» Vorsicht Eissportler, der (Spar-)Hammer naht ...

Bereits im letzten Jahr gab es die ersten Einsparungen. So wurde zum Beispiel im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf darauf verzichtet, die Linien auf Fußballplätzen bei Trainingseinheiten oder Freundschaftsspielen nachzuziehen. Die jährliche Ersparnis ca. 40.000 Euro. Der Bezirk ist übrigens auch für die Ausführung des Neubaus der Eissporthalle P9 in der Glockenturmstraße zuständig. Heute meldet eine große Berliner Tageszeitung, dass der Bezirk Spandau darauf verzichten will, die Bruno-Gehrke-Halle weiter anzumieten. Neben der Miete in Höhe von 120.000 Euro kostet die Halle den Bezirk weitere 200.000 Euro Unterhalt. Das kann sich der Bezirk nicht mehr leisten. Nutzer der Halle sind unter anderem die Boxer von Hertha BSC. Die sind zwar Deutscher Meister geworden, das scheint aber auch nicht zu reichen, um weiterhin mit der Halle planen zu können. Heute um 18:30 Uhr findet vor der Halle in der Neuendorfer Str. 67 eine Kundgebung zum Erhalt des Standortes statt. Im April meldete eine andere Berliner Tageszeitung, dass Berlin bei der Sanierung von Sportstätten im Bundesdurchschnitt auf dem letzten Platz liegt! Zwar sind rund 600 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II in den Bereich Sport geflossen, in Berlin ist allerdings nicht viel passiert. Hier streiten sich Politik und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) darum, ob das Geld überhaupt in den Breiten- und Vereinssport investiert werden darf. Der Senat meint „Nein“, da der Bund keine Gesetzkompetenz für diese Bereiche habe. Dem wiederum widerspricht der DOSB; denn dies sei früher der Fall gewesen, nun nicht mehr. Das hilft den Sportlern allerdings wenig, die Bedingungen ändern sich ja nicht. Der Sanierungsbedarf in Berlin liegt mittlerweile bei einer Summe von 300 bis 400 Millionen Euro und er wird mit Sicherheit nicht weniger. Denn die ausbleibenden Sanierungen führen letztlich dazu, dass man die betroffenen beziehungsweise in Frage kommenden Gebäude dem Verfall preisgibt, denn dieser schreitet automatisch fort. Aber ein Abriss war ja schon immer billiger als ein Neubau oder eine Sanierung und danach kann man das freigewordene Gelände sogar noch an irgendeine Firma verschachern, die vielleicht ein Tagungszentrum darauf errichten möchte... Berlins Eissportler sollten also auf der Hut sein. Schon die Deutschlandhalle wurde kampflos aufgegeben und dämmert jetzt - Denkmalschutz hin oder her - ungenutzt ihrem Abriss entgegen. Und auch wenn die anderen Eissportanlagen momentan nicht den Eindruck machen, dass sie dringend sanierungsbedürftig wären, weiß keiner, welche genialen Einfälle unsere Politiker in naher oder ferner Zukunft noch haben werden. Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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