» Halle - Traum vom Erstliga-Flair

Nur Präsident Daniel Mischner sitzt am Schreibtisch und macht seine Hausaufgaben. Er geht um die Vorbereitung eines in dieser Dimension in Halle noch nicht erlebten sportlichen Spektakels. Mitte September könnte zum ersten Mal eine Mannschaft aus der obersten deutschen Eishockey-Spielklasse, der DEL, zu einem Pflichtspiel gegen die Saale-Bulls hier auflaufen. "Das wäre der Höhepunkt schlechthin in unserer Vereinsgeschichte. Wir wollen dieses Spiel unbedingt", sagt Mischner. Die Startmeldung beim dafür zuständigen Berliner Eissportverband bereits abgegeben. Erstmals sind im Pokal des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in der ersten Runde auch die Meister der zurückliegenden Regionalliga-Saison dabei. Und diesen Platz beanspruchen die Saale-Bulls. Die waren zwar nur Zweiter hinter den Eishockey-Staffelleiter Blue Lions aus Leipzig. Aber die sind insolvent und - zumindest in der alten Konstruktion - auch für die neue Saison in der dritten Liga nicht startberechtigt. "Nach meinem Verständnis kann Leipzig nicht mit einem lukrativen Pokalspiel belohnt werden. Halle ist der logische Nachrücker", sagt Andreas Hobuß, der für die Ost-Vereine zuständige Staffelleiter vom Berliner Verband. Und weiter: "Ich habe Halles Startmeldung an den DEB weitergegeben." Eine endgültige Entscheidung muss bis Ende des Monats in der DEB-Zentrale in München getroffen werden. Um den Pokal gibt es also noch ein Fragezeichen, dafür ist seit dem Wochenende der Spielplan für die neue dritte Liga beschlossene Sache. Gespielt wird in den vier regional unterteilten Staffeln Süd, West, Nord und Ost bis Ende Februar 2011 zunächst eine Vorrunde. Im Osten sind neben den Saale-Bulls wie schon im Vorjahr Niesky, Erfurt, Schönheide, Jonsdorf, Fass Berlin, Preußen Berlin und Chemnitz die Gegner. Dazu könnten noch die zweite Mannschaft der Dresdner Eislöwen kommen und durch die Hintertür auch Leipzig. Die sind mit ihrer zweiten Mannschaft, die offiziell Fortuna Leipzig heißt, in der letzten Saison Sachsen-Meister geworden und haben damit ein formelles Aufstiegsrecht. Gesucht wird in Leipzig im Moment vor allem nach einer geeigneten Spielstätte, da die alte Messehalle im nächsten Jahr abgerissen werden soll. Am 30. Juni ist Meldeschluss für die Ost-Liga. Bis dahin muss auch die Kaution von 3 000 Euro hinterlegt werden. Das Ziel der Saale-Bulls formuliert Mischner unmissverständlich: "Wir wollen in dieser Staffel Erster werden." Das ist bei der zu erwartenden Gegnerschaft machbar. Zur Not würde aber auch Platz zwei für das nächste große Ziel reichen: Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga. Im März 2011 gehen die beiden Ersten der Gruppen Ost und Nord mit den ersten Vier aus dem Westen in die nächste Runde. Der DEB muss dafür noch den Modus bestimmen. Denkbar sind K.o.-Spiele oder die Einteilung in zwei weitere Gruppen. In die Finalrunde kommen die vier bestplatzierten Mannschaften, die im April 2011 mit vier Teams aus dem Süden den endgültige Aufsteiger ausspielen. "Wir wollen in diese Runde. Die zusätzlich anfallenden Reisekosten sind kein Problem", sagt Daniel Mischner. Er bastelt unterdessen weiter an seinem Kader für die neue Saison. Mittwoch brachte er die Vertragsverlängerung mit Erik Reukauf unter Dach und Fach. "Er wird weiter unser Torwart Nummer zwei sein", sagt Mischner. Offen ist, ob der bisherige Stammtorwart Norbert Pascha noch ein weiteres Jahr in Halle bleibt oder eine neue Nummer eins verpflichtet wird. Quelle: ESC Halle 04 - Die Saale Bulls mit Verweis auf die mz-web.de

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