» Vanessa Gasde im Gespräch: Ich bin stolz für mein Land zu spielen

Ziel des OSC ist es, die jungen Spielerinnen langsam an die Bundesligamannschaft heranzuführen. Vanessa wurde am 11.02.1995 in Berlin/Reinickendorf geboren. Sie geht in die 8. Klasse des Friedrich-Engels Gymnasiums. Bisher hat sie einen Einsatz im Bundesligateam der OSC Ladies aufzuweisen. Außerdem geht sie für die Schülermannschaft von FASS Berlin auf Puckjagd. Hier kam sie in sechs Spielen auf sechs Tore und fünf Vorlagen. Vier Minuten verbrachte sie auf der Strafbank. Seit wann spielst Du Eishockey? Vanessa: Am 17.10.2004 war ich das erste Mal auf dem Eis. Eingetreten bin ich bei F.A.S.S. Berlin am 21.11.2004 Wie bist Du zum Eishockey gekommen? Vanessa: Da mein Vater so eishockeyverrückt war, bin ich damals mit zum Spiel gegangen und meinte: ?das möchte ich auch machen.? Also Eishockey spielen. Das traf sich ziemlich gut, da Otti vom Fan-Shop gerade erzählt hatte, dass er die Laufschule beim Berliner Schlittschuh-Club übernommen habe. Also sind wir nun zum Probetraining gegangen und es machte mir Spaß. Somit trainierte ich ein paar Mal mit und dann kam es zu diesem Tag, also dem 21.11.2008. An diesem Samstag sollte normalerweise Training in Lankwitz stattfinden, doch es kam keiner. Zum Glück hatte Papa vorher aus Zufall im Internet geschaut und gesehen, dass nach dem eigentlichen BSC-Training FASS Training hat. Da fragte Papa mich, ob ich, wenn es erlaubt wird, Lust habe, dort mit zu trainieren und meine Antwort war: ?Ja gerne.? Und sie haben es erlaubt, somit trainierte ich bei Fass mit. Nach dem Training wurde ich gefragt, ob es mir Spaß gemacht habe und ich meinte: ?Ja, vielmehr als beim BSC, da es hier bessere Trainer gibt und vielmehr Kinder, das macht einfach Spaß und hier trainieren nicht von Klein bis Groß alle zusammen sondern jeder in seinem Alter.? Ja, so war es und ich bin am 21.11.04 eingetreten. Zum Glück, da wir an dem Tag sonst die Unterlagen für den BSchC abgegeben hätten und ich erst mal dort hätte bleiben müssen. Am Anfang trainierte ich noch bei den Jüngeren mit, doch das ging dann ziemlich fix und bin hoch in die Altersklasse, wo ich zu der Zeit hingehörte. Ich bemerkte schnell, dass ich mich etwas mehr anstrengen musste, da schon viele in meinem Alter richtig gut waren. Und somit nutzte ich mit viel Ehrgeiz jede Eiszeit, die ich bekommen konnte. Aber ich nutze nicht nur jede Eiszeit, sondern fuhr auch im Sommer ins Trainingslager und das dann auch jedes Jahr. Ich machte natürlich auch die Trainingslager vom Verein mit, und somit fing es dann an, dass ich bei den Kleinschülern auch spielte und am Ende der Saison sogar zu den Knaben hoch. So ging es dann immer weiter, ich nutze die Eiszeiten, ich fuhr in die Trainingslager und durfte von diesem Zeitpunkt dann doppelt spielen, also im zweiten Jahr hoch und im ersten Jahr des Jahrganges runter. Wer sind Deine Vorbilder? Vanessa: Also meine Vorbilder sind Sydney Crosby, Evgeni Malkin und Alexander Ovechkin Hast Du einen Lieblingsverein? Vanessa: Ja, also Pittsburgh Penguins (Crosby und Calkin) und Washington Capitals (Ovechkin) aus der NHL, sowie in der DEL die Adler Mannheim und die DEG Wie kam es zum Kontakt mit dem OSC? Vanessa: Beim Ladies-Camp 2008 hatte ich bereits Susi (Susann Götz) und einige andere kennen gelernt, das war der erste Kontakt. Susi spielte in dem Jahr auch noch ein paar Mal bei der Regionalliga von FASS. In diesem Jahr beim Ladies-Camp sprach mich Buschi (Franziska Busch) an und fragte mich, ob ich nicht mal vorbei kommen möchte bei den Ladies zum Training und da erzählte ich ihr, dass ich schon einmal da gewesen war. In der neuen Saison kam es ja dann dazu, dass FASS keine Jugendmannschaft meldete und ich somit keine Möglichkeit hatte, doppelt zu spielen. Also riefen wir bei den Eisladies an und erfuhren, dass noch am selben Tag Training sei und gingen hin. Als ich in die Kabine kam, saß dort Susi, nahm mich auch sehr nett auf und stellte mich