» Schönes Eishockey: Mit FASS beim WM-Halbfinale - Teil 1

Nach vielen anstrengenden Trainingseinheiten und eigenen Spielen hieß es zum Schluss der diesjährigen Saison also: bequem hinsetzen und gucken, was die anderen können. Die Reisegruppe war zwar klein, aber immerhin waren Kleinschüler, Knaben und Schüler von FASS vertreten. Zunächst gab's das Spiel Schweden gegen Tschechien. Gute Stimmung in der Köln-Arena, mit etwa gleich viel schwedischen und tschechischen Fans. Die FASSler waren zunächst nicht ganz sicher, wen sie unterstützen sollten. Schließlich gibt es ja zumindest eine Spielerin im FASS Nachwuchs, die ihre ersten Eishockey-Lehrjahre in einem schwedischen Verein verbracht hat. Falls sie ein Maßstab ist, wird dort nicht schlecht gearbeitet. Aber da einige FASS Nachwuchsspieler ja gerade erst aus einem Trainingslager in Tschechien zurückgekehrt waren, es dort ganz lustig war und sie auch tschechische Nationaltrikots geschenkt bekommen hatten, wurde dann in diesem Fall doch das mitteleuropäische Eishockey unterstützt. Also schnell die tschechischen Hemden angezogen und etwas zaghaft dem "?e?i do toho" angeschlossen. Die Schweden waren besser, aber einige Sekunden vor Schluss beim letzten Wechsel machte der tschechische Trainer alles richtig. Er brachte Petr Hubá?ek als sechsten Feldspieler aufs Eis. Hubá?ek spielt bei Brno in der tschechischen Extraliga, und die FASSler wussten ja, dass in Brno gutes Eishockey gespielt wird - in der Vorwoche hatten sie gegen die Knaben von Technika Brno im Rahmen ihres Trainingslagers gespielt (und übrigens 7:0 gewonnen, um dies hier noch einmal zu erwähnen). Also es wurde noch einmal gefährlich. Tatsächlich waren wir bei einem "magischen Moment" dabei. Die Tschechen schossen ein paar Sekunden vor der Sirene noch den Ausgleich, die tschechischen Fans explodierten vor Begeisterung und die Schweden waren geschockt. Am Ende gewann Tschechien in den Penalties. Faire schwedische Schlachtenbummler gratulierten den für einen Moment etwas verdutzten FASSlern in ihren tschechischen Trikots nach Spielende. So angenehm sind Eishockeyfans, selbst wenn sie schon einige örtliche Biere probiert haben. Tomas Vokoun im tschechischen Tor spielte überragend. Er hatte ja schon im Viertelfinale das Penaltyschießen gegen die Finnen für sich entschieden. Schön war es auch, den großen Jagomir Jágr noch einmal auf dem Eis erlebt zu haben. Er spielte schon in der NHL, als die heutige FASS Jugend noch nicht einmal in die Windeln machte. Sein Aufwärmprogramm: einige lockere Runden auf dem Eis, und dann wieder in die Umkleide. Ähnlich wie Maradona am Ende seiner Karriere hat er wohl entdeckt, dass ein Espresso in der Kabine den Kreislauf genauso antreibt wie das alberne Herumlaufen und Dehnen vor dem Spiel. Ihn werden wir wohl demnächst als Fernsehexperte und dann als Nationaltrainer wiedersehen. Bei diesem Turnier verbreitete er aber doch noch einmal Unsicherheit beim Gegner, mit starkem Einsatz an den Banden und manchmal unerwarteten Zuspielen. Der Weltmeistertitel, den die Tschechen am folgenden Tag holten, war sicher auch ihm zu verdanken. Nach diesem Knaller gab es nur eine kurze Erholungspause, eine Runde um die Kölnarena und wieder rein in die Halle zum "historischen" Spiel Russland gegen Deutschland. Fortsetzung folgt ... EG/28.05.2010 Anm. d. Red.: Wie üblich können die Fotos mit einem Klick vergrößert werden ...

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