» Leipzig - Zwei Meldungen

Zdenek Travnicek Trainer der Icefighter - Spielersuche gestaltet sich schwierig Er bleibt eine der ganz wenigen Konstanten in der kommenden Eishockey-Saison. Zdenek Travnicek wird das Team, das sich nun Icefighter Leipzig nennt, als Trainer betreuen. ?Ich vertraue den neuen Leuten, dass sie es ehrlich meinen", antwortete der gebürtige Tscheche mit deutschem Pass am Dienstag gegenüber LVZ-Online auf die Frage, warum er sich für's Bleiben entschieden habe. ?Ich habe immer gesagt, wenn ich in der dritten Liga arbeite, dann nur in Leipzig." Dafür nahm er eine deutliche Reduzierung seines Gehalts in Kauf. ?Ich muss da natürlich fair sein. Wenn ich helfen will, muss ich den Neuen auch in diesem Punkt entgegenkommen." Nun steht ?Travo" vor der Aufgabe, ein komplett neues Team aus dem Boden zu stampfen. Die Zeit dafür ist knapp. Laut Spielplan starten die Icefighter am 1. Oktober in Jonsdorf in die Saison. Am 15. Oktober empfangen sie Erfurt zum ersten Heimspiel. Bisher steht laut Geschäftsführer André Krüll neben dem Coach allerdings nur eine Personalie fest. Jens Müller wird weiterhin die Schlittschuhe für die Leipziger schnüren. ?Wir befinden uns auch mit den anderen in Leipzig ansässigen Ehemaligen in Gesprächen. Da sind aber seitens der Spieler noch keine Entscheidungen gefallen", gab Krüll am Dienstag zu. Insgesamt plane man mit 17 Akteuren. Neben erfahrenen Spielern aus dem bisherigen Kader sollen drei bis vier aus dem Sachsenliga-Team aufrücken, ?wenn sie das sportlich schaffen". Für den ?Rest" suche man derzeit nach neuen jungen Spielern, und zwar auch per Inserat in Internetforen. Dort wird für ein Try-Out-Camp im September geworben. Das Anforderungsprofil: Regionalligaerfahrung, Spiele in der Juniorenbundesliga oder der Deutschen Nachwuchsliga (DNL). ?Das haben auch andere Vereine schon gemacht", verteidigt der Geschäftsführer die Aktion. ?Das ist keine Verzweiflungstat." Für junge Akteure sei ein Engagement in der dritten Liga doch auf Grund der Entwicklungsmöglichkeiten reizvoll, auch wenn der Club ein Leipziger sei. Dass die Spielersuche kein einfaches Unterfangen ist, weiß Zdenek Travnicek. ?Wir haben lange gewartet bis alles klar ist. Nun müssen wir das Beste aus der Situation machen, auch aus dem Geld, das uns zur Verfügung steht." Und das sei deutlich weniger als bisher, so André Krüll, der klarstellt: ?Wir befinden uns nicht mehr im Profibereich. Wer zu uns wechselt, wird natürlich etwas zum Wohnen haben. Aber er bekommt nicht alles bezahlt." In Leipzig seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit der Jagd nach dem Puck zu finanzieren, das werde es in der kommenden Saison nicht mehr geben. Dass das auch Auswirkungen auf das sportliche Niveau haben wird, scheint klar. Die siegverwöhnten Leipziger Fans werden ihre Ansprüche senken müssen. Laut Krüll rechne man mit etwa 700 zahlenden Gästen pro Spiel. ?In diesem Jahr brauchen wir von Meisterschaft und Aufstieg nicht zu sprechen", weiß der alte und neue Trainer. ?Wir werden um jeden Punkt kämpfen müssen." Quelle: Antje Henselin-Rudolph für die LVZ Online Vierter Anlauf für das Leipziger Eishockey mit neuem Namen und neuen Machern Drei Insolvenzen, Abriss der bisherigen Spielstätte im kommenden Jahr, viel verloren gegangenes Vertrauen und Skepsis an allen Fronten - das ist die Ausgangslage für den vierten Anlauf im Leipziger Eishockey. Malermeister André Krüll, Malermeister Falk Hanewald und Raumaustatter Lukas Gemeinhardt wollen ihn dennoch wagen. Gemeinsam haben sie die icefighter Leipzig Projekt UG (haftungsbeschränkt) gegründet. Die Gesellschaft soll künftig die Geschicke der ersten Männermannschaft in der Oberliga - die Icefighter - lenken und den Betrieb der Eisarena