» Felix Winnekens im Gespräch: ?Für mich spielt es keine Rolle, wer auf dem Eis gegeneinander spielt.?

Seine Eishockeykarriere begann der am 01.03.1984 in Berlin geborene Student der Volkswirtschaftslehre beim BSC Preussen Berlin. Er wechselte aber schnell zu FASS Berlin, wo sein Vater als Torhüter aktiv war. Zu Beginn seiner Karriere spielte er sowohl als Torwart als auch im Feld. Erst später wechselte er endgültig ins Feld. Als 16jähriger machte er dann seinen Schiedsrichterschein. Wie sind Sie zum Eishockey gekommen? Felix Winnekens: Durch meinen Vater. Er hat mich mit drei Jahren das erste Mal aufs Eis gestellt. Ich hab zwar zwischendurch auch viele andere Sportarten ausprobiert, aber Eishockey hat mir am immer am meisten Spaß gemacht. Warum wollten Sie Schiedsrichter werden? Diese sind ja nun nicht immer beliebt. Felix Winnekens: Mich hat vor allem die Vielseitigkeit der Aufgaben des Schiedsrichters gereizt. Man muss sich immer wieder auf neue Situationen einstellen, ein Gefühl für das Spiel entwickeln, um dann innerhalb von Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen. Besonders schön ist aber auch die Kameradschaft unter den Schiedsrichtern. Ich habe dadurch schon viele Freunde gewonnen und bin viel herumgekommen. Wie verlief Ihre Schiedsrichterkarriere? Felix Winnekens: Die ersten drei Jahre habe ich im LEV Berlin alle möglichen Spiele von Kleinschüler bis Regionalliga gepfiffen. Wohin das alles Mal führen kann, war mir damals noch nicht klar. 2004 war dann meine erste Saison beim DEB, wo ich Spiele in der Oberliga gepfiffen habe. 2005 ging dann alles ganz schnell. Nach der Teilnahme an einem Development Camp des IIHF habe ich eine Lizenz für die DEL bekommen und bei meinem ersten internationalen Turnier (U20, Division II) in Bukarest, Rumänien gepfiffen. Seitdem pfeife ich als Linesman in der DEL und seit 2006 auch als Hauptschiedsrichter in der Regionalliga. Highlights waren ganz klar die WM-Teilnahme 2009, die DEL-Finals 2008 und 2009 und das Vorspiel zum Victoria?s Cup am Anfang dieser Saison. Wie haben Sie von ihrer Olympianominierung erfahren? Felix Winnekens: Ich war gerade auf dem Weg zu einem DEL-Spiel in Düsseldorf, als der DEB bei mir anrief. Ich musste dann schnell meine Teilnahme bestätigen und noch ein paar Formalitäten erledigen. Und wie war Ihre erste Reaktion auf die Nominierung? Felix Winnekens: Ich hab mich natürlich riesig gefreut und erst einmal meine Freundin und meine Familie angerufen. Später beim Spiel war die Freude der Kollegen natürlich auch sehr groß. Vor allem mein Linesman-Partner in der DEL, Thomas Gemeinhardt, konnte mir ein paar Tipps aus erster Hand geben, da er 2006 in Turin dabei war. Wie gehen Sie damit um, dass Sie Spiele des F.A.S.S. Berlin, also Ihrem Heimatverein pfeifen? Felix Winnekens: Für mich spielt es keine Rolle, wer da auf dem Eis gegeneinander spielt. Sobald ich auf dem Eis stehe, heißt es für mich einfach Team A gegen Team B und ich reagiere dann auf das was auf dem Eis passiert. Natürlich befasst man sich vor dem Spiel schon ein wenig mit den Teams, aber dabei geht es eher um so Sachen wie die Tabellensituation oder ob es schon eine Vorgeschichte zu dem Spiel gibt. Bei strittigen Situationen gibt es auf den Rängen oft Unmutsäußerungen. Bekommen Sie das auf dem Eis mit? Felix Winnekens: Ich blende so etwas aus. Man entwickelt da eine Art ?Tunnelblick?, wobei man sich nur auf die Geschehnisse auf dem Eis konzentriert. Wenn die Stimmung im Stadion besonders gut ist, erwische ich mich aber auch schon mal, dass ich in einem Unterbruch in die Ränge schaue und es genieße. Ist es schwierig, Studium und Eishockey unter einen Hut zu bringen? Felix Winnekens: Man braucht schon sehr viel Disziplin. Durch das viele Reisen in der DEL verpasst man natürlich einiges, was man dann nachholen muss. Gerade in der Prüfungszeit ist es anstrengend, wenn man am Abend vor einer Prüfung erst um halb vier von einem Spiel nach Hause kommt. Ich will mich aber nicht beschweren. Die berufstätigen Kollegen müssen auch sehr große Strapazen auf sich nehmen. Welche Ziele haben Sie noch im Bereich Eishockey? Felix Winnekens: Nach der Teilnahme an den Olympischen Spielen habe ich im Linesman-Bereich eigentlich alles erreicht. Ich denke, dann wird es so langsam Zeit für mich den nächsten Schritt zu gehen und mich stärker auf den Hauptschiedsrichter-Bereich zu konzentrieren. Langfristig ist es natürlich auch dort mein Ziel. in den höchsten Ligen zu pfeifen. Vielen Dank und alles Gute für die Zukunft. Quelle: Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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