» Stellungnahme des Schiedsrichter-Ausschusses zur aktuellen Kritik an deutschen Schiedsrichtern

Grundsätzlich vertritt der Schiedsrichterausschuss die Ansicht, dass körperbetontes, aber faires Spiel ein wichtiger Bestandteil des Eishockeys, auch und besonders in Deutschland ist. Die Schiedsrichter werden seit Jahren in diesem Bereich geschult und sensibilisiert. Es ist jedoch auch Aufgabe der Schiedsrichter, die Aktionen zu ahnden, die nicht regelkonform sind. Schiedsrichter müssen Spieler vor Verletzungen schützen, indem sie das ihnen an die Hand gegebene Regelwerk umsetzen. Der Schiedsrichterausschuss des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) nimmt zu einzelnen Aspekten wie folgt Stellung: ? Bei den Olympischen Spielen war Eishockey auf höchstem Niveau zu sehen. Die Top-Elite der Welt hat sich untereinander gemessen, der Großteil der Spieler kam aus der besten Liga der Welt, der NHL. Ein Großteil der Mannschaften war nahezu ausschließlich mit Spielern aus NHL-Teams besetzt. ? Die Spiele in Vancouver wurden ausschließlich im 4-Mann-System geleitet. Es ist eine Tatsache, dass die Spieler disziplinierter und regelkonformer agieren. ? Dennoch gab es in Vancouver seitens der Teams Kritik an den Schiedsrichtern, insbesondere im Bereich ?Check gegen den Kopf?. Das Schiedsrichterkomitee hat neben Lob über sehr gute Leistungen intern auch Kritik äußern müssen. ? Die Eisfläche in Vancouver hatte die Ausmaße der NHL-Eisflächen. Die Eisflächen in Europa sind im Vergleich größer, so dass auch aus diesem Grund bei Olympia mehr Bodychecks und Körperspiel zu sehen waren. ? Wie ebenfalls bei dem Turnier zu sehen war, ist der Großteil der Spieler schlittschuhläuferisch sehr gut ausgebildet. Körperlich sind vor allem die nordamerikanischen Spieler in der Regel größer und robuster als der durchschnittliche Spieler in Europa. Auch dies ist ein Aspekt für das körperbetontere Spiel bei Olympia und auch in der NHL. ? Der Großteil der Bodychecks waren harte, aber faire Checks. Diese zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass ohne Arme, Hände und Ellbogen der Gegner gecheckt wird. Regelkonforme Checks dürfen nicht gegen den Kopf- und Nackenbereich erfolgen, ein Spieler darf nicht in den gegnerischen Spieler hineinrennen oder -springen. ? Das deutsche Eishockey unterliegt dem Regelwerk des internationalen Eishockeyverbandes (IIHF). In Deutschland wird nicht nach eigenen Regeln gepfiffen. Die europäischen Ligen haben alle dasselbe Regelwerk. ? Aktuell haben sich in der NHL acht General Managers getroffen, um das Thema ?Check gegen den Kopf? zu behandeln, da die Verletzungen in der NHL in diesem Bereich stark zugenommen haben (The Globe and Mail vom 09.03.2010). Quelle: Deutscher Eishockey Bund/Für den DEB SRA - Holger Gerstenberger

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