mal passieren, gelle? Den Bahnverantwortlichen wird beim Thema S-Bahnchaos unter anderen Schlamperei vorgeworfen. Welche Bezeichnung müsste dann wohl für dieses - nach Hangar 3 - zweite ?vergessen? der politisch Verantwortlichen gefunden werden? Wie jetzt bekannt wurde, ist der Baubeginn für das Eissportzentrum an der Glockenturmstraße nunmehr erst für Ende Oktober vorgesehen. Bleiben somit 20 Monate, um den Bau zu realisieren. Das klingt nach viel, ist aber für Berliner Verhältnisse verdammt wenig. Dabei geht es auch anders. In Österreich wurde die Tage mit dem Bau eines Eissportzentrums begonnen. Für 40 Millionen Euro werden dort drei Hallen gebaut. Bei einer Halle kann die Zuschauerkapazität bei Bedarf auf 7000 erhöht werden. Fertigstellung soll im Herbst 2010 sein. Also in einem Jahr! Warum ist so etwas nicht in der (selbsternannten) Welt- und Sportstadt Berlin möglich? Der Eissport pfeift mangels Kapazitäten aus dem letzten Loch und der Senat hat nichts Besseres zu tun als diese Situation weiter zu verschlechtern. Eben ganz Welt- und Sportstadt Berlin mit dem Slogan ?be Berlin?. Der hat mittlerweile eine ganz andere Bedeutung bekommen ... Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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