den anderen in der Kabine vor. Einige kannte ich auch schon, da ich ab und zu auch bei den Spielen von den OSC-Eisladies war. Also habe ich da mittrainiert und danach ging alles ziemlich schnell. Der Trainer, also Rene, mein Vater und auch der Mike haben sich dann unterhalten und am nächsten Tag hatten wir den Antrag ausgefüllt und somit bekam ich eine Doppellizenz. Danach kam ja auch das Prager Trainingslager der Ladys mit den zwei Testspielen und dort bin ich mitgefahren, wie noch zwei weitere von der ?Pampersbande?. Dort nahmen mich auch die anderen herzlich in Empfang und ich lernte alle ein bisschen näher kennen. Von diesem Wochenende an nahm ich an jedem Training der Ladies teil, wenn ich konnte, also immer außer, wenn ich mit FASS selbst Training hatte. Wie wurdest Du von den Ladies aufgenommen? Vanessa: Ich wurde sehr gut aufgenommen. Das fand ich richtig klasse!!! Wo sind für Dich die größten Unterschiede zwischen dem Nachwuchs- und Damenbereich? Vanessa: Ja, bei den Damen klappt eigentlich alles und es ist ein ganz anderes Spiel, da hat man eine bessere Spieltaktik Das Training ist auch intensiver, denn die Anforderungen sind bei den Ladies viel höher. Aber das ist ja klar, schließlich spielen die Ladies um die Meisterschaft mit und werden auch international gefordert. Da ist ein Riesenunterschied zwischen den beiden Mannschaften, aber es macht trotzdem in beiden Spaß. Du wurdest inzwischen in den Kader der neu gegründeten U15 Nationalmannschaft berufen und hast bereits einige Trainingslager und Freundschaftsspiele absolviert. Was hast Du zu Deiner Nominierung gesagt? Vanessa: Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut und bin auch stolz drauf, für mein Land zu spielen. Du trainierst bei FASS und dem OSC mit. Dazu kommen einige Trainingslager und die Schule. Wird Dir das nicht zuviel? Vanessa: Nein, ich muss ja auch nicht zu jedem Training von den Ladies. Das hat mir Susi auch schon gesagt. Aber ich denke ich brauche das, denn ohne Training würde mir die Decke auf den Kopf fallen. Das ist ein guter Ausgleich zur Schule, da kann man sich so richtig abreagieren, zum Beispiel wenn man sich über die Lehrer mal wieder geärgert hat oder so. Welche Ziele hast Du im Eishockey? Vanessa: Ich glaube, dass ich da wie jedes andere Kind denke. Für Deutschland zu spielen und das eigene Land zu vertreten, ist ein Traum. Ganz nach oben heißt aber anstrengen. Zuerst möchte ich bei den Schülern von FASS und bei den Eisladies meine Leistung bringen, bei den Ladies mehr Eiszeit bekommen und vielleicht sogar einen Stammplatz Ich denke, wenn ich weiter hart trainiere, schaffe ich das und noch mehr. Die U18 und die A-Nationalmannschaft. Ich und die anderen von der ?Pampersbande? haben da eine große Chance, weil wir noch so jung sind und schon beim OSC trainieren und auch spielen können. Hat es einen besonderen Grund, dass Du sowohl bei FASS, als auch beim OSC mit der Rückennummer 12 spielst? Vanessa: In der Regionalliga hatte Stefan Leciejewski die Nummer 12 und er war für mich der beste Spieler der Regio und ich wollte dann die Nummer 12 haben. Die habe ich in der nächsten Saison bekommen. Dass ?Leci? zum ECC gewechselt ist, fand ich nicht so gut. Dann kam ja Susi zur Regio und sie hat die 12 bekommen, da dachte ich mir, ich behalte sie jetzt einfach und seitdem habe ich die 12. Ich möchte eigentlich auch keine andere Nummer, weil ich es nicht gut finde, wenn man jede Saison die Nummer wechselt. Darum möchte ich überall dieselbe Nummer haben, wenn es geht. Bleibt neben Eishockey noch Zeit für andere Hobbys? Vanessa: Nein, eigentlich nicht. Aber wenn der OSC Training hat, könnte ich schon noch andere Sachen zwischendurch machen, da das Training erst so spät ist Aber meist habe ich auch keine Lust mehr. Dazu ist ja auch das Wochenende da, wenn keine Spiele anstehen. Vielen Dank und viel Glück für die Zukunft Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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