übernehmen. Kooperationspartner und Träger der Spiellizenz bleibt wie bisher die Sektion Eishockey des SV Fortuna 1902. Das bestätigte André Krüll am Dienstag auf Anfrage von LVZ-Online. ?Wir wissen, dass die Voraussetzungen alles andere als günstig sind. Das haben wir in den vergangenen Monaten eigentlich täglich zu spüren bekommen", so Krüll, der gemeinsam mit Hanewald als Geschäftsführer fungiert. Daher habe man auch bis zum Schluss mit einer Meldung für die Oberliga gewartet. ?Vieles war lange Zeit unklar und ließ sich nicht auf die Schnelle lösen. Wir wollten es nur machen, wenn wir es auch wirklich stemmen können." Die Sponsorensuche sei langwierig und schwierig gewesen. ?Wir haben uns viel anhören müssen", erzählte Krüll. ?Aber wir haben uns nicht entmutigen lassen. Denn es gab keinen Mitbewerber. Hätten wir es nicht gemacht, wäre Schluss gewesen mit Eishockey in Leipzig." Positiv aufgenommen worden sei vor allem die Tatsache, dass die Neuen einen radikalen Schnitt versuchen. ?Es wird kein Wiedersehen mit alten Bekannten geben. Vielleicht war das ja auch das Problem der Vorjahre. Immer wurde schnell eine neue Betreibergesellschaft gegründet, der geschäftliche Bereich aber weitgehend übernommen." Damit sei nun Schluss. Mit Zahlen wolle man nicht um sich werfen, erklärte André Krüll bei der Frage nach dem Etat für die kommende Saison. ?Das würde doch nur wieder Anlass zu Spekulationen geben. Sie können sich aber sicher sein, dass er deutlich niedriger sein wird, als in den Vorjahren." Auch aus diesem Grund sei man auf das Entgegenkommen der Stadt angewiesen. Und die Kommune kam den Neuen, die als Handwerker ihr Geld verdienen, entgegen. ?Wir müssen für die Halle nach wie vor keine Miete zahlen. Zudem bot uns die Stadt eine Reduzierung der Betriebskostenzahlung um mehr als die Hälfte an", so Krüll. In der vergangenen Saison beliefen die sich noch auf rund 7000 Euro pro Monat. Weniger erfolgreich seien dagegen die Verhandlungen mit den Stadtwerken verlaufen. Das Unternehmen war bei jeder der drei Eishockey-Insolvenzen auf sechsstelligen Beträgen sitzengeblieben. Die durchschnittlichen Stromkosten beliefen sich auf 12.000 Euro monatlich. ?Diesen Betrag können wir nicht mehr zahlen. Es ist aber auch verständlich, dass die Stadtwerke sich in dieser Frage sehr zurückhalten", sagte der neue Geschäftsführer. Man werde daher einen Vertrag mit einem alternativen Energieanbieter abschließen."Welcher, entscheidet sich noch in dieser Woche." Zur Verbesserung der Einnahmenseite, haben sich die neuen Macher in erster Linie eine bessere Auslastung der Eisfläche auf die Fahnen geschrieben. ?Wir werden öffentliches Eislaufen anbieten und mit dem Aufbau einer Abteilung Eiskunstlauf beginnen", so André Krüll. ?Nur auf diesem Weg wird zusätzlich Geld in die Kasse kommen." Zudem plane man in Abstimmung mit den Verantwortlichen des SV Fortuna die Gründung eines eigenständigen Eissportvereins noch in diesem Jahr. Über den solle dann auch von der Saison 2011/12 an der Spielbetrieb abgewickelt werden. Bleibt das Problem der Halle. Das Grundstück, auf dem die Eisarena steht, hat das in Porta Westfalica ansässige Möbelunternehmen Porta gekauft. Die darauf befindlichen alten Messehallen sollen im dritten Quartal 2011 abgerissen werden. ?Dieser Termin steht. An dem kommen wir nicht vorbei", weiß auch André Krüll. Dennoch sei das Konzept der neuen Betreiber nicht auf ein Jahr angelegt. ?Wir sind auf der Suche nach einer alternativen Spielstätte. Diese Suche befindet sich aber in Anfangsstadium. Es wäre zu früh, etwas dazu zu sagen." Die Zukunft bleibt damit in gewisser Weise unklar. Quelle: Antje Henselin-Rudolph für die LVZ Online

von Fass Berlin

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