» Streit um Deutschlandhalle geht weiter

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) stellte noch einmal klar, dass die Deutschlandhalle als Mehrzweckhalle "nicht mehr zu gebrauchen und schlichtweg nicht mehr zu finanzieren ist." Berlin hat genug Mehrzweckhallen. So zum Beispiel die Max-Schmeling-Halle, das Velodrom oder das Tempodrom. Schon in den 90er Jahren wurde den Betreibern dieser Hallen zugesagt, die Deutschlandhalle nicht mehr als Mehrzweckhalle zu betreiben, um keine Konkurrenz zu den Neubauten zu schaffen. Der Bezirk hat nun zwei Wochen Zeit, sich mit dem Landesdenkmalamt zu einigen. Passiert dies nicht, wird der Senat das Verfahren übernehmen und mit den Ausschreibungen für die Abrissarbeiten beginnen. Wenn es nach Berlins Innensenator geht, würden die Abrissarbeiten bereits in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Dagegen wehrt sich weiterhin der Baustadtrat des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Am 21. Mai hatte sich der Bezirk gegen einen Abriss der maroden Halle ausgesprochen. "Wirtschaftliche Gründe könnten sich nicht gegen das hohe Gut am Erhaltungsinteresse des Baudenkmals durchsetzen." so die Begründung. Der Beschluss des Senats beeindruckt den Baustadtrat in keinster Weise. "Die Auffassung des Senats ist rechtlich unhaltbar." So Gröhler gegenüber der Berliner Tageszeitung BZ. Auch wisse der Senat ganz genau, dass sich Bezirk und Landesdenkmalamt niemals einigen würden. Gröhler geht davon aus, dass sich an der Haltung des Bezirks nichts ändern wird. Am nächsten Dienstag wird sich das Bezirksamt mit der Frage Deutschlandhalle befassen. "Wenn der Senat die Sache an sich ziehen will, muss er dafür auch die politische Verantwortung tragen!" Während sich Politiker weiter streiten, dürfen Berlins Eissportler sehen, wie sie die Zeit bis zur Fertigstellung der neuen Eissportanlage in der Glockenturmstraße überbrücken. So diese denn wirklich fertig gestellt wird. Um die Deutschlandhalle brauchen sich die Abrissbeführworter keine großen Sorgen machen. Der Putz bröckelt bereits an einigen Stellen von der Fassade. Und da im vergangenen Jahr kaum Geld in die Instandhaltung gesteckt wurde, dürfte das Dach auch alles andere als in einem guten Zustand sein... Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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