» "Können in Oberliga etwas reißen"

Er war eine der spannendsten Personalien der Oberliga Ost, aber nun ist das monatelange Tauziehen um Patrick Czajka entschieden. Mitte der Woche meldete FASS Berlin, dass der 29-jährige Stürmer künftig das Trikot der Akademiker tragen wird. Nach fünf Spielzeiten in Rostock und Leipzig kehrt Czajka damit in seine Heimatstadt zurück. FASS-Trainer Chris Lee reagierte erfreut: ?Er bringt sehr viel Erfahrung mit und das wird der Mannschaft helfen.? Dem unterlegenen Lokalrivalen ECC Preussen blieb nur der faire Kommentar, man habe ?den Wunschspieler Patrick Czajka ziehen lassen? müssen. Für Trainingskiebitze kam der Transfer aber nicht überraschend: Der 1,72 Meter große Rechtsaußen hat seit Beginn der Eiszeit im Wedding keine Übungseinheit ausgelassen. Und man konnte sehen, dass Czajka sich im ehrgeizigen Team der Akademiker wohl fühlt. Was gab den Ausschlag zugunsten von FASS? ?Ich wollte Berlin wieder zu meinem Lebensmittelpunkt machen und mich auch beruflich neu orientieren?, erklärt Patrick Czajka. Im September wird er eine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann beginnen. Dabei half ihm sein neuer Verein, der laut eigener Aussage prinzipiell nur überschaubare Aufwandsentschädigungen zahlt. Ein Wechsel zu einem besser betuchten Club, so Czajka, hätte sich finanziell richtig lohnen müssen ? dies war offenbar nicht zu haben. Ohnehin wolle er dem ?Lotterleben? als Profi mit viel Freizeit adé sagen und an die Zukunft nach dem Eishockey denken. Ein sportlicher Grund kommt hinzu: Mit einigen FASS-Cracks seiner Generation (Patrzek, Hecker, Aicher, Kugler) spielte Czajka im Nachwuchsbereich. Nach dem ?Trainingslager? mit fünf Einheiten in eigener Halle zeichnet sich auch schon eine Sturmformation für die künftige Nummer 18 ab: Benjamin Hecker und das 17-jährige DNL-Top-Talent Vincent Schlenker von den Eisbären Juniors könnten Czajkas Nebenleute werden. ?Zwei erfahrene Spieler und ein Junger, das sollte man in jeder Reihe so machen?, findet der Neue, dem in dieser Variante zwei Männer mit preußischem Gardemaß (1,91 und 1,89 Meter) zur Seite stehen würden. Durch die Mischung von Routine und Rohdiamanten sei FASS auf einem guten Weg, prophezeit Patrick Czajka: ?Es ist hier von Jahr zu Jahr aufwärts gegangen, da ist Struktur drin. Wir können in der Oberliga sicher etwas reißen.? Der Stürmer mit der beeindruckenden Scorerbilanz ? durchschnittlich 50 Punkte in elf Jahren ? legt für sein erstes Semester bei den Akademikern allerdings keine persönliche Messlatte an: ?Aus dem Alter bin ich raus.? Mit Freundlicher Genehmigung von Sven Crefeld/Eishockey News

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