» Derbytime im Wedding

Dabei weckt das Spiel beim alten Rivalen aus Charlottenburg zahlreiche Erinnerungen an wahre "Schlachten". ECC, ein Begriff mit dem die Fans der Akademiker so einiges verbinden. Beide Teams spielen seit Jahren in der Regionalliga. Alle Duelle, vor allem die in der Deutschlandhalle, waren meist hart, manchmal auch über der Grenze des Erlaubten. Lautstark unterstützen auch die Anhänger beider Lager ihren Favoriten und es war seit jeher eine große Schmach als Verlierer dazustehen. Die Derbys der vergangenen Saison waren eine klare Sache für den ECC, aber auf Kampf, Härte und Strafzeiten wurde nicht verzichtet. In der Derbybilanz bei den jeweiligen Heimspielen liegt der ECC bei seinen Auftritten mit 10 Siegen und vier Niederlagen klar vorn; umgekehrt steht es 8:6 für die Akademiker. Nun folgt also am Sonntag das erste Aufeinandertreffen in der Saison 2009/10. Der ECC scheint sich, nach vergeblichen Anläufen auf den Oberligaaufstieg nun erst einmal mit der Regionalliga abgefunden zu haben und setzt daher auf eine Mischung aus eigenen Nachwuchsspielern und erfahrenen Akteuren. Darunter sind mit Stefan Leibrandt, Niko Tittus, Marco Rentzsch, Nils Watzke, André Berger, Stefan Leciejewski, Jan Schmidt, Konstantin Stephan und Paul Konetzky sowie Trainer Heiko Awizus mehrere Spieler, die auch schon für den F.A.S.S. aufgelaufen sind. Teamleader sind unbestritten aber der 43-jährige Routinier Marco Rentzsch, der 39-jährige Jan Schertz und der 36-jährige Jochen Molling, die allesamt deutsche Nationalspieler waren und an etlichen WM-Turnieren und Olympischen Spielen teilgenommen haben. Gefährliche Scorer sind auch die beiden ehemaligen Ex-DEL Eisbärenspieler Holger Mix (36 Jahre) und Kay Hurbanek (27 Jahre). Im Tor steht der ehemalige DEL-Profi Björn Leonhardt (30 Jahre). Der Start für den ECC verlief in dieser Spielzeit sicherlich nicht so, wie es sich die Fans, das Team und die Trainer vorgestellt haben. Nach fünf Spielen stehen vier Punkte da, wohingegen bei den Mannen um Trainer Chris Lee mit drei Siegen aus vier Ligaspielen ein - auch von den Fachleuten nicht unbedingt erwarteter - fast optimaler Start vorzuweisen ist. Man könnte fast meinen, dass sich die Favoritenrolle zugunsten der Akademiker verschoben hat. Aber mit diesen Derbys ist es ebenso wie mit den Pokalspielen: Sie haben ihre eigenen Gesetze. Aber trotzdem ist die Mannschaft mit Sicherheit nicht chancenlos und wird am Sonntag mit breiter Brust auflaufen, denn ein Auswärts-Erfolg im Heimstadion scheint möglich. Und dafür ? auch das bringt so ein Derby mit sich ? muss keiner besonders motiviert werden.

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