» Insolvenz 3.0: Blue Lions stehen erneut vor der Pleite

Es wäre die dritte im Leipziger Eishockey. Geschäftsführer René Franke teilte am Montag auf Anfrage von LVZ-Online mit, dass ein entsprechender Antrag beim Amtsgericht vorbereitet aber noch nicht gestellt ist. ?Wir versuchen noch einmal alles. Aber es sieht nicht gut aus", sagte er. Dabei hatte Franke noch vor wenigen Tagen davon gesprochen, dass die Verhandlungen mit potentiellen neuen Partner kurz vor dem Abschluss stünden und die Zukunft des Kufensports in der Messestadt damit gesichert sei. Davon kann nun offenbar keine Rede mehr sein. Zwar habe man gemeinsam mit möglichen neuen Gesellschaftern ein Sanierungskonzept erarbeitet. Spieler und Trainer stimmten dem auch mehrheitlich zu. Aber nun scheint der Konsens zu kippen. ?Die alten Gesellschafter wollen nicht weichen", so Franke. Zu denen gehöre unter anderem Karsten Tran, ehedem Stadtratskandidat für die SPD. Der Lokalpolitiker hatte gemeinsam mit Sven Wahl, inzwischen Caterer der Blue Lions, und anderen im vergangenen Frühjahr zahlreiche Rettungsaktionen für das Leipziger Eishockey gestartet. Denn die letzte Insolvenz ist erst ein Jahr her. Nun also der erneute Crash. ?Wenn wir die Sache nicht geklärt bekommen, sehe ich keine Möglichkeit mehr, die Saison ordentlich zu beenden. Dann werde ich Insolvenz beantragen", so René Franke. Für die Spieler hieße dass, dass sie trotz der inzwischen beendeten Transferperiode den Club sofort verlassen können. Nach LVZ-Informationen erwägen beispielsweise Dennis Szygula und Jiri Mikesz im Insolvenzfall einen Wechsel nach Adendorf. Weiteren Akteuren werden ebenfalls Kontakte zu anderen Vereinen nachgesagt. Die Situation des Vorjahres, als alle Spieler sich zum weitermachen entschlossen und unbeeindruckt ihre Leistung brachten, dürfte sich also nicht wiederholen. Ohnehin würde eine Insolvenz das Ende des Profieishockey an der Pleiße bedeuten. Denn Ligenleiter Andreas Hobuß stellte auf Anfrage klar: ?Tritt der Fall ein, stehen die Blue Lions als erster Absteiger in die Sachsenliga fest." Da spiele es auch keine Rolle, dass der Stammverein SV Fortuna gemeldet sei und nicht die Betreibergesellschaft, die den Spielbetrieb der Blue Lions abwickelt. ?Das interessiert mich überhaupt nicht. Insolvenz heißt Abstieg." Quelle: LVZ-Online

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