» Kommentar: Willkommen im Chaos

Seit über einem Jahr verhandeln Landessportbund Berlin, Berliner Essportverband und Senat im wahrsten Sinne in aller Ruhe darüber, wie es im Berliner Eissport weitergehen soll. Denn eine Weiternutzung der Berliner Deutschlandhalle haben weder Messe noch Senat gewollt. Dabei hatte gerade die Messe im Zuge der Schließung der Eissporthalle Jaffeestraße getönt, man wolle die Deutschlandhalle als Zwischenlösung solange betreiben, bis ein Neubau fertig ist. Hier wurde, wie schon seit 20 Jahren, immer wieder auf das Projekt Parkplatz 9 in der Glockenturmstraße verwiesen. Diese Zusage wurde schon im Jahr 2005 gebrochen und nun ist endgültig Schluss mit der Deutschlandhalle. Die Messe hat ihr Ziel erreicht und der Eissport versinkt im Chaos. Da präsentieren die Erfinder der adäquaten Ersatzlösungen - Innensenator Körting und Staatssportsekretär Härtel - einen Flop nach dem anderen. Und was machen LSB und BEV? Lassen sich weiter in aller Stille hinhalten. Und auch von den Vereinen ist nichts Vernünftiges zu hören. Habt Ihr denn alle gar kein Interesse mehr an Eurer Sportart? Ist es Euch egal, welche Trainingsbedingungen Ihr vorfindet? Dem Senat wird es freuen. Denn je mehr Vereine am Ende auf der Strecke bleiben, desto weniger Eisflächen werden benötigt. Dann könnten die sich den Neubau sparen und die Steuergelder für andere unnütze Sachen verschwenden. Zum Beispiel einen überwiegend ungenutzten Flughafen zu unterhalten. Wollen sich die Vereine besonders im Eishockey gar nicht wehren? Und wenn ja, wäre das überhaupt möglich? Die Vereine sind heillos zerstritten. Konkurrenzdenken steht auf Tagesordnung, Zusammenarbeit ist ein Fremdwort. Alle an einem Tisch zu holen würde verdammt schwer werden. Hier wäre der BEV gefordert. Denn nur wenn alle Vereine an einem Strang ziehen, und sei es nur bis zur Fertigstellung eines Neubaus an welcher Stelle auch immer, könnte eventuell weiteres Chaos verhindert werden. 2005 haben die Vereine bewiesen, dass ihnen an ihrem Sport gelegen ist. Da waren alle Vereine bei den bekannten Demonstrationen vertreten. Waren zwar nicht viele Demos, aber das lag an den Organisatoren dieser Veranstaltungen, die die Termine immer schön geheim hielten. Es muss also dringend etwas passieren. Nur wer ist bereit, etwas zu planen? Ein Verein darf es nicht sein, dann würden sofort einige Leute abspringen. Bleiben LSB und BEV. Also, die Ärmel hochkrempeln und auf geht's, meine Damen und Herren. Geht endlich an die Öffentlichkeit und macht Druck auf die andere Seite des Tisches! Nur so kann etwas erreicht werden! Macht so lange Druck, bis es eine schriftliche Zusage gibt, dass eine Zwischenlösung uneingeschränkt (das heißt ohne Einschränkungen und nicht nur für sechs oder acht Wochen bis zur nächsten Zwei-Tage-Friseurhandwerk-Show, um nur ein Beispiel zu nennen) bis zur schnellstmöglichen Fertigstellung eines Neubaus zur Verfügung steht! Und an die Vereinsvertreter: Auch wenn es schwer fällt, vergesst mal für ein paar Jahre all das Theater, das vorgefallen ist und verzichtet auch für ein paar Jahre auf weiteres. Setzt Euch zusammen und unternehmt endlich etwas. Nur gemeinsam kann bei diesen "Verantwortlichen" etwas erreicht werden. Wenn Ihr das nicht begreift, könnt ihr Eure Vereine auch gleich ganz zu machen. Den Senat würde es mit Sicherheit freuen ... siehe oben. Viel Hoffnung darauf, dass sich jemand an einen Tisch setzt und etwas unternimmt, habe ich allerdings nicht. Denn den Leuten scheint das vorhandene Chaos ja zu gefallen. Und irgendwelchen Blödsinn über andere verbreiten macht ja auch viel mehr Spaß, als gemeinsam etwas Positives im Sinne aller zu erreichen. In diesem Sinne Willkommen im Chaos Euer Noppe Norbert Stramm für Radio Eiskalt

Zurück